“Doctor Who”:
Telefonzelle als Zeitmaschine

Wolf-Dieter Roth, 22. Juni 2008 13:23 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

“Doctor Who” ist eine englische Science-Fiction-Fernsehserie mit Kultstatus. Die neuesten Folgen werden nun auch in Deutschland gezeigt.

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Der “Doktor” und seine irdische Assistentin Rose in der “TARDIS” (Bild: BBC)

Die klassischen TV-Science-Fiction-Serien der 60er, ob Raumschiff Enterprise oder die deutsche Variante Raumpatrouille Orion, wirken aus heutiger Sicht oft ulkig, mit Plastikbechern als Lampen und Bleistiftspitzern als futuristische Drehknöpfe der Armaturen. Doch waren sie eigentlich völlig ernst gemeint.

Weniger ernst gemeint sind die legendären “Per Anhalter durch die Galaxis”-Bücher von Douglas Adams, in denen der britische Humor in seiner besten Ausführung zu finden ist. Ähnlich verhält es sich mit der TV-Kultserie “Doctor Who“, zu der Douglas Adams auch zwei Folgen beigetragen hat:

Der Doktor ist dabei ein Zeitreisender, der in einem Zeitraumschiff (TARDIS – Time And Relative Dimensions In Space) unterwegs ist, das aussieht wie eine englische Polizeinotrufzelle der 60er-Jahre, was zum Serienstart eine gute Tarnung darstellte.

Dr. Who Police Box
Heutige “Police Box” vor der U-Bahn-Station “Earl’s Court” in London (Bild:
Wikipedia, copyrightfrei)

Da der Tarnschaltkreis kaputt ist, bleibt es jedoch bis heute bei dieser Form, die mittlerweile von der BBC auch als Marke angemeldet wurde, damit die britische Polizei nicht das für die BBC als nichtkommerzieller Sender besonders wichtige Merchandisinggeschäft behindern kann.

Während die Folgen der 60er- und 70er-Jahre in Schwarzweiß gedreht wurden und teils wegen Wiederverwendung der Bänder und Entsorgung der Filme nicht mehr existieren – zur zumindest teilweisen Wiederbeschaffung griff die BBC auch auf private Raubkopien Videoaufnahmen zurück – ist die letzte Staffel von 2005 erstmals ohne Budgetprobleme mit modernen Special Effects entstanden. In dieser erinnert das Innere der TARDIS im Steampunk-Stil an das Unterseeboot von Käptn Nemo.

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Der TV-Sender Pro Sieben hatte daran die deutschen Rechte erworben, doch erst Anfang diesen Jahres ohne große Bewerbung mit der Ausstrahlung am Sonntag nachmittag begonnen. Mangels Quote wurde die Serie nach wenigen Folgen wieder abgesetzt. Daß sie am 13. April wieder aufgenommen wurde und aktuell noch läuft, entging vielen empörten Fans. Am Montag dem 23. Juni startet die aktuelle Staffel jedoch noch einmal werbefrei um 19.25 Uhr auf dem Sci-Fi-Channel, der zum Programmpaket des Bezahl-Fernsehsenders Premiere gehört. Die Folgen werden dabei im Gegensatz zu Pro Sieben nicht wöchentlich, sondern fast täglich gesendet.

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2 Kommentare

  1. drsteino
    schrieb am 22. Juni 2008 um 14:46 Uhr (#)

    pro7 schafft es doch immer wieder super Serien einen grandiosen Misserfolg zu bescheren. SCRUBS, Coupling, League of Gentlemen, Family Guy…alles Serien die in Deutschland auf pro7 nie Ihre Zuschauer erreicht haben, aber dennoch große Fan-Gemeinschaften erreicht haben und oft auch gute DVD-Verkäufe erzielt haben.

    Ich habe lange auf Doctor Who in Deutschland gewartet und gar nicht mitbekommen, dass es auf pro7 läuft…mittlweile bin ich froh darüber, denn über die Absetzung hätte ich mich nur wieder aufgeregt. Auch wenn die Serie jetzt wieder läuft, pro7 kriegt mich als Zuschauer nicht mehr. Da kaufe ich mir lieber die DVDs, da hab ich außerdem Ruhe vor den ganzen Pings und Pongs vor und nach Werbungen und riesen Einspielern für kommende Sendungen und wenn ich mir dann auf Schnittberichte.com angucke was pro7 noch so mit Doctor Who macht…..nee dieser Sender hats einfach nicht drauf.

  2. Thomas J.
    schrieb am 23. Juni 2008 um 11:05 Uhr (#)

    Zumindest Digital-Kabel-Empfänger könnten den Sci-Fi-Kanal auch in einem ihrer eigenen Zusatzpakete entdecken, dann braucht man sich nichts von Premiere ans Bein zu binden.

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