Tonlandschaften im Internet
Mit “Soundscapes” schafft es eine dritte Dimension in die Flache Welt des Internets: Google Earth wird mit Tausenden von geographisch korrekten Sounddateien angereichert.
Der Klang eines Ortes hängt von drei Schichten ab, sagt Bernie Krause von “Wild Sanctuary”: Den Klang der Landschaft, den Klang der Tierwelt an diesem Ort, und die Lärmkulisse der Menschen an diesem Ort. Krause besitzt nach eigenen Angaben die grösste Sammlung von “Ortsklängen” der Welt: 3500 Klangproben von verschiedenen Orten. Er nennt sie Soundscapes, und sie sind als neue Dimension der virtuellen Welt von Google, Google Earth, abrufbar - jeweils am Ort, wo sie aufgenommen wurden.
Krause zeigt an Aufnahmen aus dem Regenwald Indonesions, dass sich die Auswirkungen der Holzfällerei zwar nicht auf den Fotos und den Satellitenbildern abzeichnen - wohl aber in den Soundscapes von vor- und nach dem Einfall der Holzindustrie.
Krause zeigte damit auf der Geodaten-Konferenz Where 2.0 in San Jose, dass Klänge geographische Daten sind. Er berichtete von Stämmen im Amazonasgebiet, die sich im regenwald anhand von “Soundkarten” zurechtfinden: Selbst im dunkelsten Urwald orientieren sie sich punktgenau, nur anhand der sich minim ändernden Soundkulisse.
Zu finden sind die Soundscapes auf earth.wildsanctuaries.com.
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