Test Ugobe Pleo I/II:
Robo-Dino mit Jöööh-Faktor

Der Ugobe Pleo ist zum Knuddeln. Der kleine Dinosaurier-Roboter hat sich mit Kulleraugen, Streichelsensoren, Gurr-Geräuschen und Anschmieg-Bewegungen das Herz meiner Liebsten im Flug erobert. Glücklicherweise macht sein Akku nach anderthalb Stunden schlapp.

pleo happy 300dpi
Der Pleo ist ein Techno-Spielzeug mit Kuschel-Faktor. (Bild: Ugobe)

Der “Personal Life Enhancing Organism” oder kurz Pleo ist ein selbstlernender Roboter, der sehen, hören und sensorische Eindrücke wahrnehmen kann. Man kann ihn füttern, mit ihm spielen und vor allem natürlich streicheln.

Seinen ersten Bewährungstest machte der Dinosaurier-Roboter, übrigens die Nachbildung eines Camarasaurus-Sauropod-Babys, am Geburtstagsfest meines Patenkindes.

Die Bedienung ist einfach: Einschalten, hinstellen und warten bis er ein bisschen knurrt und dann schnuppernd lostappt. Seine Bewegungen sind dabei dank 14 Servomotoren und einer flexiblen Haut sehr lebensecht. Insgesamt 38 Sensoren sorgen dafür, dass er sich in seiner Umwelt zurechtfindet. Jeder seiner Motoren ist mit vier Force-Feedback-Sensoren ausgerüstet.

Pleo Sensoren
Der Dinosauer ist voller Sensoren. (Bild: Ugobe)

Dadurch erkennt Pleo beispielsweise, wie viel Druck er unter jedem Fuss hat und passt sich so auch schwierigen Oberflächen an. Die Tischkante erkennt Pleo natürlich auch automatisch, sobald sein Fuss ins Leere tappt. Er schaut dann mit ängstlichem Blick nach unten und gibt passende Geräusche von sich.

Pleo mit Blatt
Füttert man Pleo, gibt er Kaugeräusche von sich. (Bild: Ugobe)

Füttern erlaubt
Im Kinderkreis verursacht der Pleo erst mal viel Geschrei. Während er durchs Wohnzimmer wackelt, wird er auf Schritt und Tritt von einer Horde robbender Knirpse verfolgt und beäugt.

Damit die Sache nicht langweilig wird, kann man den Pleo füttern. Ein spezielles Blatt ist so konstruiert, dass es der Pleo mit seiner in der Nasenspitze integrierten Videokamera erkennt und er auch gleich hungrig den Rachen öffnet. Schiebt man das Blatt ein, registrieren das die bei den Zähnen angebrachten Infrarotsensoren – und von genüsslichen Kaugeräuschen begleitet, scheint sich der Pleo das Plastikblatt zu verinnerlichen.

Streicheln erwünscht
Als Nächstes entdeckten die Kids den Streichelsensor auf dem Rücken des Pleo. Fährt man mit der Hand darüber, reckt der Dinosaurier wohlig den langen Hals und gibt ebenfalls entsprechende Geräusche von sich. Der Dino wurde also erst mal eine Viertelstunde verwöhnt, nach und nach entdeckten die Kinder die sensorischen Stellen an Kopf, Kehlkopf, Rumpf und Beinen.

Pleo Fuss

Ziemlich schnell fanden die Racker natürlich auch raus, dass man den Pleo ärgern kann, wenn man ihn am Schwanz zieht oder unvermittelt auf den Rücken legt. Beim fünfjährigen Maurice war dann bald erwachsene Intervention nötig, weil der Pleo wohl einen echten Zweikampf mit starken Kinderhänden nicht unbeschadet überstehen würde.

Schwache Ausdauer
Die Aktivitäten des Pleo sind aber letztlich sehr beschränkt. Im wesentlich wuselt er ein bisschen durch die Gegend, schnuppert rum und versucht dabei auch schon mal, ein echtes Topfpflanzenblatt anzuknabbern – begleitet von wildem Kindergekreische.

Nach rund einer Stunde hatte aber seinen Überraschungsbonus verspielt. Die Kids langweilten sich zusehends bei der Verfolgung des Pleo und waren gar nicht so unglücklich, als dieser plötzlich den Kopf senkte, die Augen schloss und in Tiefschlaf versank. Daraus liess er sich zweimal durch Anstupsen aufwecken, danach verordnete ihm die Akku-Überwachung aber komaähnlichen Tiefschlaf.

Damit war die Kinderparty für den Pleo dann auch schon ziemlich gelaufen. Denn im Lieferumfang befindet sich nur ein proprietärer Akku, und der muss für rund vier Stunden in den Lader, bevor der Dino wieder Saft hat.

Stunden später, nachdem die jüngste Generation in Betten verquantet war, trauten sich auch die Teenager an den Pleo. Mehr als zehn Minuten hielt deren Faszination aber nicht an. Der Roboter lässt einfach zu wenig direkt kontrollierbare Aktionen zu, um grössere Kinder zu fesseln. Der 14-Jährige hätte da viel lieber das technische Innenleben des Pleo erforscht, bei 350 Euro (599 Franken) Kaufpreis musste ich aber den sezierbereiten Forschergeist enttäuschen.

