Melodyne Direct Note Access:
Recordings manipulieren

Oliver Gassner, 17. März 2008 10:49 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Mit dem Melodyne Direct Note Access werden Manipulationen an MIDI-Musikdateien möglich, die bisher theoretisch unmöglich schienen: Jede einzelne Note jeder Aufnahme wird änderbar.

Melodyne Direct Note Access
Melodyne Direct Note Access

Natürlich war es auch bisher möglich jeden einzelnen Ton einer Musikdatei zu manipulieren – vorausgesetzt es handelte sich um eine MIDI-Datei, bei der jeder einzelne Ton nicht z.B. durch eine WAV-Datei, sondern durch einen Datensatz mit Steuerbefehlen dargestellt wird und die man durchaus auch durch das Spielen auf Geräten mit MIDI-Output erzeugen konnte.

Was durch den “Melodyne Direct Note Access” (brrrrr, ein Name wie von “SAP meets IBM meets Microsoft”) aber möglich wird, ist eine kleine Revolution bei der Manipulation von Musik am Rechner.

Es ist mit Melodyne nicht nur jede einzelne Note z.B. eines Gitarrenakkords manipulierbar, nein, man kann auch ganze Stücke transponieren und von Dur in Moll verwandeln, Akkorde auflösen, neue Läufe einfügen und natürlich Spielfehler korrigieren.

Das folgende Video gibt einen kleinen Eindruck von dem, was möglich ist:

Gut, es mag Leute geben, denen bei solchen Mathematikspielchen der Schauer den Rücken runter läuft und die befürchten, dass wir jetzt 222 Versionen von “New York, New York” oder “Highway to Hell” oder gar der “Kleinen Nachtmusik” von Leuten kriegen, die so etwas nie selbst am Klavier klimpern oder auf der Plastikgitarre zupfen könnten. Aber vielleicht erheben sich ja aus dieser Masse auch ein paar Talente, die uns Musik neu erleben lassen.

Am spannendsten fände ich ja, wenn man jetzt auf der Basis real aufgenommener Musik Tracks erzeugen könnte, die ein Mensch gar nicht spielen könnte. Also ich sag mal: Klavierstücke für 12 Finger.

via Tanith

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5 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Alphaone

    schrieb am 17. März 2008 um 12:47 Uhr (#)

    Wird wohl zukünftig ein paar negative Überraschungen geben bei live-Gigs würde ich mal behaupten…;-)

  2. Hans

    schrieb am 17. März 2008 um 13:07 Uhr (#)

    Ein bisschen gruselt es einen schon, wie dank moderner Studiotechnik heute fast jeder Bockmist zum Wohlklang getuned werden kann. Andererseits ist Direct Note Access rein audiotechnisch eine Meisterleistung und schafft neue kreative Spielräume, die auch bei Hobbyfricklern wie mir sofort den “Haben wollen!” Reflex auslöst.
    Es ist wie immer: Die Technik alleine ist nicht böse – es kommt darauf an, was Mensch daraus macht.

  3. Phunker

    schrieb am 17. März 2008 um 17:03 Uhr (#)

    Ich bin nach dem Video ein wenig geschockt muss ich zugeben. Sicherlich stimmt auch hier der “guns don´t kill people. people kil people”ansatz. Aber: sicherlich werden sie es tun. darauf ist verlass.

  4. Bryan Green

    schrieb am 16. Oktober 2008 um 19:02 Uhr (#)

    und wann wird es erscheinen. (zum kauf)

  5. sportritter

    schrieb am 6. April 2009 um 00:39 Uhr (#)

    Warum haben da leute angst? ihr müsst doch musik nicht anhören, die euch nicht gefällt. Im Prinzip kommt es doch in dwer Musik nur auf die kreativität an und wer die nicht hat kann auch mit noch so viel melodyne keine guten Lieder machen. und wenn jemand ein gutes lied schreibt, aber nur miittelmäßig gut flöte spielen kann, warum sollte er das nicht mit melodyne bearbeiten dürfen? wenn das ergebnis gut ist ist doch der weg egal. Ausserdem wird doch auch jetzt schon fast alles am computer produziert. Viel eher steigt doch dadurch der allgemeine qualotätsstandard. wenn sich bands nicht mehr durch spielerisches können unterscheiden müssen andere kriterien her (zb neue ideen).

    ich finde deshalb melodyne ein sehr gutes werkzeug zur musikproduktion.

    übrigens braucht man um klavierstücke für 12 finger kein melodyne, das kann man auch ganz ainfach mit mehrspuraufnahmen lösen.


1 Trackback

  1. Joaquins Musikblog
    (5. April 2008 19:59)

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