Wuala-CEO Dominik Grolimund Technik erklärt:
Online-Speicher

Peter Sennhauser, 3. November 2007 11:19 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wuala-Gründer Dominik Grolimund liefert technische Hintergründe und Einblicke in sein Unternehmen im TechTalk am Google-Hauptsitz in Mountainview.

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Wuala-Gründer Dominik Grolimund steht bei Google Red’ und Antwort (Screenshot Youtube Google Techtalk).

Das Interesse an Wuala, einem Online-Speicherdienst auf Basis von Filesharing-Technologie, ist bereits sehr gross. Dazu ist der Co-Gründer der Zürcher Caleido AG auch durchs Silicon Valley getingelt und hat via neuerdings.com einige hundert Alpha-Tester eingeladen.

Wer technische Hintergründe des Systems verstehen will, das die Rechner der Teilnehmer als Speicher benutzt und deshalb theoretisch beliebig skalierbar ist und dabei schneller wird, kriegt jetzt Gelegenheit: Am Dienstag hat Grolimund einen 50 minütigen TechTalk am Google-Hauptsitz in Mountain View bestritten und dabei die Formeln und Hintergründe von Wuala erklärt.

Grolimund erklärt, was hinter dem verteilten System von Wuala steckt – die Erasure Code-Technologie. Sie beruht im Wesentlichen darauf, dass man eine Kurve (oder einen Datenstrom, also ein File), die anhand einiger Punkte (gelb) eindeutig definiert ist, auch durch beliebige andere Punkte (schwarz) definieren kann.

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Das macht sich Wuala zunutze, indem die von den Benutzern gespeicherten Dateien nicht in X eindeutige Bestandteile aufgesplittet und im Netz verteilt werden (was bedeuten würde, dass für die Rekonstruktion der Datei alle X Teile heruntergalden werden müssten), sondern X*5 Teile, die aber redundante Information über das File enthalten. Jetzt reicht es, X beliebige Teile zu finden, aus denen sich aufgrund der Redundanz das gesamte File rekonstruieren lässt.

Dass das sowohl die Organisation des Netzwerks vereinfacht als auch die Downloadzeiten beschleunigt (die X Teile können parallel von irgendwelchen Speicherorten bezogen werden), leuchtet auch einem Laien ein.

Wuala Online-Speicher Verteilte Systeme

Die zweite Spezialität von Wuala besteht in der Architektur des Netzes, die nicht auf einer festgelegten Struktur basiert, sondern lediglich auf drei Typen von Knoten, die jeweils nur mit ihren Nachbarn kommunizieren. Dadurch wird das Netz weniger angreifbar, und zudem fällt jeglicher überflüssige Datenverkehr weg, wodurch es skalierbar wird. Schliesslich ist jeder Knoten (oder Teilnehmer) selber darum besorgt, dass im Netz immer ausreichend Fragmente aller seiner Dateien zu finden sind, um eine 100%ige Verfügbarkeit der Dateien zu gewährleisten.

Ein weiterer wichtiger Punkt besteht darin, dass niemand im Wuala-Netz mitmischen kann, ohne selber “Aufgaben” zu übernehmen. Das bezieht sich sowohl auf den Speicherplatz (wer 10GB haben will, muss selber mindestens 10GB auf einem seiner Rechner zur Verfügung stellen) als auch auf die Geschwindigkeit (wer die Upload-Geschwindigkeit seines Hauptrechners beschränkt, dessen Download wird automatisch auch beschränkt). der Clou dabei: Weil man dem einzelnen Teilnehmer nicht trauen kann (die Applikation könnte gehackt worden und so falsche Speicher- und Geschwindigkeitsangaben gemacht werden) beruhen diese Einstellungen auf einem Erfahrungswert der andern Knoten, die mit diesem individuellen Rechner schon mal zu tun hatten – wie in einem menschlichen Soziagramm beruht das “Vertrauen” der Computer im Wuala-Netz also auf Empfehlungen von Dritten.

All das erklärt Grolimund im 50 minütigen Video sehr anschaulich. Dabei erweist sich der Jungunternehmer (seine erste Firma hat er mit 17 aufgebaut, und mit dem Profit finanziert er jetzt sein neues Startup) als selbst in Englisch sehr eloquenter Redner – wer der Sprache mächtig ist, kriegt in dem Video des Talks einen guten Einblick in die bisher ziemlich einzigartige Funktionsweise von Wuala.

(Persönlich gefällt mir die Idee und das für eine Alpha-Version sehr ausgereifte Interface von Wuala. Das einzige Problem, das ich derzeit damit habe, liegt darin, dass sich die Java-Applikation nicht mehr automatisch mit dem Wuala-Netz verbindet, wenn mein rechner aus Standby aufwacht.)

Google-TechTalk-Video mit Dominik Grolimund

Wuala Homepage

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