Nokia E61 im Test, Teil 3:
Die Software

Andreas Göldi, 28. Juli 2006 05:04 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Links zu Teil 1 und Teil 2.

Im dritten Teil des Tests nehmen wir die eingebaute Software und die Bedienungsfreundlichkeit des Nokia E61 genauer unter die Lupe.

Anders als die Konkurrenz aus dem Windows-Mobile- und Treo-Lager hat das E61 keinen Touchscreen, sondern wird ausschliesslich über die 47 Tasten und den Joystick bedient. Das ist in den meisten Situationen nicht unbedingt ein Nachteil, denn die Software ist auf die Benutzung mit einigen wenigen Funktionstasten optimiert.

Man merkt man deutlich, dass Nokia nach wie vor führend bei der Entwicklung von Benutzeroberflächen für Mobilgeräte ist. Das Userinterface macht meistens genau das, was man erwartet, und alle wesentlichen Funktionen sind schnell erreichbar. Fummlige Icon-Klickereien wie bei Windows Mobile kann man vergessen, das E61 lässt sich auch einhändig vollumfänglich und effizient bedienen. Die alphanumerische Tastatur des E61 wird gut ausgenutzt: In den meisten Applikationen gibt es nützliche Shortcuts, mit denen man per Tastendruck häufig gebrauchte Funktionen aufrufen kann. Ein praktisches Scrollrad wie ein BlackBerry hat das Nokia hingegen nicht, aber mit dem Joystick kommt man auch gut zurecht.

Meistens ist das E61 auch angenehm schnell. Anders als bei anderen Smartphone-Plattformen gibt es bei diesem Gerät nur selten eine “Denkpause”. Das Symbian-Betriebssystem ist bekannt für sein effizientes Multitasking und seine Stabilität, und diese Vorteile hebt auch das E61 von der Konkurrenz ab. Auch bei übelster Misshandlung mit exotischer Software muss man das Gerät sehr selten mal neu starten, vom täglichen rituellen Reboot wie bei Windows Mobile ganz zu schweigen.

Von einem Messaging-Handy sollte man ja eigentlich erwarten, dass vor allem die Mail-Applikation positiv heraussticht. Leider ist das beim E61 nicht unbedingt so. Die Mail-Applikation ist brauchbar und ganz in Ordnung, aber bietet weder die einfache Eleganz eines BlackBerry noch den Feature-Reichtum von Windows Mobile. POP3 und IMAP4 werden vernünftig unterstützt, aber mit weniger Einstellmöglichkeiten als bei der Konkurrenz. Immerhin kann man sich billige Push-Mail mit IMAP IDLE basteln, aber das wird leider noch nicht von allen Internet-Providern unterstützt. Ergänzende Module für die Zusammenarbeit mit BlackBerry- oder Microsoft-Exchange-Servern werden als Plugins für die eingebaute Messaging-Applikation geliefert, so dass man immerhin nicht mit verschiedenen Applikationen balancieren muss. Auch SMS und MMS werden im gleichen Umfeld verarbeitet, aber leider ohne Nettigkeiten wie die “Chat”-Ansicht beim Treo. Heavy User von SMS werden mit dem E61 darum nur bedingt glücklich sein.

Ganz ähnlich sieht es mit den Organizer-Anwendungen aus: Kalender und Kontaktverwaltung sind recht nett und entsprechen dem heute üblichen Standard, aber stechen in keiner Weise besonders heraus.

Auch die Office-Applikationen des E61 überzeugen nicht ganz. Zwar können Excel-Sheets, Word-Files und einfachere PowerPoint-Präsentationen einigermassen lesbar dargestellt werden, aber Editieren ist meistens ziemlich qualvoll. In diesem Fall rächt sich die Abwesenheit eines Touchscreens deutlich. Aber realistisch betrachtet wird auch kaum jemand mit einem solchen Smartphone längere Texte oder umfassende Spreadsheets verfassen, so dass dieser Nachteil verkraftbar ist.

Ein absolutes Prachtstück ist hingegen der Web-Browser des E61. Ohne Übertreibung kann man wohl sagen, dass dieser Browser Masstäbe bei den PDAs und Smartphones setzt. Das hat nicht nur mit den Features zu tun, sondern mit vielen Details, die das Browsen sehr angenehm machen.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Nico

    schrieb am 13. August 2007 um 16:21 Uhr (#)

    Vielen Dank für den ausführlichen Test!


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