Thema: CeBIT

 

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T-Mobile senkt endlich Datentarif auf einen erträglichen Preis

Es heisst ja, eines der Probleme der CeBIT sei, dass die wichtigen Nachrichten inzwischen alle anderswo rausgehen: an der CES in Las Vegas, an der 3GSM in Barcelona oder dann später im Jahr an der IFA. “CeBIT – na und?” titeln sogar die Börsenleute der ARD.

Immerhin T-Mobile als in Deutschland beheimateter Akteur hat sich eine gute Nachricht für die CeBIT aufgehoben: Endlich werden die absurd hohen Tarife für “Gelegenheits-Datenübertragung” auf ein erträgliches Niveau gesenkt.

Bisher musste man entweder ein UMTS-Monatsabo abschliessen, das meist mit einer Datenkarte daherkam und bei T-Mobile und vodafone gleichermassen knapp 40 Euro kostet – was sich allerdings für nur gelegentliche Nutzung nicht lohnt (ich leiste mir für vier Wochen Deutschland im Jahr inkl. Urlaub und aller Reisen eine ganzjähriges UMTS-Abo; Andreas Göldi hat seine Daten-Odyssee bei einem mehrwöchigen Deutschland-Aufenthalt eindrücklich beschrieben). Oder man wurde mit Tarifen von über 2 Euro pro Megabyte (Roaming noch deutlich mehr, bis zu 20 Euro) abgezockt. Mit rund einem Cent pro MB – das entspricht etwa dem Tarif, den man bisher bei dem erwähnten Monatsabo zahlte – dürfte T-Mobile die Zahlungsbereitschaft wohl deutlich besser treffen. Absehbar ist, dass einerseits die Konkurrenten nachziehen und eventuell in der Folge auch die Kosten für die Monatsabos ins Rutschen kommen, wobei bei denen immerhin noch der Anreiz der subventionierten UMTS-Karte ist.

Dieses Angebot bzw. die Preissenkung richtet sich wohl vor allem an User, die das Handy als Endgerät einsetzen. Mit der neuen Handygeneration kann man durchaus schon gescheit surfen und mailen (nur wurde es einem bisher eben durch die hohen Tarife vergällt). Oder man kann sein Handy als Modem einrichten und per Bluetooth mit dem Laptop online gehen – wenn’s gerade klappt.

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Nächster Halt:
Hannover Hbf

7 Uhr, und alle Züge in Deutschland haben schon mindestens zehn Minuten Verspätung. Das übliche Fluchen im Zug und Schimpfen auf die Bahn von denen, die ihre Anschlusszüge verpassen. Verstehe nicht, wie Ihr das aushaltet. Ach ja, Ihr fahrt ja alle Auto…

Am Hannoveraner Hauptbahnhof gibt es kein einziges Dokument oder Werbemittel, klein oder gross, auf dem nicht CeBIT steht.

CIMG1360Sonderfahrpläne bzw. Pläne für Auswärtige wie mich, dass Göppingen hinter der Messe liegt.

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CeBIT, wir kommen — am ersten Geburtstag von neuerdings.com

cb07 logo de rgbHeute ist der erste Tag der CeBIT 2007 in Hannover. Sie dauert vom 15. bis 21. März. Erwartet werden 6000 Aussteller und knapp eine halbe Million Besucher.

Die CeBIT gibt es seit 1986, sie ist ein Spin-off der älteren “Hannover Messe”. CeBIT steht ursprünglich für “Centrum der Büro- und Informationstechnik”, woran sich aber niemand mehr erinnern kann. Wenn man im Wikipedia-Eintrag liest, dass der grösste Aussteller bei der ersten Durchführung der Schreibmaschinenhersteller Olympia war, wird einem klar, wie lange das her ist.

Seit Jahren gilt die CeBIT als Problemfall: Probleme, auf die Konvergenz von IT und Unterhaltungselektronik zu reagieren, schwammige Positionierung zwischen Fach- und Consumer-Messe, schwindende Bedeutung als der weltweite Treff der ICT-Branche, wachsende Konkurrenz durch andere Player wie die IFA Berlin.

