Polycom Communicator im Test

Der Communicator von Polycom wird ja vielerorts in den höchsten Tönen gelobt. neuerdings.com ist der Sache nachgegangen und hat das Skype-Speakerphone getestet.

Wir haben ja bereits einige Freisprecheinrichtungen für Skype getestet (hier und hier). Bislang waren die Resultate jedoch immer eher enttäuschend: schlechte Qualität, zu leise Aufnahme, verzerrte Stimme und und und … Beim Polycom Communicator sollen all diese Probleme kein Thema sein. Gemäss Hersteller soll er sogar eine “high-fidelity voice quality” ermöglichen. Wir haben ein Testgerät aufgetrieben und es ausgiebig getestet.

Polycom Communicator im Test

Hier das Video zum Test in allerfeinstem CH-Hochdeutsch:

[flash]http://youtube.com/watch?v=Qo8GsY45-_U[/flash]

Die Installation gestaltet sich zwar recht einfach, jedoch hätte ich sie mir noch einfacher vorgestellt bzw. gewünscht. Plug’n'Play gibts beim Communicator nämlich nicht. Via Installations-CD muss man zuerst den neuesten Treiber runterladen und installieren. In Anbetracht dessen, dass der Communicator kein 08/15 Gerät ist, ist dies jedoch zu verkraften. Zudem finde ich es cool, dass auf der CD selbst keine Software gespeichert ist, man findet bloss eine Webpage vor, welche einem zum Treiberdownload führt. Dadurch hat man unabhängig vom Kaufdatum immer die aktuellste Treiberversion installiert. Dass man nach der Installation den Computer neu starten muss, finde ich zwar nervig (erinnert mich irgendwie an Windows 95-Zeiten), aber damit muss ich wohl oder übel leben.

Ja aber..

Nach der Installation nistet sich das Steuerungstool des Communicators in der Taskleiste ein, was ich eher etwas unnötig finde. Ich habe dort unten schliesslich schon genug Plunder. Nach der Installation gilt es, in der Systemsteuerung die Soundeinstellungen von Windows zu ändern. Sowohl bei der Soundwiedergabe und -aufzeichnung als auch bei der Stimmenwiedergabe und -aufzeichnung muss man das Windows Standardgerät bzw. die Soundkarte auswählen. Ist nämlich z.B. bei der Soundwiedergabe den Communicator ausgewählt (Standardeinstellung nach der Installation), kommen alle Sounds (also z.B. auch iTunes etc.) über den Communicator. In Skype muss man dann die Audiogeräte wie auf dem Screenshot unten einstellen. Damit läuft alles, was mit Skype zu tun hat auf dem Communicator und die restlichen Sounds kommen über die normalen Lautsprecher.

Skype-Einstellungen

Angeschlossen wird der Polycom Communicator via USB, eine externe Stromquelle ist nicht notwendig. Die Audioqualität ist wirklich überraschend gut. Es liegen Welten zwischen dem Communicator und den bislang von uns getesteten Geräten. Die Stimme tönt beim Gegenüber sehr natürlich und kommt dort klar aus den Lautsprechern. Ich habe den Communicator aus Distanzen zwischen 50cm und 2m getestet und mein inzwischen bewährter Testanrufer gab dem Communicator immer zehn von zehn Punkten. Echo oder Rauschen waren nie ein Problem. Der eingebaute Lautsprecher vermag ebenfalls zu überzeugen. Für einen so kleinen Lautsprecher ist er wirklich gut und notfalls könnte man den Communicator bei einer Präsentation oder so auch als PC-Lautsprecher benutzen (zuvor muss man aber wieder die Audioeinstellungen ändern). Das knapp 1m lange Kabel hätte von mir aus aber ruhig auch noch etwas länger sein können. Praktisch ist jedoch, dass man es in der Rückseite des Gerätes verstauen kann (siehe Video). Trotzdem muss man sagen, dass die Tonqualität des Communicators trotzdem noch nicht an die eines normalen Headsets (z.B. mein “15 Schweizerfränkli-Headset“) herankommt. Hier als Vergleich die Aufnahme eines Anrufes mit dem Communicator. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass das Rauschen bloss wegen meinen mangelnden Computerfertigkeiten (mein Skype-Recordingtool funzt seit Skype 3.0 nicht mehr) zu hören ist. Den Communicator würde ich aber dennoch uneingeschränkt empfehlen, wenn man kabellos über Skype telefonieren will. Der Communicator kostet circa ?150 und ist leider nur mit Windows kompatibel.

Weiterführende Links:
Polycom Communicator

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3 Kommentare

  1. IM
    schrieb am 16. März 2007 um 14:40 Uhr (#)

    Danke für euren “Test auf Zuruf”. Wir haben hier inzwischen 2 Stück im Einsatz. Sie werden immer dann verwendet wenn nicht nur eine Person im Raum ist, sondern mehrere Personen in einem Raum über einen Skypeaccount sprechen wollen. Die Gegenseite ist recht zufrieden mit der Qualität allerdings benötigt Skype immer ein wenig bis es sich auf das neue Gerät eingestellt hat, nachdem Skype kurz vorher mit Headset betrieben wurde. Ich würde mir noch ein reibungsloseres Umschalten zwischen komplettem Headsetbetrieb (an der Soundkarte) und daraufhin Communicator Betrieb (am USB) WÄHREND des Skype Gesprächs wünschen (typische Situation, dass Kollege in den Raum kommt und am schon laufenden Gespräch teilnehmen will).

  2. Schreibt hier auf dem Blog Damian Amherd
    schrieb am 16. März 2007 um 14:50 Uhr (#)

    Hi IM

    Also bei meinem Communicator mache ichs so, dass ich den Communicator immer eingesteckt habe. In Skype kann man dann während eines Gesprächs unten rechts auf das Kopfhörersymbol clicken und die auswählen, was man als Soundaufnahme- bzw. -wiedergabegerät haben möchte. Im laufenden Betrieb den Communicator einstecken kommt meist ja nicht so gut. Zudem spricht meiner Meinung nacht nichts dagegen, den Communicator auch alleine zu benutzen. Wenn man nicht will, dass der Bürokollege mithört, kann man ja einen Kopfhörer benutzen. Ein Headset würde so eigentlich überflüssig. Ich nehme aber an, dass bei euch die Geräte nicht fix zu einem Computer gehören sonder für alle bei Bedarf zur Verfügung stehen – dann ists natürlich nicht ganz so einfach.

  3. IM
    schrieb am 16. März 2007 um 15:05 Uhr (#)

    ja genau da liegt das Problem wir haben für mehrere Büros nur einen Communicator (sind ja nicht ganz billig) und hochwertige Headsets sind schon an jedem Rechner. Das Mikro am Communicator ist zwar für eine Freisprechlösung gut, aber ein wie Du ja auch schon geschrieben hast kommt ein 15Eur Headset locker ran (von einem guten Plantronics ganz zu schweigen).

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