AT&T-Anwälte stoppenkommerzielle iPhone-Hacks
Die Hacker von iphonesimfree wollen ihre Software-Lösung zur Löschung der iPhone-Fessel “demnächst” kommerziell anbieten. Die andere Gruppe, UniqueiPhone, hat ihren “Softwarerelease” angeblich nach Drohungen der AT&T-Anwälte “verschoben”.
Die beiden Gruppen, die beide behaupten, reine Software-Lösungen zur Entfesselung des Apple-Telefons gefunden zu haben (im Gegensatz zum 18jährigen George Hotz, der eine Hardware-Lösung inklusive Kurzschliessen zweier Kontakte auf der iPhone-Platine mittels Lötkolben vorschlägt) wollten beide bereits diese Woche mit dem Verkauf von “Lizenzen” an Einzelkunden “pro Einheit” beginnen.
Bereits am Samstag liess allerdings die Gruppe UniquePhones, die um drei Uhr früh mit der “Auslieferung” ihrer Software für angeblich irgendwas um die 25 Dollar pro iPhone beginnen wollte, auf ihrem Blog verlauten, eine Anwaltsfirma aus dem Silicon Valley habe ihr im Namen von AT&T mitten in der Nacht mit juristischen Schritten gedroht (erstaunlich, nicht wahr? Wer hätte DAMIT gerechnet?). Deshalb lasse man sich jetzt zurerst juristisch beraten und entscheide dann, wies weitergehe. Ob die Gruppe überhaupt eine funktionierende Software in ihre Besitz hat, ist allerdings derzeit noch absolut unbewiesen.
Anders im Fall der zweiten Gruppe, iphonesimfree. Die Hacker wollen nicht nur drei (3!) Medienoutlets mit einem “Gratishack” von iPhones beglücken, um die Funktionalität ihrer Software unter Beweis zu stellen - das gadget-Blog Engadget hatte bereits Gelegenheit, ein auf T-Mobile umgestelltes iPhone zu testen und der Öffentlichkeit im Video zu präsentieren.
Aber auch diese Gruppe hat bisher noch keine Software oder eins ihrer “500er Lizenz-Pakete” zum kauf angeboten. Man dürfte sich auch hier inzwischen heftigst mit der Rechtslage auseinandersetzen.
Mit dem Softwarehack könnten die Dämme brechen, die das begehrte Apple-Telefon bisher den US-Mobiltelefonbenutzern vorbehielten - denn das Telefon kann im Laden (anders als andere subventionierte Handies) ohne gleichzeitigen Abschluss eines Vertrags gekauft werden. Das bedeutet, dass auch Europäer sich das Gerät zuschicken lassen können.
Zwar ist die Entsperrung von Mobiltelefonen in den USA im November letzten Jahres ausdrücklich vom Schutz durch den Digital Millenium Millenium Copyright Act ausgenommen worden - aber nur unter der Bedingung, dass der Benutzer die Sperre knackt, um sich legalerweise in ein anderes Netzwerk einzubuchen. Ob die Herstellung und der kommerzielle Vertrieb von Software zu diesem Zweck legal ist, bleibt ebenso dahingestellt wie die Frage, ob die Hacker nicht aufgrund von zwei Dutzend anderer Gesetze durch Apple oder - viel eher - AT&T um jeden Preis am Vergolden ihrer Hackerleistung gehindert werden.
Ungemach droht allenfalls auch durch die Anbindung des iPhones an die Software iTunes. Zwar lässt sich die Zwangsaktivierung des Telefons durch den iTune-Store offenbar derzeit mit einer anderen Hackersoftware simulieren. Ob allerdings Apple nicht später zu ähnlich drastischen Massnahmen greift wie Microsoft, welche X-Box-Nutzer mit Hacker-Chips in ihrer Konsole aus dem Internet-Spieleabo auschloss, bleibt abzuwarten.
Für Europäer weniger ins Gewicht fällt die Falschbehauptung der Hacker, das freigeschaltete iPhone funktioniere mit jedem beliebigen Anbieter in den USA - es muss sich nämlich um einen GSM-Dienst handeln, und diese Technologie unterstützen von den grossen, nationalen Mobilfunkbetreibern in den USA nur gerade T-Mobile und AT&T.
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(27. August 2007 12:04)
(27. August 2007 12:27)
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