IMGP0139Als Besucher würde man sich wünschen, dass sich diese Krise auch schon in praktischen Dingen merklich niedergeschlagen hat, was aber nicht der Fall ist. Hannover ist während der CeBIT nach wie vor im kollektiven Ausnahmezustand. Hotelzimmer sind schon lange nicht mehr zu kriegen, und wenn, dann nur zum Dreifachen des Normalpreises. Am Flughafen standen auch gestern Abend wieder Hausfrauen mit selbstgemalten Schildern “Übernachtung / Bed and Breakfast”, die für Last-Minute-Messebesucher gegen gutes Geld ihr eigenes Bett räumen. Auch wer schon mal am Abend eine Stunde im ICE gestanden hat, um ins Umland auszuweichen, weiss Bescheid.

Natürlich ist neuerdings.com wieder vor Ort, mit mir (schon fast vor Ort) und Damian Amherd (krankheitsbedingt um einen Tag verspätet und im Moment noch im Flieger).

Der erste Tag der CeBIT markiert gleichzeitig ein Jahr neuerdings.com. Wir freuen uns über dieses kleine Jubiläum, haben aber vorerst keine Zeit zum Feiern. Dafür werden wir in den CeBIT-Tagen hier einige Geräte verlosen.

 

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Fazit:
Das war die CeBIT 2006

Jetzt sind sie vorbei, die sieben schönsten (oder zumindest intensivsten) Tage des Jahres für die die deutschsprachige IT-Branche. Die CeBIT wurde einmal mehr ihrem Image als absoluter Pflicht-Termin unter den IT-Messen gerecht. Alle beklagen sich immer wieder über die Unübersichtlichkeit, die langen Wartezeiten, das schlechte Essen, die hohen Preise, die merkwürdige Themenmischung usw., fahren aber trotzdem jedes Jahr wieder hin. Denn: Nirgendwo sonst in Europa bekommt man einen so kompakten Überblick über die aktuellen IT-Trends wie in Hannover.

Dieses Jahr musste die CeBIT allerdings einen weiteren Besucherrückgang hinnehmen. Offen wurde von namhaften Ausstellern auch in Frage gestellt, ob die Mischung zwischen Fachpublikum und Konsumenten noch stimmt. Die Messeleitung ist trotzdem — natürlich — zufrieden und weist auf angeblich 85% Fachbesucher-Quote und die “um 20% gestiegene Zahl von Vertragsabschlüssen” hin — wie auch immer man die gemessen hat.

Doch eins ist eindeutig: die CeBIT ist eine Messe, die sich auf der Suche nach ihrer Identität befindet und einen grossen Spagat wagt. Seit Jahren versucht man, den Wachstumsmarkt Unterhaltungselektronik in die Messe zu integrieren, ohne gleichzeitig die alte B2B-Kundschaft zu vergraulen. Resultat ist eine Messe, auf der man in der einen Halle die Europameisterschaft im Ego-Shooter “Counter Strike:Source” verfolgen und sich dann zwei Hallen weiter über die neusten Lösungen für das Scannen von Steuerformularen informieren kann. Was hat das miteinander zu tun, ausser dass beides mit Strom läuft?

Was hinzu kommt: die Konsumenten werden an der CeBIT noch längst nicht optimal angesprochen. Die entsprechend orientierten Stände sind vergleichsweise viel weniger spektakulär als beispielsweise an der IFA, das gezeigte Produktangebot viel weniger umfassend. Die Konvergenz-Sonderschau “Digital Living” war eine eher traurig-halbherzige Veranstaltung, die wohl niemanden zum Kauf eines Media-Center-PCs oder einer HDTV-Anlage anregen wird.

Als normaler Konsument verlässt man die Messe vermutlich verwirrter, als man sie betreten hat. Besonders im traditionell unübersichtlichen Telecom-Bereich ist das Chaos so gross wie noch nie. Brauch ich denn jetzt Voice-over-IP oder Skype oder lieber Home-Zone fürs Handy? Oder ist das schon in “Triple Play” enthalten? Und wenn ich unterwegs fernsehen will, brauch ich da UMTS oder DMB? Oder doch lieber DVB-T? Oder was ganz anderes? Die Branche macht beim besten Willen derzeit keinen guten Job damit, ihre Lösungen konsumentenfreundlich zu verpacken.

Was gab es an der CeBIT denn überhaupt an echten Neuheiten? Nun, eigentlich eine ganze Menge, wenn auch die wirklich spektakulären Ankündigungen fehlten. Aber immerhin, mit dem UMPC/Origami wurde an der CeBIT eine komplett neue PC-Produktkategorie vorgestellt. Das passiert auch nicht alle Tage.

