Alle 7 Artikel zum Thema Betriebssysteme auf neuerdings:
Nokia hat eins, Samsung wechselt seins gerade aus und auch Blackberry wird den Teufel tun, seins den Geiern zu überlassen: Betriebssysteme für Smartphone-Einsteiger, abseits der Hochglanzplattformen Windows Phone, Android und BB10. Es geht um Marktanteile in Schwellenländern. Denn auch dort will man zunehmend Smartphones nutzen. Ein Milliardenmarkt, vorübergehend.

Alt aber vielseitig: Nokias S40 wird 14 Jahre alt. Bilder: Hersteller
Ist es schon Smartphone oder noch Feature Phone? Nokias Asha-Linie taucht je nach Meinung der Analysten mal in der einen und mal in der anderen Statistik auf. Fakt ist: Die Geräte kosten fast durchgehend weniger als 100 Euro, haben einen Touchscreen ohne Multitouch. Und Multitasking, wenn man es so nennen kann, ist nur über einen Launcher für drei Hauptfunktionen möglich. Im Hochformat unterstützen Touchscreen-Ashas keine QWERTZ-Tastatur, sondern nur die alte T9-Eingabe. Aber es gibt einen App Store, Apps wie Twitter, Facebook und WhatsApp und Smart-Features für Nutzer ohne Datenvertrag wie Nokia Life+. Nokia setzt hierfür das Altsystem S40 ein, das im Laufe seiner langen Lebensspanne seit 1999 über 1,5 Milliarden Mal ausgeliefert wurde.
Das Alter sieht man der Plattform an. Richtig Spaß wird damit niemand haben, der schon einmal mit einem iPhone oder einem aktuellen Android-Phone gearbeitet hat. Aber immerhin: Die Asha-Linie bietet rudimentäre Smartphone-Funktionen zu Preisen ab 60 Euro, die auch für Menschen mit schmalerem Geldbeutel interessant werden. Eine Preisklasse, in der Nokia zunehmend Besuch bekommt. Mozilla wird ab Sommer dieses Jahres mit Firefox OS dagegen halten. Blackberry-Chef Torsten Heins hat angekündigt, das alte Blackberry 7 für Einstiegsgeräte weiter zu unterstützen. Jolla hebt mit Sailfish OS das alte MeeGo auf die nächste Stufe, plant einen Start zunächst in asiatischen Schwellenmärkten. Der Markt ist umkämpft.
Mobile Systeme für Einsteiger (27 Fotos)
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Schon das Fehlen einer App kann Nutzer vom Wechsel auf ein anderes Betriebssystem abhalten. Die App-Auswahl ist mittlerweile eines der wichtigsten Argumente für ein mobiles OS geworden, macht Entwicklungen zu einem Politikum – und verleitet die Anbieter manchmal zu sonderbaren Handlungen.

Blackberry World: Gespickt mit portierten Android-Apps
Zu meinem Beruf gehört es, neue Smartphones auszuprobieren. Um sie möglichst genau zu testen, ziehe ich für gewöhnlich ein bis zwei Wochen komplett auf das Testgerät um. Nach dem Test des Lumia 620 wäre jetzt eigentlich ein Blackberry Z10 dran. Um damit im Alltag arbeiten zu können, fehlt mir dort allerdings ein nativer WhatsApp-Client. Den brauche ich praktisch täglich: Weil fast jeder meiner Freunde inzwischen dort präsent ist und einige nur noch darüber kommunizieren, würde das Fehlen von WhatsApp mein Privatleben ein gutes Stück weit beeinträchtigen.
Eine native App soll noch im März für Blackberry 10 folgen. Außerdem soll es die Möglichkeit geben, sich die Android-App für WhatsApp für Blackberry 10 zu portieren (was bei mir im ersten Anlauf misslang). Mittelfristig wird es dort eine Lösung geben. Das Beispiel zeigt aber, wie notwendig es für die Hersteller heute ist, die wichtigsten Apps auf jeden Fall mit an Bord zu haben. Das Z10 mag das Lumia 620 zwar bei allen technischen Eigenschaften und auch beim Gesamteindruck des Betriebssystems schlagen, und trotzdem benutze ich heute das technisch schwächere Phone – aufgrund nur einer App.
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Wer sich als Fanboy auf ein Ökosystem einschießt, lässt sich viel entgehen. Die besseren Innovationen haben nämlich oft die anderen. Ein Plädoyer für weniger Fanatismus, mehr Wettbewerb und die Offenheit, von anderen zu lernen.

