Thema: Portables

 

Alle 379 Artikel zum Thema Portables auf neuerdings.com:

OQO im Test:
Einsatz in der Praxis

Und hier Teil 4 unseres OQO-Tests (Links: Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Die wesentlichste Frage rund um den OQO ist natürlich: Braucht man wirklich einen so kleinen PC, und wozu ist er tatsächlich gut?

Nun, um es vorwegzunehmen: Wer kein Problem damit hat, sein Notebook überall hin mitzuschleppen und/oder bisher wunderbar ohne PDA ausgekommen ist, wird kaum zur Zielgruppe des OQO gehören. Potentielle OQO-Kunden sind am ehesten Leute, die optimale Computer-Mobilität wollen, aber mit ihrem PDA nicht glücklich sind.

Was kann der OQO, was mit einem High-End-PDA nicht möglich ist? Nun, natürlich eine ganze Menge. Es gibt halt immer noch sehr viele Anwendungsbereiche, für die die typische PDA-Software längst nicht ausreichend ist.

Beispiel Bloggen: Wer schon einmal versucht hat, auf einem PDA (egal ob Windows Mobile, Symbian oder Palm) einen etwas komplexeren Blog-Eintrag zu verfassen (bisschen Text, ein paar Links, ein paar Bilder) wird mir vermutlich zustimmen: Das ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Ähnlich sieht es aus mit Web-Browsen, Textverarbeitung, Präsentationssoftware oder e-Mail: Die PDA-Versionen dieser Programme sind bestenfalls als Notnagel gut, aber kaum zum ernsthaften Arbeiten geeignet. Der OQO mit seiner voll ausgebauten Windows-XP-Funktionalität spielt da in einer ganz anderen Liga.

Der OQO hat eigentlich drei typische Einsatzformen:

1. Unterwegs im Kompaktformat, Bedienung mit Stift oder der eingebauten Tastatur. Dabei hat man so das typische PDA-Feeling, aber halt mit mehr Leistung. Als vollwertiger Tablet-PC taugt der Kleine hingegen kaum, dazu ist die Screenfläche zu klein und der Stift zu ungenau.


Der OQO in seiner natürlichen Umgebung (Foto nachgestellt)

2. In einem semimobilen Umfeld (z.B. im Zug oder am Flughafen) kann man eine Reisetastatur und Maus anhängen und dann mit dem OQO arbeiten wie mit einem Notebook, vom kleinen Bildschirm mal abgesehen.


Der OQO mit Bluetooth-Tastatur von ThinkOutside sowie externer Maus.

3. Zu Hause oder im Büro in der Dockingstation mit externem Bildschirm und Full-Size-Tastatur. Da ist der OQO dann von einem normalen PC nur noch aufgrund seiner etwas geringeren Geschwindigkeit zu unterscheiden.


OQO im gedockten Zustand

Laut Hersteller hat der OQO den Anspruch, potentiell der einzige Computer zu sein, den man braucht. Unterwegs im kompakten Mini-Format, im Büro an der Dockingstation, so soll man den OQO den ganzen Tag lang einsetzen. Das ist zwar durchaus möglich, aber ich kann mir nur schlecht vorstellen, dass die meisten Leute mit den doch begrenzten Leistungsmerkmalen des OQO wirklich in allen Situationen zufrieden wären. Typischerweise wird der OQO wohl eher ein Zweitcomputer sein, den man neben einem Desktop-PC oder leistungsfähigen Laptop einsetzt.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, kürzere Geschäftsreisen oder sonstige Ausflüge nur mit dem OQO zu machen. Man braucht auf keine Funktionalität zu verzichten und hat doch erheblich weniger zu schleppen als mit einem ausgewachsenen Notebook. Auch als Mini-Tablet fürs bequeme Surfen zwischendurch, als e-Book-Reader oder mobile Blogging-Station ist der OQO hervorragend geeignet. Für die tägliche Arbeit hingegen ist aber etwas mehr Power schon schöner.

Nächste Folge: Der OQO an der CeBIT.