Bezeichnend bei der UMPC-Vorstellung war aber, dass der eigentliche “Buzz” primär im Internet stattfand, während die real anfassbaren Geräte an den Messeständen eher auf mässiges Interesse stiessen. Vielleicht ist auch das typisch: Physische Messen verlieren zunehmend ihren Charakter als Rahmen für grosse Ankündigungen oder als effiziente Informationsquelle.

Beim Bloggen kam uns die CeBIT dann manchmal auch vor wie eine grosse Sportveranstaltung: Natürlich kriegt man im Stadion mehr von der Stimmung mit, aber wenn man wirklich was sehen will, sollte man sich lieber zu Hause die Übertragung anschauen.

Insofern hoffen wir, dass wir mit unserem CeBIT-Blogging ein paar treffende Eindrücke für unsere zu Hause gebliebenen Leser einfangen konnten. Neuerdings.com macht natürlich auch nach der Messe weiter mit News und Kommentaren zu den neusten Gadget-Trends.

Zum letzten Mal live von der CeBIT:
Das war’s

Die CeBIT schliesst, alle fahren wieder nach Hause:

Von uns gibt’s morgen noch ein Messe-Fazit.

Live von der CeBIT:
Das Elend mit dem Katalog

Den CeBIT-Katalog gibt es in diversen Ausführungen.

Erstens auf Papier, erstaunlicherweise immer noch. Vermutlich zahlen die Aussteller etwas für den Katalogeintrag (oder er ist im Preis inbegriffen, stellt aber einen “greifbaren” Gegenwert dar), und deswegen produziert man ihn weiterhin. Weder aus der Schlange der normalen Besucher noch von der Presse habe ich allerdings auch nur eine Person gesehen, die den Katalog mitgenommen hätte, kein Wunder, er ist deutlich dicker als ein dickes Telefonbuch, und da man sowieso stapelweise Papier bekommt, wird sich das kaum jemand antun, zumindest nicht vor Ort.

Zweitens gibt es ihn als CD-ROM, also theoretisch sehr viel praktischer:

Bei CDs, deren Inhalt ich nur einmal brauche, hoffe ich immer, dass man sie nicht installieren muss, sondern sie einfach aus dem CD-Drive heraus starten kann. (Samsung hat zum Beispiel so eine in seinem Presse-Kit, rein flashbasiert, was in diesem Fall mal durchaus sinnvoll ist.)

Die CeBIT-Katalog-Applikation muss dagegen natürlich voll installiert werden, inklusive Reboot. Alles gemacht, trotz allem, nachgeschaut, an welchem Stand Samsung ist, OK, Halle 26, die CD wieder in die Tasche geworfen, Laptop auf Standby eingepackt und weitergelaufen.

In Halle 26 stellte ich fest, dass das Samsung Mobile ist, nicht Samsung mit den Portables. Also Laptop wieder aufgeklappt und Applikation gestartet. Ergebnis:

CeBIT-Katalog: Die Applikation funktioniert nur bei eingelegter CD-ROM

Hmpf. Die CD war inzwischen irgendwo zwischen x Gratis-CDs begraben, und stehend freihändig in der Halle es es sowieso anstrengend, mit dem Laptop zu hantieren, also bin ich lieber zum Infostand gegangen und hab mir dort die andere Standnummer in Halle 1sagen lassen. Hinterher hab ich noch gemerkt, dass auch der Katalog auf CD nicht wahnsinnig aktuell ist, sondern dass man nach dem Installieren noch das 9 MB grosse Datenbank-Update hätte runterladen sollen.

Aber drittens geht ja noch viel moderner, mit dem Katalog auf dem Handy oder PDA. Das steht auch auf der Website unter “Mobiler Messeplaner”:

Der Mobile Messeplaner steht jetzt wieder für gängige Geräte mit Palm OS ab Version 3.3 und Windows CE/ Pocket PC ab Version 3.0 sowie für Symbian OS zur Verfügung. Darüberhinaus werden erstmalig auch Versionen für Handys(Java) und Blackberry angeboten.
Folgende Funktionen stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Suche nach Ausstellern
  • Veranstaltungssuche
  • Standortanzeige
  • Erstellen eigener Merklisten
  • Schon vor drei Jahren hatte ich das mit meinem damaligen SonyEricsson P800 ausprobiert, und die Applikation war damals recht gut gemacht. Einfach, aber funktionell. Auch diesmal war man an einem entsprechenden Stand prima vorbereitet, mit Adaptern für Bluetooth- und Infrarot-Übertragung und den Installern der Katalogdaten auf diversen Speicherkarten in verschiedenen Formaten und für verschiedene Betriebssysteme. Diesmal hatte ich aber extra mein aktuelles Smartphone mitgebracht, weil ich dachte, mit Windows Mobile läuft das bestimmt alles noch viel besser als damals mit Java.