Pleo zerlegt explosion ifixit
Kinderforscher wollen diesen Pleo. (Bild: www.ifixit.com)

Liebling der Frauen
Komplett gefesselt war dafür 10 Minuten später meine Liebste vom Pleo. Sie nahm das Kerlchen, wie es sich für Frau und Katzenliebhaberin gehört, gleich mal auf den Arm. Und dort kuschelte sich das grüne Mini-Monster gleich schnurrend an ihren Körper und begann seinen Kopf genüsslich an meiner Liebsten zu reiben. Als selbstbewusster Partner ignoriere ich natürlich solche plumpen Anbiederungsversuche.

Als aber aus der Couch zunehmen “Jöööh” und “Ach wie süss” zu vernehmen war, erteilte ich dem Dino schon mal zur Sicherheit lebenslanges Schlafzimmerverbot. Ziemlich schnell gruppierte sich so ein Trupp fürsorglicher Mütter auf dem Sofa, die darin wetteiferten, dem Dino die süssesten Laute zu entlocken oder ihn zu ausserordentlichen Kraul-Reaktionen zu verleiten. Und natürlich fanden alle diese Frauen solches “Roboterzeugs” an und für sich langweilig – und wollten das Biest nicht mehr aus Händen geben.

Nach intensiven Streicheltherapien zeigte sich dann auch schnell eine andere Schwäche von Pleo. Seine grüne Hautfarbe blättert mit der Zeit ab und präsentiert darunter ein übliches Plastikbraun.

Aber auch in der Frauenrunde war nach einer Stunde sowohl der Akku als auch die Neugier erschlafft.

Langsame Entwicklung
Der Pleo soll, so das Versprechen, mit dem Besitzer wachsen. Er soll unterschiedliche “Emotionen” entwickeln. Je nachdem, ob man häufig mit ihm spielt – beispielsweise am Blatt reisst, das er zwischen den Zähnen hat – oder ihn ignoriert. Pleo war deshalb für einige Tage mein Bürokumpan.

Da wuselte er meist mehr oder weniger zielbewusst in der Gegend rum und brüllte bei Langeweile einfach herzerweichend vor sich hin. Bewegte Objekte scheinen ihn anzuziehen, ferner suchte er mit Hartnäckigkeit immer die gleiche geschützte Ecke im Büro auf. Keine Ahnung, ob er spürte, dass ich manchmal über Dinge stolpere. Zwischendrin hatte er sogar mal einen Schnupfen. Wirklich clever wurde der Pleo aber nicht. Also Zeit, ihm per Software neue Kunststücke beizubringen.

Im zweiten Teil: Wie dressiert man Ugobes Roboter-Dino Pleo?

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9 Kommentare

  1. anonym
    schrieb am 13. Mai 2008 um 21:20 Uhr (#)

    Hallo,

    und es gibt seit geraumer Zeit eine deutsche Seite.

  2. Viktor
    schrieb am 14. Mai 2008 um 08:04 Uhr (#)

    350eur kostet der? krass! auf der Cebit hieß es noch, er solle max 299eur kosten!

  3. Sarah
    schrieb am 2. Juni 2008 um 12:29 Uhr (#)

    350 Euro?? Ein stolzer Preis, aber ich muß schon sagen, beim Lesen des Beitrags wuchs mein Wunsch, so einen kleinen Kerl mein eigen zu nennen. Vielleicht wird der Anfangspreis ja in einiger Zeit gesenkt, so dass auch mein Geldbeutel genügend Spielraum läßt. Wahrscheinlich hätten meine zwei kleinen Hunde auch einen Riesenspaß an dem Teil.

    Zunächst jedoch müssen Dino-Rob und Hunde ein wenig warten, denn die Fußball-EM wartet, und ich werde mich jetzt mit meinem Laptop und einem, guten Glas Wein in den Garten setzen, auf EMForum.at ein wenig stöbern gehen und unseren Jungs die Daumen drücken. Ich hoffe ja sehr, Ihr seid auch dabei…mit Daumen drücken, meine ich.

    Liebste Grüße von Sarah

  4. Monika
    schrieb am 10. Juni 2008 um 16:18 Uhr (#)

    Oh, ich will auch so einen haben *lach Als Plüschtier-Sammlerin und Technik-Begeisterte bin ich an solchen Sachen mehr als interessiert. Natürlich sind mir 350 Euro ein wenig zuviel, aber ich muß schon sagen, wenn er die Hälfte kosten würde, dann könnte ich schon schwach werden. Was wohl meine zwei kleinen Hunde dazu sagen würden? Ich glaube, sie würden sehr große Augen machen und über ihn herfallen.

  5. Hannah
    schrieb am 22. August 2008 um 13:33 Uhr (#)

    Also ich habe den Pleo bei neckermann.de bestellt und da kostet er keine 350?, sondern “nur” 299?.
    Ich bin gespannt, wie es sich mit ihm leben lässt.

  6. mario
    schrieb am 6. Januar 2009 um 15:56 Uhr (#)

    aktuell im mediamarkt für chf 299.-

  7. Nell Leiner
    schrieb am 26. Mai 2009 um 23:27 Uhr (#)

    Ich habe gerade bei gesehen, das es es dort den PLEO für 229,00 EUR als Restposten gibt.

  8. Mark
    schrieb am 15. März 2011 um 14:04 Uhr (#)

    Da frage ich mich wirklich wer soviel Geld für Spielzeug ausgibt :-)?

  9. Max
    schrieb am 16. April 2011 um 13:59 Uhr (#)

    @ Mark: Was glaubst du, wie viel Geld man mit solchen Dingern machen kann. Habe vor einiger Zeit einige der Dinosaurier bei ebay versteigert. Nicht schlecht, was dabei rumgekommen ist :-).

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