Live von der CeBIT:
Origami- (bzw. UMPC, Q1, Touchpack, Dialkeys)-Usability

Der Origami-Pre-Hype hatte sich ja wie gesagt etwas unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit abgespielt, was man am Samsung-Stand (es gibt diverse, dieser ist Halle 1, Stand B41) auch deutlich merkte. Manchmal standen Trauben von Menschen um die “normalen” X60-Notebooks herum, während sich fast niemand für die drei ausgestellten Q1-Geräte (so heisst die Umsetzung von Samsung, hier sind alle drei derzeit verfügbaren Geräte auf einen Blick) interessiert. (Der Q1-Mensch von Samsung sagt allerdings, das war gestern morgen direkt nach Enthüllung teilweise anders.) Und auch der sporadisch auftretende Moderator blickt bei seinen beiden Fragen: “Was ist das tollste hier am Stand?” sowie “OK, dann sage ich es Ihnen: der Q1. Und was ist das, der Q1?” immer nur in verständnislose Gesichter.

Uns sollte es recht sein, denn so konnten wir mit dem Q1 ausgiebig fast eine Stunde lang herumspielen – praktischerweise von den drei ausgestellten mit dem, der via Bluetooth und dem nebenstehenden Samsung-Handy per UMTS online war. (Wenn auf einem neuen Gerät keinerlei Content ausser einem Flash-Promovideo ist, hilft das Internet doch ungemein.)

Das es schon in diversen Blogs viele Fotos der Hardware gibt, haben wir uns auf die ergonomischen Aspekte konzentriert, und dabei vor allem auf die verschiedenen Möglichkeiten der Blickfänger bei allen Origami-Fotos ist ja die virtuelle Tastatur “DialKeys”, die über den Bildschirminhalt gelegt werden:

Die sitzen als Applikation in der Taskleiste und können von dort aus gestartet und konfiguriert werden:

Kurz vorher hatten wir uns noch gewundert, wieso die auf den verschiedenen Fotos immer anders aussehen, aber das erklärt sich beim näheren Hinsehen schnell: Man kann zwei Styles einstellen, nämlich Black und White:

Die schwarzen sehen dann so aus:

Ausserdem kann man die Opazität einstellen, also die “Blickdichte”:

Bei 20% sieht man wenig von den DialKeys:

Bei 100% sieht man die DialKeys prima, aber dahinter nichts mehr:

Sonderzeichen gibt es auch noch. Hinter dem Schraubenschlüssel, links:

… und rechts:

Weitere einstellbare Optionen:

Warum heisst die Herstellerfirma eigentlich Fortune Fountain? Ist das Ihr Wunschtraum hinsichtlich der Verbreitung dieser Software?

Soweit zur Konfiguation. Aber wie tippt es sich nun? Eine URL wie “neuerdings.com” ist natürlich schnell eingegeben, auch mit ein bisschen Suchen:

Aber der richtige Härtetest ist es natürlich, einen längeren Text zu schreiben. Wenigstens mal eine Mail.

Der Login bei Gmail ging problemlos. Aber dann: Ohne Pen schaffte es es trotz diverser Versuche nicht, oben links auf “Neue Nachricht” klicken:

Lag das nur an meinem zu dicken Daumen? Wohl nicht, denn die DialKey-Tastatur war einfach im Weg. Mit der Pfleil-Taste rechts unten kann man sie temporär “einfahren”:

… woraufhin sie sich bis auf ein kleines Kreissegment in die Ecke zurückzieht, mit dem man sie auch wieder ausfahren kann:

Trotzdem, zum Anklicken von Links und auch von Windows-Icons ist es am besten, wenn man den Pen zu Hilfe nimmt. Der hinten im Gerät steckt. Allerdings braucht man ihn ziemlich oft beim Arbeiten, immer mit Wechsel mit der Tastatur, so wie halt sonst die Maus. Wenn man ihn jedes Mal hinten wieder reinsteckt, ist das genauso mühsam, als wenn man ihn beim Daumentippen auf den DialKeys wie eine Zigarette zwischen die Finger klemmt.

Pen mal aussen vor, wie tippt es sich denn nun eigentlich? Ich habe genau eine Mail geschrieben, und zwar diesen kleinen Text:

Hallo Andreas
Bin angekommen am Samsung~Stand und schon geraume Zeit am Tippen, das Interesse ist nicht so riesig, ist wohl eher noch ein Insider~Tipp. Ist ganz lustig mit den DialKeys, aber doch seehr lansam.
ALL the best from CeBIT (German text recognition not yet implemented)
Peter

Man beachte die hübschen Tilden, wo eigentlich Bindestriche sein sollten, da hab ich mich mit den Sonderzeichen nicht zurecht gefunden.

