Die Zahl der Woche Vergeblich getippt
39.4%
Instant Messaging ist meistens eine angenehme Sache, zumal man fast in Echtzeit miteinander kommunizieren kann. Leider aber nur “fast”… Wie Michael Beisswenger von der Uni Dortmund herausgefunden hat, werden knapp 40% aller nicht abgeschickten IM-Nachrichten wieder gelöscht, weil das Gespräch inzwischen zu einem anderen Thema übergegangen ist. Beisswenger drückt dies gleich etwas prägnanter aus:
“…mit einiger Sicherheit angenommen werden kann, dass die jeweilige Löschung als Ausdruck einer zwischenzeitlichen Verarbeitung oder zumindest Kenntnisnahme der neuen Partnerbeiträge und einer dadurch ausgelösten Evaluation des der aktuellen Produktionstätigkeit unterliegenden Handlungsplans aufzufassen ist.”
Angeblich werden aus diesem Grund bis zu 20% aller getippten Nachrichten gar nicht erst abgeschickt. Insofern stellt sich die Frage, ob das gute alte Telefonat oder (noch besser) das Gespräch unter vier Augen unter dem Strich nicht eventuell produktiver sein dürfte.
[via Tech Digest]
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3 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- miezekater.net » Umsonst getippt.
(7. Januar 2008 12:38)
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Feylamia
Nun weiß ich nicht, ob er zur Ermittlung seiner Zahlen einen repräsentativen Durchschnitt der Instant Messenger-Nutzer heranzieht (wenn in dem Multimedialabor nur Studenten gechattet haben, dann ist das definitiv nicht repräsentativ), aber wenn ja, dann dürfte ein nicht unerheblicher Teil der Nachrichten gelöscht werden, weil es sich der Schreiber schlicht und ergreifend anders überlegt hat und doch nicht so viel von sich preisgeben will bzw. weil er ein Missverständnis vorhersieht.
Wenn eine Person nach dem Schreiben der Nachricht feststellt, dass diese missverständlich ist oder zu sehr ins Detail geht, dann löscht sie sie oftmals komplett und schreibt neu. Am Telefon dagegen hätte sie den Gedanken eventuell schon formuliert und müsste danach Zeit aufwenden, um das ganze aufzuklären - auch nicht das Epitom der Produktivität.
Mal ganz davon abgesehen, dass auch in einer face-to-face Situation und beim Telefongespräch im Kopf zwischendurch formuliert und reformuliert wird, bevor die sprachliche Äußerung getätigt wird. Geht halt nur ein wenig schneller…
Woher hast Du eigentlich die 39.4%?
Damian Amherd
Feylamia - dass es wohl nicht superrepräsentativ sein dürfte stimmt wohl (andererseits ist eine Untersuchung ja eigentlich fast nur im Labor möglich). Ich finde es einfach lustig, wenn man sich selbst mal überlegt, wie oft man schon eine bereits getippte Nachricht hat löschen müssen, weil sie gar nicht mehr aktuell war. Die Zahl stammt übrigens aus Ausschnitten von Beisswengers Dissertation, welche auf seiner Seite verfügbar ist.
Feylamia
Ah, okie dokie. Hatte mich nur gewundert, weil in der eigentlichen Meldung die Zahl ja gar nicht erwähnt wird. *g* Seine Diss habe ich, muss ich zu meiner Schande, noch nicht gelesen.
Da ich ja selbst schon desöfteren mal bei solche Experimenten zugegen war, sind mir derartige Zahlen natürlich immer suspekt - das kennen die Psychologen unter euch sicher auch von irgendwelchen psychologischen Statistiken. ;-)
Ich glaube, ich finde das nur deswegen nicht so lustig, weil ich durch das Linguistikstudium komplett desillusioniert bin.
Ich kann dann mehr darüber lachen, dass sich immer wieder bestätigt, dass Kommunikation in den neuen Medien doch gar nicht sooo anders ist wie David Crystal das gerne (gehabt) hätte. *schmunzel*