Das Hybrid-Bus-Problem:
Aussenliegender Hauptschalter
Wie wichtig Betatests auch für grosse Hardware sind, erfahren derzeit die städtischen Verkehrsbetriebe von San Francisco. Ihre Hybridbusse kommen in einem bestimmten Stadtviertel regelmässig zum Stillstand. Schuld sind nicht die steilen Hügel - das Problem ist der aussenliegende Hauptschalter.
Dass bei aller modernen Technik an umweltfreundlichen Verkehrsmitteln eine psychologische Komponente im Design nicht vergessen gehen darf, lernen derzeit die Verkehrsbetriebe der Stadt San Francisco. Im von sozialen Problemen geplagten Quartier Hunters Point wurden schon immer mal Busse mit Steinen angegriffen. Aber die neuen Hybridfahrzeuge geben besonders einfache Ziele ab:
Die 56 von Daimler-Chrysler hergestellten Fahrzeuge, die mit einem Diesel- und einem Elektromotor ausgestattet sind, haben einen für jedermann zugänglichen, aussenliegenden Hauptschalter.
Wird der - beispielsweise an einer roten Ampel oder an einer Haltestelle - von einem Scherzkeks umgelegt, dann verliert der Bus seine Energiezufuhr, zugleich bricht auch die Funkkommunikation des Fahrers mit der Zentrale ab.
Scherzkeks ist in diesem Zusammenhang allerdings das falsche Wort. Genauso wie Angriffe gegen Postbeamte werden Manipulationen an Mitteln des öfffentlichen Verkehrs in den USA scharf geandet. Wer also beim Ausschalten eines Muni-Busses erwischt wird, hat mit Konsequenzen zu rechnen.
Vorerst allerdings werden die Hybrid-Busse von der Verkehrsverwaltung nicht mehr auf den Strecken durch Hunters Point zum Einsatz kommen.
Bis der aussenliegende Powerswitch entweder abschliessbar gemacht oder ins Businnere verlegt worden ist.
[via SF Chronicle]
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3 Kommentare zu diesem Artikel
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der motzer
danke für die jeweiligen beiträge!
was aber schön wäre, wenn es wieder komplette RSS feed gäbe
S. Meyer
Manchmal fragt man sich aber schon, wer hinter einer solchen Entwicklung steckt. Ist irgendwie vergleichbar als wenn der Sicherungskasten und Hauptwasseranschluss bei Wohnungen direkt an der (äußeren) Hauswand angebracht würde. Am besten direkt zur Straßenseite…
Oder wie wäre es, wenn man bei Flugzeugen die Steuerung des Autopiloten auf dem rechten Flügel installieren würde ?
Einige Einfälle sind an Dummheit einfach kaum zu überbieten
Müller
Das mit den Sicherungskästen ist in Amerika teilweise so.
Aber man muss ja gar nicht so weit gehen:
Deutsche Busse haben aufgrund einer EU-Richtlinie neuerdings auch außenliegende Betätigungen als Notschalter für die Türen. Effekt beim betätigen: Die Bremse legt an, der Bus ist außer Betrieb …