    Falsch gedacht. Leider lief es gar nicht, trotz diverser Versuche und Anrufe des freundlichen Herrn Troppenhagen bei der internen technischen Hotline:

    Die Applikation, nehme ich an, war einfach noch nicht mit Windows Mobile 5.0 kompatibel. Während unserer Installationsversuche kamen etwa fünf Leute an den Stand und wollten auch den Messekatalog auf ihrem mobilen Device. Die Gründe waren immer andere, aber so richtig auf Anhieb geklappt hat es bei keinem.

    Was ist nun das Fazit? Ist die Deutsche Messe AG zu blöd oder die Lage zu kompliziert? Beides, finde ich. Bei der CD-ROM ist der Denkansatz falsch. Für die Messevorbereitung zuhaus kann man das ja so kompliziert machen, aber für den Einsatz vor Ort (mit einem Windows-XP-Gerät, nicht umsonst war Origami/UMPC das Topthema der Woche) muss man einfach eine schlankere Applikation machen, die den ganzen Katalog auf das Device kopiert und fertig, dann ruhig auch mit weniger Daten pro Aussteller).

    Bei den mobilen Devices könnte man ihnen natürlich den Vorwurf machen, dass Windows Mobile 5.0 ja doch schon einige Monate auf dem Markt ist und sie hätten ihre Katalogapplikation auch dafür anbieten müssen, zumal sie ja explizit schreiben: “Pocket PC ab Version 3.0″. Aber es zeigt halt gleichzeitig auch, dass dieses Plattformengewirr sehr schwer zu supporten. Seit 20 Jahren schimpfen alle über Windows, aber auf dem PC deckt man mit einer Plattform immerhin 90% ab, das hat eben auch Vorteile.

    Wir sind gespannt auf das nächste Jahr und werden den Katalogtest in jedem Fall vor der Messe machen und entsprechend berichten.

    Live von der CeBIT:
    Was es sonst noch so zu sehen gab

    Die CeBIT geht in diesen Minuten zu Ende. Zeit für ein paar Fotos, die sonst nirgends reingepasst haben, aber doch noch interessant sein könnten.


    Das Psion-Logo weckt bei altgedienten PDA-Fans wehmütige Erinnerungen. Die britische Firma stellt heute nur noch mobile Rechner für branchenspezifische Anwendungen her und hat bezüglich Betriebssystem auf die dunkle Seite der Macht gewechselt…


    Normale Screens sind ja sowas von uncool. Was man wirklich will, ist so ein 3D-Display, das ohne Brille oder andere Hilfsvorrichtungen funktioniert. Der Effekt ist auf unserem immer noch zweidimensionalen Blog leider schlecht darstellbar.


    LG baut den vermutlich praktischsten Beamer für den Heimkinobereich. Dieses flache Gerät kann man an die Wand hängen, womit das sonst schwierige Beamer-Positionierungsproblem elegant gelöst ist.


    Irgendwie haben Technologiefirmen einen Formel-1-Fimmel. Dieses Gefährt stand etwas unmotiviert bei Panasonic herum. Lustigerweise klebte nicht nur auf diesem Toyota, sondern auch auf dem BMW Sauber ein Intel-Sponsoren-Logo. Da haben wohl wieder mal zwei Abteilungen nicht miteinander geredet.


    Papier ist offenbar auch für IT-Fachjournalisten wichtig. Im Pressezentrum konnte man sich an diesen endlosen Regalen mit PR-Material der Aussteller eindecken. Auch wir kriegten oft Pressemappen an den Ständen angeboten. Wenn man den PR-Leuten dann sagte, dass man sich aber lieber auf ihrer Website informiert, guckten die meisten etwas verstört bis beleidigt.


    Die kurzgeschürzte Messe-Hostess gehört auf der CeBIT zu den aussterbenden Arten, was vor allem von alten Messe-Hasen bedauert wird. Eine überdurchschnittliche Häufigkeit gab es nur bei asiatischen Herstellern, die das mit der Emanzipation offenbar noch nicht ganz mitgekriegt haben.


    Die Killerapplikation für diesen High-End-Media-Center-PC mit Dolby 7.1-Anlage und HDTV-Screen ist offenbar, dass man damit auch den Fahrplan abfragen kann. Und das in unglaublicher Auflösung.


