Links zu Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4.
Im letzten Teil unseres Tests wollen wir noch einige der übrigen Punkte ansprechen und schliesslich das Fazit ziehen.
Da das E61 die weit verbreitete Series-60-Plattform von Nokia bzw. das Symbian-Betriebssystem verwendet, kann man sich natürlich diverse Applikationen von Drittherstellern herunterladen und kaufen. Bei den spezialisierten Softwareshops wie Handango gibt es tausende von Programmen für alle möglichen Einsatzbereiche zu kaufen. Allerdings muss man darauf achten, dass die Applikationen mit S60 3rd Edition kompatibel sind, was bei vielen älteren Programmen nicht der Fall ist. Das Angebot ist zwar nicht ganz so gross wie für die Windows- und Palm-Plattformen, aber Wünsche dürften wohl kaum offen bleiben. Diese Vielfalt an Applikationen von Drittherstellern ist jedenfalls ein potentieller Vorteil gegenüber der BlackBerry-Familie, die sich erst in letzter Zeit geöffnet hat und darum über ein sehr begrenztes Angebot verfügt.
Auch wenn das E61 für Mail- und Kalendersynchronisation “over the air” ausgelegt ist, also drahtlos direkt zum Firmenserver, bliebt natürlich für viele User die Synchronisierung mit einem Standalone-PC wichtig. Hierfür liefert Nokia die altbekannte “PC-Suite” mit, die auch kleine Anwendungen für das Handling von Multimedia-Daten und für das Geräte-Backup enthält.

Die Synchronierungslösung war jahrelang der grösste Schwachpunkt der Nokia-Smartphones. In ihrer neusten Generation ist die PC-Suite allerdings ziemlich brauchbar geworden. Insbesondere hat sich die Geschwindigkeit deutlich gesteigert, und auch etwas kompliziertere Synchronisationsfälle (mehrtägige Termine und dergleichen) scheinen zuverlässig abgeglichen zu werden — innerhalb den Möglichkeiten dessen, was das Smartphone darstellen kann natürlich, denn längst nicht alle Felder aus Outlook werden übernommen. Ganz erreicht die PC-Suite auch jetzt noch nicht die Qualität anderer Synchronisierungslösungen, aber sie verdient jetzt endlich die Note “Befriedigend”.
Bemerkenswert ist sicher auch der Preis des E61, der deutlich unter demjenigen vergleichbarer Smartphones liegt. Derzeit kriegt man das E61 ohne Vertrag schon um die 350 Euro. Der Qtek 9100 kostet etwa 100 Euro mehr, für einen Treo 650 wird man gar etwa 150 Euro mehr los. Diese Preisunterschiede sind angesichts von Leistung und Herstellungsqualität nicht zu rechtfertigen. Der BlackBerry ist preislich schwer zu vergleichen, da dieses Gerät praktisch nur mit Vertrag (und oft hohen monatlichen Gebühren) verkauft wird.
Kommen wir zum Fazit mit den wichtigsten Vor- und Nachteilen:
Positiv:
- Sehr solide Hardware, flach und relativ leicht
- Gute, kompakte Tastatur
- Exzellenter Web-Browser
- Gute Telefonie-Funktionalität
- Sehr viele Optionen für verschiedene E-Mail-Lösungen
- Grosse Vielfalt an eingebauten Verbindungmöglichkeiten (UMTS, WLAN, EDGE, SIP etc.)
- Gute Batterielaufzeit
- Viel mitgelieferte Software
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
Negativ:
- IMAP4-Implementierung verhält sich gelegentich etwas seltsam
- Mittelmässige Organizer-Funktionen
- Keine Kamera
- Eingebaute Internet-Telefonie nur für Firmennetze brauchbar
- Lädt Batterie nicht per USB-Kabel
- Kein Bluetooth 2.0
Insgesamt hinterliess das Nokia E61 im Test einen hervorragenden Eindruck. Nicht zuletzt angesichts des ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnisses und der grossen Offenheit für verschiedenste Messaging-Lösungen dürfte das E61 wohl neu das Produkt sein, dass es im Marktsegment der Messaging-Handies zu schlagen gilt. Nokia hat es mit dem E61 geschafft, ohne unnötige Feature-Bolzerei ein sehr benutzerfreundliches, leistungsfähiges Smartphone auf den Markt zu bringen, das für Businessuser wohl kaum Wünsche offen lassen wird. Einige Konkurrenzprodukte sind zwar in der einen oder anderen Einzeldisziplin leicht überlegen, aber in der Summe der Einsatzbereiche zeigt das E61 das beste Gesamtniveau.
Links:
E61-Produktseite bei Nokia
S60.com
Nokia Business Software
Nokia Software Market
WidSets
Blogs:
E61addicted
E61.info
E-Series
S60 Blogs