Ich fand’s generell sehr anstrengend. Für den Text (er hat 285 Zeichen) habe ich etwa neun Minuten gebraucht, und das mit den Fehlern, die man sieht. Ich habe ihn gerade mal zum Vergleich per Tastatur eingegeben, da habe ich 65 Sekunden gebraucht, ich schreibe also mit meinem nichtlehrbuchartigen System etwa 260 Anschläge pro Minute. Mit dem Q1 war ich heute bei rund 30 Anschlägen.

Wenn die Lernkurve der DailKeys zu steil ist, fürchte ich, werden viele Leute einfach auf die normale Tastatur umschalten, und dann ist nichts gewonnen. Die übrigens so aussieht:

Ja, Skype wollte ich ausprobieren, aber das ging anscheinend auf dem E-Plus-Netz nicht, ich habe jedenfalls keinen Kontakt gefunden.

Die anderen beiden Tastaturmodi habe ich auch noch ausprobiert. Die normale Schrifterkennung war ziemlich gut, jedenfalls auf Englisch:

Inzwischen hatte sich natürlich die Dialup-Verbindung wegen Inaktivität abgemeldet, also Pen suchen, wieder einloggen, und Mail endlich absenden:

Puh.

Der Vollständigkeit halber sei noch der dritte Modus erwähnt, so eine Art zeichenweises OCR. Da habe ich dreimal versucht, neuerdings zu schreiben, und das Resultat sah etwa so aus:

Und noch eine Sache zur Ergonomie: Hardware und Software können definitiv nicht gleichzeitig entwickelt worden sein. Wenn man das Gerät mit beiden Händen halten will, ist einem rechts unten das Stromkabel komplett im Weg:

Fazit: Ich fand es sehr anstrengend, wie gesagt, aber das ist natürlich eine neue Schnittstelle immer. Wenn engadget schreibt: “Ahh, those new DialKeys feel good. It’s actually an effective way to enter text”, glaube ich nicht, dass sie mehr als zehn Zeichen eingegeben haben. Bis dahin ist es nämlich noch lustig, aber nicht viel länger.

Ich denke aber durchaus, dass die (schnelle) Bedienung grundsätzlich lernbar ist. (Wobei es auch objektive Hindernisse gibt, die einen am schnelleren Schreiben hindern, etwa dass das Komma auf der zweiten Ebene liegt.) SMS ist ja auch eine schlimme Benutzerschnittstelle, und die können wir inzwischen ganz gut. Die Frage ist also, ob man es lernen will? Und solange es eines relevanten Aufwands bedarf, sich in das Tippen “einzuarbeiten”, kommt es wieder auf die Zielgruppe an. Wer macht das? Die Teenie- und Gamer-Generation, die könnte das problemlos lernen, falls die mit dem Ding demnächst IMs austauschen soll. Aber die kauft sich für das Geld wohl lieber eine Konsole mehr. Geschäftsleute? Sind ja sowieso eher nicht gemeint als Zielgruppe.

Würde ich es probieren? Ja, aber ich würde den Laptop sicherheitshalber immer in Reichweite haben wollen, falls ich mal dringend etwas Normales schreiben müsste, was ja vorkommen soll.

Origami/UMPC:
eine erste Analyse

Die Enttäuschung in der Gadgetszene ist nicht zu überhören: Microsoft und Intel haben mit dem Ultra-Mobile PC alias Origami heute keinen phantastischen Technologiesprung gezeigt, wie viele gehofft hatten, sondern “nur” ein neues Produktkonzept vorgestellt. Der UMPC verwendet längst bekannte PC-Technik, altbewährte Software und nicht einmal eine besonders attraktive Verpackung. Ist diese neue Geräteklasse darum jetzt schon zum Scheitern verurteilt?

Nicht, wenn die Hersteller den UMPC nach diesem eher schwachen Start richtig vermarkten. Diese Produktklasse ist nicht für Poweruser und Gadget-Fanatiker gedacht, sondern für preisbewusste Konsumenten. Den mobilen Manager oder globetrottenden IT-Consultant kann man sich nur schlecht mit einem Origami unter dem Arm vorstellen, die Schülerin, den Studenten oder die junge Berufsanfängerin hingegen schon wesentlich eher. Und genau auf diese Zielgruppen, die sich bisher kaum die teuren Tablet-PCs oder Subnotebooks leisten konnten, zielt der UMPC. Auffällig ist an den Werbevideos, dass fast nur Leute unter 25 und mehrheitlich Frauen als User gezeigt werden. Intel und Microsoft wollen sich unbedingt diese bisher eher schlecht erschlossenen Segmente sichern, bevor andere — zum Beispiel Apple — zu stark werden.