Morgen geht mein aktuelles Testgerät mit Windows Phone an den Hersteller zurück. Wie immer verabschiede ich mich dabei mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Windows Phone hat auch in der Version 8 noch Kinderkrankheiten, viele moderne Apps sind vorhanden, aber längst nicht immer auf dem gleichen Stand wie die jeweils neueste iOS- oder Android-Version. Sehr gelungen hingegen die TV-Tipps direkt auf den Homescreen (TV-Spielfilm), die frei konfigurierbare und letztlich platzsparende Kachel-Oberfläche und die “Ich”-App, die persönliche Nachrichten aus mehreren Netzwerken aggregiert. So etwas haben iOS und Android nicht direkt ins System integriert. Das Gefühl, etwas zu vermissen, wenn man es gerade wieder abgeben musste, kam auch bei anderen Systemen immer wieder auf, die ich getestet habe. Es wird schwerer, sich noch für ein einziges zu entscheiden.
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Samsung und Intel wollen mit Tizen eine weitere Alternative zu etablierten mobilen Betriebssystemen auf den Markt bringen. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona gab es ein Referenzgerät zu sehen, auf dem die neue Software einen guten Eindruck machte. Samsungs Handschrift bleibt dabei unverkennbar.

Das Jahr der Alternativen läuft. Sailfish, Firefox OS und Ubuntu for Phones und Tablets sind bereits angekündigt, Blackberry will mit BB10 Marktanteile zurückgewinnen. Im Rennen um mobile Betriebssysteme wollen aber bald auch Intel und Samsung mit einer eigenen Lösung mitmischen: Tizen. Bereits seit anderthalb Jahren in Planung und Entwicklung war die erste Generation nicht angekommen. Tizen 2.0 allerdings (Codename “Magnolia”) gab es nun für ausgewählte Besucher in einer frühen Version auf dem Mobile World Congress zu sehen.
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Der eigentliche Star inmitten wenig interessanter Smartphone-Neuheiten auf dem Mobile World Congress in Barcelona ist Firefox OS. Das neue mobile Betriebssystem mit dem Namen des beliebten Browsers wird von zahlreichen Herstellern und Carriern unterstützt. Mozilla erntet nun Zuspruch für jahrelange erfolgreiche Arbeit an offenen Systemen. Kasse allerdings werden damit eher andere machen.

Alcatel One Touch Fire: Eines der ersten Smartphones mit Firefox OS
Es sieht so aus wie eine Kopie von Apples iOS, es soll vor allem auf abgespeckter Hardware laufen, erste Gehversuche verliefen holprig und vor 2014 werden wir zumindest in Deutschland wohl kein Gerät damit sehen. Trotzdem ist Firefox OS auf dem Mobile World Congress in Barcelona eine kleine Erfolgsgeschichte. ZTE hat ein Gerät mit dem neuen System gezeigt, Alcatel eins vorgestellt, LG, Huawei und Sony ebenfalls Telefone damit in Aussicht gestellt. Zahlreiche Software-Entwickler haben ihre Unterstützung signalisiert, Twitter bereits eine App vorgestellt. 18 Carrier sind von Beginn an an Bord, größtenteils begeistert, und auch Fachmedien jubeln. Dabei ist es ja nicht gerade so, dass es uns in diesem Jahr an neuen mobilen Betriebssystemen mangeln würde und es mit Android und Windows Phone nicht schon einige herstellerunabhängige OS gäbe. Woher also kommt dieser Zuspruch?
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LG hat HP das Betriebssystem WebOS abgekauft. Es soll in den hauseigenen Smart TVs zum Einsatz kommen. Während viele Marktbeobachter sich freuen, dürfen Zweifel angebracht sein, ob das eine gute Idee war. WebOS ist bereits dreimal gefloppt und es deutet nichts darauf hin, dass es beim vierten Mal gut ginge.
Googles Android ist ein großer Erfolg, Apples iOS auch. WebOS hingegen war nie das große Glück beschert. Vorgestellt auf der CES 2009, bei zwei Herstellern gefloppt, später erfolglos Open Source gestellt. Und jetzt – vier Jahre später – spukt WebOS immer noch in der Elektronikwelt herum, mehr untot als lebendig. Daran wird auch der Verkauf des Systems an LG nichts ändern, den die Koreaner heute überraschend bekannt gegeben haben.
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In diesem Jahr sollen mit Blackberry 10, Jollas Sailfish OS, Tizen, Ubuntu und Firefox OS mindestens fünf neue mobile Betriebssysteme auf den Markt kommen. Neue Versionen von iOS und Android werden erwartet. Jeder der Anbieter setzt dabei auf clevere Innovationen, doch so recht wagt sich keiner damit aus der Deckung. Noch nicht.

Notifications: Seit Android 4.2 lassen sich Benachrichtigungen im Sperrbildschirm direkt bearbeiten
Auf den ersten Blick ist man ein wenig ernüchtert: Sailfish OS und Firefox OS, die in diesem Jahr neu starten sollen, setzen nach wie vor auf endlose App-Wüsten. Es wird einen Sperr- und einen Startbildschirm geben, wie man ihn von Android und iOS kennt. Mehr als fünf Jahre nach dem Start des ersten iPhones sehen also selbst neue Systeme im Prinzip immer noch so aus. Die App, das inflationäre Buzzwort der heutigen Zeit, bleibt im Vordergrund und versperrt die Bahn für längst vorhandene Innovationen.
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