    Fernseher müssen nicht immer grau und langweilig aussehen. Sie können auch bunt und geschmacklos sein.


    Versuch eines romantischen Schlussbildes à la CeBIT: Da fahren sie auf dem Skywalk-Transportband in den Sonnenuntergang, die IT-Experten, das Smartphone bis zur letzten Sekunde ans Ohr gepresst…

    Live von der CeBIT:
    digital living — das Event mit Erlebnischarakter

    Die parallel zur CeBIT stattfindende Sonderschau “Digital Living” für Endverbraucher wird als “Erlebniswelt mit Eventcharakter” oder wahlweise auch “Event mit Erlebnischarakter” bezeichnet. Wer es noch etwas ausführlicher haben will, für den ist die Seite Über die Veranstaltung:

    Anders als bei klassischen Ausstellungen mit Produkten hinter Glasvitrinen und in Schaukästen, wird “digital living” ihren Besuchern die Funktionen, Möglichkeiten und Geschäftschancen der Digital Lifestyle Produkte vermitteln. Exponate werden offen präsentiert und laden ein zum Anfassen und Ausprobieren. Der Besucher erlebt die Produkte live und kann sich so sein ganz eigenes Bild machen: Der Fachbesucher erkennt seine Business Opportunities, der Endkunde entdeckt die Erfüllung seiner Wünsche.

    Aber der Reihe nach. Positiv fällt zunächst schon im Skywalk die gute Werbung für Digital Living auf:

    “Plug & Pray” hiess es ja nicht ohne Grund damals bei Windows 95, wobei man fairerweise zugeben muss, dass das inzwischen mit USB und so um einiges besser geworden ist. Trotzdem, ich fühle mich “abgeholt” und entscheide, da gehe ich hin. Ich erwarte coole Media-Center-, Home-Automation-oder sonstige Bond-mässige Ein-Knopfdruck-und-alles-fährt-in-Position-Installationen.

    Nach einem längeren Fussmarsch erreiche ich den Eingang. Digital Living ist eine Sonderschau ausserhalb des eigentlichen Messegeländes, d.h. man kann auch von aussen kommend nur diese Halle besuchen (und auch nur bezahlen, 10 Euro statt 36 für die ganze CeBIT). Komischerweise muss man sich aber von innen kommend enebfalls neu registrieren. “Dieser Teil ist nur für Fachbesucher”, wird mir gesagt, was mich etwas irritiert, weil ich vorher gelesen hatte, dass Digital Living eben den Spagat zwischen der klassischen IKT-Messe CeBIT und den Consumer-Interessen herstellen solle. Na ja, ich gebe meine Visitenkarte ab und muss zusätzlich einen Zettel unterschreiben, auf dem steht, dass alle Aussteller dieses Bereichs mir jetzt Werbung schicken dürfen. Neben mir steht eine Dame, die keine Visitenkarte hat und sichtlich keine Fachbesucherin ist, aber auch sie erhält den Zettel mit den Worten: “Schreiben Sie einfach irgendwas hin.”

    Wenige Meter weiter wird klar, dass das mit den “Fachbesuchern” eine Farce ist:

    Ein bisschen weiter sind haufenweise Schüler, die in verschiedenen Teams am Roboking-Finale teilnehmen, bei dem ihre selbstgebastelten autonomen Roboter durch einen kleinen grünen Parcours fahren:

    Die Gefährte, denen man ansehen kann, dass sie direkt aus dem PC-inneren kommen, erinnern durch ihre merkwürdige Form etwas an diese überdimensionierten Fahrzeuge der Tuscen Raiders aus dem ersten Star-Wars-Film, in das R2D2 reingesogen wird. DARPA Grand Challenge für Arme, muss ich spontan denken, aber dann finde ich es doch ganz herzig, wie zwei geschätzt zwölfjährige Mädichen über einem Laptop mit Code sitzen und über “Kalibrieren” und “Debuggen” reden.