Fragt sich nur, ob der UMPC dafür einen ausreichend hohen Coolness-Faktor mitbringt, mal ganz abgesehen vom umständlichen offiziellen Namen. Die neuen Zielgruppen kaufen nicht primär Technik, sondern ein Lebensgefühl und Mode-Statements. Ob die Geräte einen VIA- oder Celeron-Prozessor haben, ist den UMPC-Zielkunden herzlich egal — welche Farbe das Gehäuse hat, hingegen nicht.

Die heute an der CeBIT gezeigten Designs sind aber leider nicht gerade aufregend, was angesichts der bisher bekannten Hersteller — Samsung, Asus, Founder — auch nicht sehr überrascht. Und noch ein Hindernis gibt es: Das Betriebssystem (Windows XP) wurde ursprünglich für Business-Anwendungen entwickelt, und die daraus resultierende Komplexität spürt man an jeder Ecke. Das User-Interface wurde nicht, wie in der Unterhaltungselektronik sonst üblich, völlig neu und nur für diesen Anwendungszweck entwickelt, sondern schleppt den historischen Ballast von 25 Jahren PC-Evolution mit sich herum. Und: Eine so perfekte Integration mit Online-Medienshops wie Apple können die UMPC-Hersteller bisher nicht bieten. Ein klarer Nachteil für ein unterhaltungsorientiertes Gerät

Es ist grundsätzlich sicher positiv, dass Microsoft und Intel den Anwendungsbereich des PCs ausdehnen wollen. Aber das ist natürlich primär ein defensiver Schachzug, denn für die meisten Konsumenten sind Windows-PCs bisher nicht unbedingt eine Produktkategorie, die sie mit Unterhaltung assoziieren. Andere Anbieter haben da wesentlich mehr Erfolg. Der Kampf ums Wohnzimmer, um den Studenten-Rucksack und die Damenhandtasche geht in die nächste Runde.

Insofern war die Origami-Kampagne aber bisher ein klarer Flop: Die Aufregung in der Gadget-Szene war gross, aber in der Mainstream-Presse fand das Thema praktisch nicht statt. Erfolgreich wird der UMPC aber erst dann, wenn nicht Engadget, sondern Elle darüber berichtet.

OQO im Test:
Schon Auspacken macht Freude

Und hier der zweite Teil aus der Reihe “Der real existierende Ultra-Mobile PC”: Der OQO Model 01+.

Man merkt sofort, dass einige der Gründer der Firma OQO früher mal bei einem bekannten Hersteller von MP3-Playern gearbeitet haben. Die Verpackung ist wohl nicht ganz zufällig beim iPod abgekupfert und legt es auf den gleichen Effekt an: Hier drin ist kein technisches Gerät, sondern ein schönes Objekt. Ein Kunstwerk. Ein Fetisch.

Nun, ganz so hübsch wie ein iPod ist der OQO dann doch auch wieder nicht, auch wenn er sich im Vergleich mit anderen Geräten dieser Kategorie wirklich sehen lassen kann. Das Ding liegt gut in der Hand und wirkt sehr solide verarbeitet.

Als Zubehör bekommt man ein interessantes Dockingkabel. Externe Anschlüsse sind auch dringend nötig, weil auf dem winzigen OQO kein Platz für so viele Buchsen ist. Eingebaut im Gehäuse sind nur ein USB-Anschluss, ein Firewire-Anschluss, eine Kopfhörerbuchse sowie ein paar proprietäre Docking-Stecker.

Die externen Anschlüsse (Monitor, Ethernet, USB, Strom, Sound) sind auf dem Dockingkabel in regelmässigen Abständen verteilt angebracht. Das hat gegenüber einem separaten Dockinggehäuse den Vorteil, dass es erheblich besser transportierbar ist. Einen Beitrag zur Vermeidung von Kabelsalat leistet diese Lösung aber nicht, denn die Anschlusskabel müssen in ziemlich merkwürdigen Winkeln eingesteckt werden.

Ausserdem mitgeliefert wird noch das Netzteil samt Zigarettenanzünder-Adapter sowie ein Tischständer aus Metall, auf dem man den OQO parken kann, wenn er gedockt wird.

Der reisefertige OQO samt Zubehör wiegt kaum ein Kilo und lässt sich gut verstauen. Das ist wirklich ein klarer Mobilitätsvorteil selbst gegenüber einem kompakten Subnotebook.

