Open Computer:
Schneller als Mac Mini

Psystar, Hersteller von Nicht-Apple-Mac OS X-Rechnern namens Open Computer, existiert nicht nur immer noch – sie liefert ihren Open Computer inzwischen sogar aus. Cnet jedenfalls hat einen zum Test gekriegt.

Der Psystar Open PC mit OSX
Der Psystar Open PC mit Mac OS X

Die Redaktion von Cnet hat – allen Gerüchten über die nicht aufzufindenden Herstellerin Psystar und einen möglichen Betrug zum Trotz – die billig-Variante des Open Computer zum Test erhalten und das Gerät wie jeden andern Desktop auf Herz und Nieren geprüft. Das Resultat entspricht den Erwartungen:

Der Open Computer mit vorinstalliertem Mac OSX ist ein typischer Billig-PC, auf dem allerdings OSX startet, wenn man ihn einschaltet.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Open Computer ist in der günstigsten Version preiswerter als Apples billigstes Gerät, der Mac Mini – bei deutlich mehr Rechnerleistung. Die Betonung liegt indessen auf der ersten Hälfte des Wortes:

Insgesamt muss der Käufer bei diesem “wilden” OSX-Rechner nämlich durchaus Abstriche hinnehmen. Im Gegensatz zum Mac Mini bringt der Open Computer weder Fernsteuerung noch Wifi mit, er beherrscht kein Bluetooth, und wer eine Standard-Tastatur verwendet, muss sich ziemlich verbiegen, um das CD-Laufwerk zu öffnen: OSX blockiert die Auswurf-Taste an den Einschubgeräten und reagiert nur auf eine Apple-Eject-Taste oder einen Konsolenbefehl.

Der grösste Nachteil indes besteht im Risiko, dass einem Apple entweder den Saft abdreht oder man mit einem veralteten OSX auf einem Rechner sitzen bleibt, der plötzlich auch nicht mehr wirklich gut mit dem iPod und andern Apple-Geräten zusammen arbeitet – wenn diese Peripherie nämlich ein Update auf dem PC nötig macht, das aber aus Abschottungsgründen gegen Apple nicht installiert werden kann. Psystar schaltet die automatische Apple-Update-Funktion serienmässig aus, um die Kunden vor dem bösen Originalhersteller zu schützen, der ja schon beim iPhone deutlich zeigt, was er von Leuten hält, die seine Hard- oder Software nicht genau so benutzen, wie er es vorschreibt.

Ob Apple sich aber wirklich schrecklich ärgert über die graue Konkurrenz aus Miami, darüber lässt sich spekulieren. Denn wie einige Kommentatoren abseits des Fanboy-Chorus anführen, könnte dieses Angebot die beste kostenlose Marktforschung für Apple werden: Wenn die Leute den Psystar annehmen und massenhaft bestellen, dürfte Cuppertino rasch mit einer billig-Linie von (besser aussehenden) Konkurrenzrechnern reagieren. Noch eher aber ist anzunehmen, dass sich der Hype um diese OS X-Revolution rasch legt, wenn klar wird, dass der kleine Preisunterschied den Ärger nicht lohnt, den man sich mit diesem System unweigerlich einhandelt – und sei es auch erst dann, wenn Apple beschliesst, den Graurechnern tatsächlich mit einem Update-Patch den Garaus zu machen. Und den Ärger, Drittsysteme unterstützen zu müssen, wird Apple umgekehrt den Kunden nie abnehmen – dazu haben Jobs und Co zu viel aus der Misere gelernt, in die sich Microsoft mit ihrem Anspruch, möglichst jede Hardware zu unterstützen, eingebrockt hat.

Aber für europäische Interessenten stellt sich die Frage eines Kaufs derzeit noch gar nicht, weil Psystar den Open Computer ausdrücklich (noch) nicht nach Übersee liefert.

Der Open-PC-Testbericht auf Cnet

Psystar-Website

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2 Kommentare

  1. Gelegenheit
    schrieb am 5. Mai 2008 um 13:37 Uhr (#)

    Alternativ stelle man sich einen schnuckligen Rechner beim Händler um die Ecke zusammen und installiert das Mac OS selbst. Voilá, noch billiger und problemlos in good old Europe erhältlich.

  2. Himmellaeufer
    schrieb am 5. Mai 2008 um 20:44 Uhr (#)

    Viel spaß dabei… es ist nicht ohne maxos für den “normalen” pc zu installieren.. hardware muss passend sein denn auf nicht intelbords wird es wohl schwer. andere Komponenten gehören auch dazu. dann die vielen anleitungen.. die treiber und und und.. es bringt nicht wirklich was.. schade wenn apple dann noch updates bringt die der selbstgebaute pc nicht verträgt und mehr durcheinander bringt wie er sollte ;)

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