    Das war aber auch der letzte positive Eindruck der Halle. Nachdem man kurz vorher noch im Trouble der richtigen CeBIT war, wirkt die Halle 27 vor allem – leer. Wenig Aussteller, wenig Besucher, die sich an den Ständen verlaufen, an den meisten ist gar nichts los. Ausserdem sind die Ausseteller total willkürlich zusammengewürfelt. Hier ein bisschen Torwandschiessen von Samsung Mobile, ohne dass zu erkennen wäre, was das miteinander zu tun hat:

    Hier ein bisschen XBox 360 in einem sphärenartigen Gebilde:

    Hier wiederum ein Messetand der Firma Astak (nie gehört, macht offenbar Webcams), der aussieht, als habe er sich von der übrigen CeBIT hierher verirrt. Man beachte die Vitrinen rechts in Relation zum eingangs zitierten Text (“Anders als bei klassischen Ausstellungen mit Produkten hinter Glasvitrinen…”)

    Aber am allerallerbesten gefällt mir der Stand “Global Responsibility”. Man weiss nicht so richtig, wer der Aussteller ist, worum es genau geht und was der integrierte Stand “Flechtwelten” damit zu tun hat:

    Die Seite des Standes besteht aus verschiedenen Texten aus der “Erklärung zum Weltethos. Die Deklaration des Parlamentes der Weltreligionen”, unter anderem diesem hier:

    (Daneben steht der Verweis auf die Veranstaltung “Der Mensch lebt nicht von digitaler Technik allein” mit Hans Küng vom letzten Samstag.)

    Alles gut und schön. Aber ein bisschen komisch ist es schon, dass sich genau neben diesem flammenden Plädoyer gegen sexuelle Ausbeutung der Stand von ATI mit diesen beiden in ATI-rot bekleideten Damen befindet:

    Fazit: “Event mit Erlebnischarakter” kann stimmen, das Erlebnis ist, dass man staunt über diese Frechheit. Wer dafür extra angereist wäre wie “Axel Wunzdorf, 27, Facharbeiter aus Augsburg”, in einem vermutlich fiktiven Testimonial unter “Stimmen zu digital living”, der hätte sich wohl ziemlich geärgert. Ich jedenfalls war heilfroh, als ich nach erneuter Kontrolle des Ausweises wieder zurück in der ganz normalen CeBIT-Hölle war.

    Kompliziertes etwas vereinfacht mit der Switchbase

    Telefonieren wird immer komplizierter, seit alle Anbieter versuchen, sich gegenseitig Minuten abzujagen, auch konzernintern. T-Com bietet einen Service “Switch & Profit” an, per Flyer in der S-Bahn zur Messe beworben, mit dem man auf dem Handy eingehende Anrufe aufs Festnetz umleiten kann, wenn man zuhaus ist. Dafür bekommt man 2,59 Cent pro Anrufminute auf der Festznetzrechnung gutgeschrieben, also einen eher geringen Teil der Kosten des Anrufers.

    Dass man sich allerdings jedes Mal einloggt, wenn man nach Hause kommt, und wieder ausloggt, sobald man das Haus verlässt, hält trotz dieses verlockenden Angebots auch die T-Com für unwahrscheinlich. Also bietet sie die vermutlich subventionierte “Switch Base” an, auf die man zuhaus sein Handy legt, was den Dienst automatisch aktiviert. Diese gibt es auch noch in zwei Varianten, für 11,99 ? für analoge und für 18,99 ? für schnurlose Telefone – was auf Anhieb nicht ganz einzusehen ist, denn die Switch Base sollte doch dem Netz etwas melden, nicht dem Telefon.

    Es gibt doch dieses gut abgehangene Bonmot: “Der Computer hilft uns, Probleme zu lösen, die wir ohne ihn gar nicht hätten.” Wenn die T-Com auf der Website schreibt: “Switch Base. Einfacher geht´s nicht”, muss ich daran denken.

    Wollte das Ding am gigantischen Telekom-Stand mit Dutzenden von Mikroständen anschauen und mal fragen, wie es genau funktioniert, hab es aber nicht gefunden. Und die Hoffnung, dass da jemand Auskunft geben konnte über etwas, was nicht genau seinem Thema entspricht, erschien ausssichtslos.

    Live von der CeBIT:
    Bluetooth-Extravaganza in Halle 11

    Habe ein paar Fotos mit dem Handy geschossen statt mit der Kamera und wollte sie per Bluetooth an den Laptop übertragen und hatte mir ausgerechnet die “Navi-Halle” 11 dafür ausgesucht.

    Bluetooth geht, wenn es denn geht, normalerweise ja ganz flott, aber hier dauerte es etwa zehn Minuten, bis mein Gerät gefunden wurde, weil es im Bluetooth-Radius (der ja nur 10 m oder so ist, also bei weitem nicht die ganze Halle) noch 33 andere gab:

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