Im nächsten Teil: Die Hardware im Detail.

Origami ist tot, es lebe der UMPC

Eigentlich, müsste man meinen, ist es ja nicht so schwer zu verstehen: Wenn man Produkte an Konsumenten verkaufen will, ist es vorteilhaft, einen knackigen, aufregenden, schönen, leicht zu merkenden oder zumindest kurzen Namen für sein Produkt zu haben. Jeder Autohersteller weiss das und nennt seine fahrbaren Untersätze darum nicht “VX-P87i”, sondern Avensis, Corsa, Hummer oder was auch immer. Oder zur Not noch “5er”.

Nur die Elektronikbranche, oder zumindest ein Teil davon, sieht das anders. Neustes Beispiel sind Microsoft und Intel. Nachdem das neue Konzept für Kleinst-PCs in den letzten Wochen unter dem Codenamen “Origami” für viel Aufsehen gesorgt hat, ist die heutige offizielle Ankündigung nicht nur von den vorgestellten Features her eine ziemliche Enttäuschung. Nein, es wurde auch mitgeteilt, dass der schöne Projektname nur temporärer Natur war und die neue Geräteklasse offiziell “Ultra-Mobile PC” oder eben UMPC heisst.

Kann man sich richtig schon gut vorstellen, wie die Konsumenten diesen Begriff lieben und pausenlos verwenden werden:

“Hey Mann, was geht? Hast Du schon meinen neuen Ultra-Mobile PC ausgecheckt?”

“Schatz, weisst Du, wo mein Ultra-Mobile PC liegt? Ich muss gleich los.”

Diese Sätze klingen irgendwie besser, wenn man z.B. stattdessen “iPod” einsetzt. Komisch, nicht?

Auch nicht wahnsinnig aufregend ist das, was Microsoft zu diesen Geräten softwaremässig beisteuern wird. Es handelt sich um normales Windows XP Tablet Edition, ergänzt um eine Erweiterung namens “Touch Pack“. Selbige könnte man kurz umschreiben als “Windows-Oberflläche für Touchscreen und dicke Finger”. Alle Elemente sind halt etwas grösser, und dazu gibt es eine merkwürdige Bildschirmtastatur, aber das war dann auch schon alles.

Samsung-Pressekonferenz:
UMPC und anderes

Samsung stellt ja alle möglichen Produkte her, unter anderem Drucker. Heute wurde an der Pressekonferenz beispielsweise der kleinste Farb-Laserdrucker der Welt angekündigt, mit einem Gewicht unter 14kg. Auch neue Laptops gibt es von Samsung (natürlich auf der Core-Duo-Plattform von Intel), einen Miniatur-Datenprojektor und ausserdem diverse MP3- und Mobile-TV-Produkte.

Gewartet haben wir aber natürlich vor allem auf die Ankündigung des Ultra-Mobile PCs (alias Origami) von Samsung. Erzählt wurde heute aber nur, was wir im Prinzip schon wussten: Kleiner Tablet-PC, Celeron-Prozessor, Zielgruppe Konsumenten. Morgen soll es nochmal eine getrennte Pressekonferenz mit mehr Details nur zu diesem Thema geben. Die machen es aber wirklich spannend…

Origami:
Erste Enttäuschung und Tippen im Kreis

Das ging aber schnell: Noch bevor Microsofts Origami-Projekt offiziell angekündigt ist, bevor wir also wissen, was das Ding denn nun wirklich ist/macht/kann/soll sind schon alle enttäuscht. Eigentlich kein Wunder, nachdem die Gadget-Blogger wochenlang die Erwartungen in luftige Höhen getrieben haben. Da musste mal ein Absturz kommen.

Die bisher bekanntgewordenen Leistungsdaten der ersten Origami-Geräte sind tatsächlich nicht besonders beeindruckend. Zunehmend werden aber auch noch andere Details bekannt, die zunächst vor allem zu Stirnrunzeln führen: Auf einer CeBIT-Website ist gestern ein Bild aufgetaucht, das eine kreisförmige Bildschirmtastatur zeigt. Mit den Daumen kann man so direkt auf dem Touchscreen tippen. Vorausgesetzt natürlich, dass man erstmal die Bedienung dieser komplett anders geformten Bildschirmtastatur erlernen will. Da freut sich der Ergonomieexperte.

