OQO im Test:
Die Hardware im Detail

Andreas Göldi, 10. März 2006 10:17 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Und hier Teil 3 unseres OQO-Tests (Links: Teil 1, Teil 2).

Als nächstes nun ein genauerer Blick auf die Hardware des OQO:

Im Innern tut ein Transmeta Crusoe mit 1 GHz Taktfrequenz seinen Dienst. Das ist nicht gerade der Traumprozessor eines Performance-Freaks, um es mal vorsichtig zu sagen. Die Transmeta-CPUs sind auf Energieeffizienz ausgelegt und nicht auf Leistungsmaximierung. Insbesondere bleiben diese Chips vergleichsweise kühl. In einem winzigen Gehäuse wie dem des OQO würde jeder andere Prozessor vermutlich zum Schmelzen der umliegenden Plastikteile führen. Aber auch so braucht der OQO noch einen eingebauten Lüfter, der sich bei CPU-intensiven Tätigkeiten lautstark einschaltet. Kaum zu glauben, dass dieses kleine Ding manchmal lauter sein kann als ein ausgewachsener Desktop-PC. Trotz der intensiven Lüftung wird der OQO bei Dauerbetrieb immer noch recht warm, aber nie ungemütlich heiss, wie man das von einigen Laptops kennt.

Man kann mit der reduzierten Leistung eines Transmeta-Chips ganz gut leben, wenn man die Eigenschaften dieser CPU kennt und berücksichtigt. Durch die Code-Morphing-Technologie von Transmeta muss Programmcode erst nochmals für den Prozessor umcompiliert werden, wodurch die Startzeiten von Applikationen deutlich länger werden als auf normalen Intel- oder AMD-Chips. Man sollte also auf einer Transmeta-Maschine vermeiden, Applikationen ständig zu öffnen und zu schliessen. Mit seinen 512 MB RAM kann der OQO durchaus einige offene Anwendungen vertragen.

Das Display des OQO misst 5″, was gerade noch eine vernünftige Bedienung erlaubt. Die Auflösung beträgt 800×480 Pixel — nicht viel, aber für die meisten Anwendungen noch OK. Natürlich kann auch ein externer Monitor angehängt werden, der dann mit bis zu 1280×1024 Pixeln beliefert wird. Die Helligkeit des OQO-Displays kann nicht ganz mit grossen Notebooks mithalten, dafür ist es aber dank seinem transflektiven Prinzip auch im direkten Sonnenlicht noch gut ablesbar.

Der Videochip im OQO bietet zwar 3D-Beschleunigung, aber verfügt nur über 8 MB Video-RAM. In die Versuchung, aufwendige Bildbearbeitung oder Videoschnitt zu betreiben, wird man daher nicht kommen, von High-End-Gaming ganz zu schweigen.

Wenn man das Display hochschiebt, kommt die eingebaute Mini-Tastatur des OQO zum Vorschein (gibt es derzeit nur im amerikanischen QWERTY-Layout). Von allen Winzig-Tastaturen, die ich bisher ausprobiert habe, ist das deutlich die beste. Die Tasten haben einen recht grossen Abstand und klaren Druckpunkt, das Layout ist ziemlich clever, und eigentlich sind alle Tasten dort, wo man sie erwartet. Mit etwas Übung erreicht man recht gute Tippgeschwindigkeiten.

Zur Maussteuerung steht ein Trackstick zur Verfügung, das ist so ein “Radiergummi”, wie er auch in IBM-Notebooks verwendet wird. Alternativ bietet der OQO aber auch einen digitalen Stift an, der wie bei Tablet-PCs nach dem aktiven Prinzip funktioniert. Das heisst, dass das OQO-Display nicht berührungsempfindlich ist, sondern nur auf den Spezialstift reagiert.

Leider ist die Treffgenauigkeit des Stifts nicht über alle Zweifel erhaben. Ausserdem ist die Display-Oberfläche des OQO nicht so hart (vermutlich aus Gewichtsgründen) wie bei Tablet-PCs. Bei jeder Stift-Aktion gibt sie etwas nach, was lokale Verfärbungen produziert — genau so, wie wenn man mit dem Finger auf einen normalen LCD-Screen drückt. Somit ist der OQO als Tablet-PC nicht gerade besonders gut geeignet, auch wenn er neuerdings auch mit XP Tablet Edition lieferbar ist.

Die Batterielebensdauer wird vom Hersteller mit 3-4 Stunden angegeben, aber wie immer bei diesen Versprechungen sieht die Realität anders aus. 2-3 Stunden sind bei normaler Benutzung eher realisitisch, abhängig vor allem auch davon, wie stark man WLAN und Bluetooth benutzt. Demnächst lieferbar ist eine Batterie mit doppelter Kapazität, womit man dann fast schon einen ganzen Arbeitstag lang mit dem OQO arbeiten kann.

Der Rest ist schnell erzählt: Es gibt WiFi und Bluetooth, eine 30-GB-Platte, ein praktisches kleines Scrollrad aussen am Gehäuse, ein eingebautes Mikrofon und neben dem USB- auch einen FireWire-Port.

Einen besonderen Charakter erhält der OQO durch ein paar nette Designdetails. Im Standby-Modus beispielsweise blinkt die Power-LED nicht einfach ordinär wie bei normalen Notebooks, sondern glimmt weich pulsierend vor sich hin. Die Batterie enthält einen Testknopf, nach dessen Betätigung vier Leuchtdioden den Ladestand anzeigen. Das tun sie aber nicht einfach so, sondern mit einer dramatischen Animation und hell strahlend. Überflüssig, aber schön. Auch bei diesen netten kleinen Effekten ist die Apple-Verwandtschaft wieder deutlich spürbar.

Im nächsten Teil: Der OQO in der Praxis.

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1 Kommentar

  1. M.
    schrieb am 10. März 2006 um 15:32 Uhr (#)

    4 bis 6 Stunden als ein ganzer Arbeitstag? ;)

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