Spot Satelliten-Messenger Hilfe auf Knopfdruck

Peter Sennhauser, 6. Februar 2008 13:51 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Spot ist ein GPS-Empfänger und ein Satelliten-Sender. Er lässt allerdings keinen SMS-Chat zu, sondern verschickt Standortmeldungen und Hilferufe auf Knopfdruck. Von überall aus.

Äusserst kurze Liebesbriefchen verschickt SPOT, der GPS-unterstützte Satelliten-SMS-Sender einer kalifornischen Firma: Ein Druck auf den “OK”-Knopf sendet die aktuellen Standort-Koordinaten des Trägers via Satelliten-Telefonnetz an die SPOT-Zentrale und von dort per Mail an vordefinierte Verwandte.

Der Knopf “911″ macht das gleiche – allerdings nicht mit der Betreffzeile “I’m OK”, sondern als Hilferuf in Abständen von fünf Minuten an die der übermittelten Position nächstgelegene Rettungsstelle.

Laut Werbeunterlagen der Herstellerfirma können das Polizei, Küstenwache, Rettungsdienste oder aber auch die nächste amerikanische Botschaft sein (sofern man das wünscht…).

Für Bewohner des dichtbesiedelten Westeuropas, wo praktisch kaum eine Ecke ohne Handyempfang mehr zu finden ist, mag das etwas gar abenteuerlich klingen. Aber allein hier in der Bay Area sind vergangenes Jahr mindestens in zwei Fällen Spaziergänger für mehrere Tage in den Wäldern zwischen der Küste und dem Silicon Valley verschollen; ein Softwareingenieur aus San Francisco wird seit einem Jahr samt seiner Segelyacht vor der Küste vermisst, den Milliardär Steve Fossett haben die Behörden in Nevada noch immer nicht gefunden, und vor einem Jahr kam in den Wäldern des Nachbarstaats Oregon C-Net-Redakteur James Kim ums Leben, nachdem er mitsamt Familie auf einer Seitenstrasse steckengeblieben war und tagelang in den Wäldern festsass. Selbst an der Westküste der USA ist es also ein leichtes, irgendwo in der Wildnis zu verschwinden.

Für andere Zwecke als zur Standortmeldung an Daheimgebliebene oder Hilfskräfte dient das auf vordefinierte SMS kastrierte SPOT nicht. Auch der GPS-Empfänger dient einzig diesem Zweck und bietet keine Schnittstelle, der dem Besitzer eine eigene Standortbestimmung erlaubt. Dafür bleibt das schwimmfähige Gehäuse bis zu 30 Minuten lang wasserdicht, wenn es nicht tiefer als einen Meter im Wasser liegt.

Die Anwendung beschränkt sich auf “Standortmeldung an Familie”, “Hilferuf an Familie”, “Hilferuf an an Nothelfer”. In letzterem Fall versendet der Spot den Hilferuf alle 5 Minuten inklusive GPS-Daten – entweder, bis den beiden AA-Batterien der Strom ausgeht oder der Benutzer den Hilfeknopf nochmals drückt.

Die Routenverfolgung soll mit einer Batterieladung 14 Tage, die Standortmeldung 1900 Sendungen lang funktionieren; der 911-Hilferuf alle fünf Minuten wird angeblich bis zu sieben Tage lang abgesetzt.

Bleibt zu hoffen, dass das Gerät mit den Aktivitäts-LED unübersehbar anzeigt, wenn es im “Hiiilfe!” Modus steht. Sonst könnte der druck auf den falschen Knopf am Anfang der Skitour ziemlich teuer werden, wenn die Helitruppe plötzlich anrückt.

Spot kostet 169 Dollar und weiterte 27 Cent für jeden Tag der Nutzung.

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