Mal abgesehen von solchen Überlegungen haben virtuelle Bildschirm-Tastaturen in der Praxis noch ein ganz anderes, viel banaleres Problem: Fettige Fingerabdrücke. Vor Jahren habe ich mich mal mit dem Pacebook (sozusagen einem frühen Origami-Vorläufer im Geiste) herumgeschlagen, das auch so ein Screen-Keyboard anbot. Nach dem Tippen auch schon kürzerer Texte sah das Display dann meistens aus, als ob es jemand mit Bratfett imprägniert hätte. Der Hersteller lieferte vernünftigerweise ein High-Tech-Putztuch gleich mit. Einziger Workaround: vor jedem Tippen erstmal die Hände waschen oder Handschuhe tragen.

Das sind so die kleinen Details, die die Freude an einem ansonsten hübschen Gadget stark dämpfen können. Eins ist darum klar: Für Vielschreiber sind die Origami-Geräte garantiert nicht gedacht.

Der real existierende Ultra Mobile PC

Die Hype-Maschine läuft auf Hochtouren: Microsoft und Intel wollen uns zur CeBIT die nächste Generation der tragbaren PCs unter den Codenamen Origami bzw. UMPC verkaufen. Doch alles sieht im Moment danach aus, als ob noch einige Monate ins Land gehen könnten, bis man die neuen Wunderdinger auch wirklich kaufen kann.

Ein guter Anlass, um einmal etwas näher zu beleuchten, was man bei ultraportablen PCs denn hier und heute schon haben kann. Ausgesucht haben wir uns zum Test den OQO Model 01+, den wohl profiliertesten Vertreter dieser Gattung.

Der OQO ist ein vollwertiger kleiner Windows-PC — ein, sehr, sehr kleiner Windows-PC. Man kann sich die Grössenverhältnisse am besten vor Augen führen, indem man ein A4-Blatt zweimal faltet. Die resultierende Fläche (A6) entspricht etwa der Grundfläche des OQO. Die Dicke des Geräts beträgt keine 2.5cm, das Gewicht gerade mal 400 Gramm. Damit passt der OQO noch locker in jede Jackentasche, auch wenn man seine Anwesenheit deutlich spürt. Trotzdem: Der OQO ist ein PC, den man tatsächlich jederzeit dabei haben kann, falls man das unbedingt will.

Mit einem 1GHz-Transmeta-Prozessor, 512 MB RAM und einer 30GB-Harddisk ist der OQO natürlich kein Powerrechner, aber doch bestens geeignet für die gängigsten PC-Anwendungen. Mit seiner eingebauten Mini-Tastatur ist er ausserdem im Gegensatz zu tastaturlosen Tablet-PCs auch für das Verfassen kürzerer Texte unterwegs ein geeignetes Werkzeug.

Wir werden in den nächsten Tagen den OQO in mehreren Posts auf Herz und Nieren prüfen. Der Kleine darf natürlich auch mit an die CeBIT und soll sich dort als ultramobiles Blogging-Werkzeug bewähren.

Origami-Hype:
Derzeit noch viel Verwirrung, morgen hoffentlich die Auflösung

So langsam festigt sich die allgemeine Meinung, dass es sich bei Microsofts geheimnisvollen Origami-Projekt und Intels “Ultra Mobile PC” (UMPC) um ein und dasselbe Konzept handeln muss, nämlich um tragbare Kleinst-Windows-Rechner. Während Microsoft noch geheimniskrämerisch auf die für morgen angekündigte offizielle Ankündigung vertröstet, sind bei Intel schon längst diverse Details durchgesickert: die ersten UMPCs sollen unter Windows XP laufen und ca. $1000 kosten, spätere Modelle werden aber das Konsumentenbudget nur noch um die $500 erleichtern. Offensichtlich zielt man auf den Massenmarkt.

Die bisher gezeigten Prototypen erinnern an kleine Tablet-PCs, aber offenbar verfolgt man mit dieser neuen Device-Klasse andere Ziele: Während Tablet-PCs primär eine Business-Kundschaft ansprechen, steht hier klar der Entertainment-Aspekt im Vordergrund. Unterwegs soll der UMPC-Besitzer in höchster Qualität auf Video, Musik und Spiele zugreifen können. Weitere PC-Funktionalitäten à la e-Mail und Web gibt es natürlich auch. » weiterlesen

  • Neuerdings auf Twitter

  • Über neuerdings.com

    Die tägliche Dosis Technik. Wir melden nicht nur das Erscheinen neuer Gadgets, sondern testen sie aus Anwendersicht.

  • Autoren