Versteckt sich UMTS im iPhone?

Neues aus der Gerüchteküche: Einige Fachjournalisten vermuten, dass Apple dem iPhone UMTS/3G-Fähigkeiten bereits in der Hardware mitgegeben hat und nur noch per Software aktivieren muss — beispielsweise als nettes Weihnachsgeschenk.

Vor dem Verkausstart jagten sich die Gerüchte darüber, was das iPhone alles können wird. Nun wissen wir es ja eigentlich, aber das reduziert die Spekulationen keineswegs. Wall-Street-Journal-Journalist Walt Mossberg, der normalerweise sehr gute Beziehungen zu Apple hat, mutmasst bereits, dass bald schon Flash-Fähigkeiten nachgeliefert werden könnten. Und die weltweite Hacker-Community vergnügt sich damit, ein Detail der iPhone-Software nach dem anderen aufzudecken, um dem grossen Ziel des SIM-Karten-Unlocking näherzukommen.

img_1279.jpgDer Spekulationswelle die Krone setzt nun der bekannte IT-Kolumnist Robert X. Cringely auf. Er vermutet, dass das iPhone eigentlich schon längst schnellen Datenverkehr beherrscht, aber dass Apple dieses Feature erst noch in der Software aktivieren muss.

Aber ist das überhaupt möglich? Nehmen wir diese Behauptung mal unter die Lupe.

Offensichtlich müssten die 3G-Features bereits in der Hardware vorhanden sein, wenn dem so wäre. Nun haben sich bereits verschiedene Spezialfirmen in den letzten Tagen damit beschäftigt, das iPhone zu zerlegen und herauszufinden, was da eigentlich alles eingebaut ist. Ergebnis: Keine Geheimchips, sondern mehr oder weniger normale Komponenten, die man auch in anderen Smartphones findet. Bei der EETimes kann man eine ausführliche Beschreibung nachlesen.

Diesen Berichten zufolge stammen die Funkchips von Infineon, und bei den fraglichen Typen handelt es sich um Schaltkreise, die für GSM und EDGE ausgelegt sind (z.B. der PMB 8876), also nicht für UMTS. Ist also Entwarnung angesagt?

Doch eins macht stutzig. Ausgerechnet bei den Chips, die für die Funkfunktionen verantwortlich sind, hat Apple die Produkt- und Herstellerbezeichnungen entfernen lassen, während bei den meisten anderen Chips deutlich zu sehen ist, worum es sich handelt. Die ersten Analysen basieren also auf Spekulationen, nicht auf eindeutigen Tatsachen.

Noch seltsamer: Einigen Berichten zufolge ist der zentrale Telefonchip (der GSM Transceiver) ein Infineon M1817A11. Komischerweise taucht dieser Typ aber weder im Produktkatalog von Infineon noch sonst irgendwo im Internet auf. Andere Analysten glauben nur festgestellt zu haben, dass der Chip definitiv von Infineon stammt, legen sich aber nicht auf einen bestimmten Typ fest. Es könnte also im Prinzip absolut sein, dass es sich dabei um einen neuen Chip handelt, der auch UMTS beherrscht.

Was soll man nun also glauben? Klar ist nur eins: Nicht alle Komponenten im iPhone sind eindeutig identifiziert worden, die meisten Aussagen beruhen bisher auf Vermutungen. Und: Bei vielen UMTS-Telefonen, zum Beispiel den meisten Nokias, lassen sich die UMTS-Funktionen in der Software komplett abschalten. Es ist also nach dem heutigen Kenntnisstand nicht auszuschliessen, dass Apple bereits schnellen Datenfunk im iPhone eingebaut hat, aber diese Fähigkeiten erst später aktivieren wird. Ob das aber eine wahrscheinliche Strategie ist, sei mal dahingestellt.

Aber man wird ja noch träumen dürfen…

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3 Kommentare

  1. leu
    schrieb am 7. Juli 2007 um 08:59 Uhr (#)

    und was ist mit meinem GPS Modul? Hat das schon jemand gefunden?

  2. Julian Schrader
    schrieb am 7. Juli 2007 um 19:04 Uhr (#)

    Was ist mit FCC Approval? Veröffentlichen die nicht, was sie gestatten?

  3. Stefan S.
    schrieb am 7. Juli 2007 um 20:21 Uhr (#)

    FCC hält Details auf Wunsch geheim, dies ist aber imho zeitlich begrenzt. Mal schauen :)

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