Test Pinnacle PCTV to go (II/II) TV ins Internet streamen

Pinnacle TV to go verbreitet nicht nur ein beliebiges Videosignal via Ethernet oder WLAN im ganzen Haus: Auf das heimische Fernsehprogramm kann man sogar via Internet zugreifen.

Pinnacle PCTV to go im Test, zum Teil I

Pinnacle PCTV to go 3D

Die Pinnacle PCTV to go Box bietet in der teureren Version auch Wireless-Streaming

Wer über genügend Bandbreite verfügt, kann dank Pinnacle TV to go auf Fidschi die bayrischen Lokalnachrichten sehen. Clever, aber umständlich ist die Fähigkeit, TV to go direkt in das Mediacenter von Windows einzubinden und so den PC in einen Videorekorder mit elektronischem Programm Guide zu verwandeln.

Während wir im ersten Test-Teil von PCTV To Go Fernsehsendungen lediglich in verschiedene Räume streamten, gucken wir uns im zweiten Teil den Zugriff via Internet an. Pinnacle stellt dazu einen zentralen Adressserver zur Verfügung, der alle Streamingboxen kennt, welche direkt mit dem Internet verbunden sind. Unterwegs muss man deshalb nur am Windows-Player den individuell gewählten Namen seiner Box und ein Passwort eintippen und schon sieht man das heimische Fernsehbild auf dem Notebook.

Pinnacle PCTV to go Remote login
Im Internet findet man seine eigene Pinnacle PCTV to go-Box leicht dank einem individuellen Namen

Eine Anpassung von Firewall oder Router ist im Normalfall nicht nötig. Man muss auch keine IP-Adresse kennen, und das Ganze funktioniert auch bei Internetanschlüssen mit wechselnden IP-Adressen tadellos. Lediglich bei verschlüsselten VPN-Verbindungen kapituliert die Pinnacle-Adressvermittlung.

Von der Bildqualität via Internet darf man allerdings nicht zu viel erwarten. Das liegt vor allem an der limitierten Upload-Rate, welche übliche Breitbandanschlüsse zur Verfügung stellen. Während in den eigenen vier Wänden die Videodaten mit bis zu 10 Megabit pro Sekunde übertragen werden, muss sich die Internetübertragung mit einem Bruchteil davon begnügen. So beträgt in der Schweiz die ADSL-Upload-Bandbreite oft nur 0,25 bis 1 Megabit, in Deutschland ist sie meist höher. Wohlweislich verwendet deshalb Pinnacle für das Internet-Streaming die Kompression MPEG-4, die auch mit tiefen Datenraten ohne Bildausfälle zurechtkommt.

Im Test funktionierte das Heimfernsehen via Internet zwar zuverlässig, die Bildqualität war aber an der Schmerzgrenze. Bis 0,5 Megabit darf man höchstens YouTube-Qualität erwarten, erst ab 0,75 Megabit pro Sekunde macht die Lösung wirklich Spass. Bei Internetübertragung lässt sich das Bildschirmfenster maximal auf den Vergrösserungsfaktor 2 zoomen, Timeshift-Funktionen und Aufnahme sind nicht möglich.

Integration in Windows Media Center

PCTV To Go kann den PC auch in einen vollwertigen Videorekorder verwandeln. Der Weg führt dabei über die Media Center Software (MC), welche optional mit Windows geliefert wird. Das MC sieht die Pinnacle-Box dank eines speziellen Treibers wie eine integrierte TV-Karte. Um allerdings die Programmumschaltungen vorzunehmen, muss der PC mit einem speziellen, für MC zertifizierten, Infrarotsender aufgerüstet werden. Erst dann kann man in der digitalen Fernsehzeitschrift des MC eine Sendung anklicken und sicher sein, dass diese später automatisch aufgenommen wird. Hier wäre es wünschenswert, wenn sich Pinnacle auf eine eigene Lösung besinnen würde, welche sich einfacher integrieren lässt.

Pinnacle PCTV to go MediaCenter
Windows Media-Center: Integration der Pinnacle PCTV to go-Box als TV-Tuner

Beim Energieverbrauch hat das PCTV to go schlechte Noten. Die Box kennt anscheinend keinen Standby-Modus und schlürft konstant zwischen 9 und 12 Watt aus der Steckdose. Selbst wenn kein Video-Eingangsignal mehr vorhanden ist, scheint die Elektronik fleissig weiterzuwerkeln. Einen Aus-Schalter gibt es am Gerät nicht. Wir fanden auch keinen Weg, den Funkteil zu deaktivieren. Selbst wenn niemand fernsieht, belegt also die Box sinnlos Funkbandbreite oder erzeugt Elektrosmog. Hier sollte Pinnacle dringend nachbessern.

Fazit

PCTV to go ist vor allem für die Videoübertragung innerhalb der Wohnung eine gute und ausgereifte Lösung. Als Videoquelle können neben Settop-Boxen auch DVD-Player oder Festplattenrekorder verwendet werden. Jedes Gerät, das über einen SCART-Anschluss verfügt, kann seine Bilddaten ins Heimnetz übertragen. Bei der Übertragung ins Internet wäre eine bessere Komprimierung nötig, um auch bei bescheidenen Upload-Raten eine gute Bildqualität zu erreichen.

Preise: PCTV to go wireless 249 Euro (399 Franken); Variante ohne Funklan 199 Euro (299 Franken)

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