phogenkamp

 

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Live von der CeBIT:
Origami- (bzw. UMPC, Q1, Touchpack, Dialkeys)-Usability

Der Origami-Pre-Hype hatte sich ja wie gesagt etwas unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit abgespielt, was man am Samsung-Stand (es gibt diverse, dieser ist Halle 1, Stand B41) auch deutlich merkte. Manchmal standen Trauben von Menschen um die “normalen” X60-Notebooks herum, während sich fast niemand für die drei ausgestellten Q1-Geräte (so heisst die Umsetzung von Samsung, hier sind alle drei derzeit verfügbaren Geräte auf einen Blick) interessiert. (Der Q1-Mensch von Samsung sagt allerdings, das war gestern morgen direkt nach Enthüllung teilweise anders.) Und auch der sporadisch auftretende Moderator blickt bei seinen beiden Fragen: “Was ist das tollste hier am Stand?” sowie “OK, dann sage ich es Ihnen: der Q1. Und was ist das, der Q1?” immer nur in verständnislose Gesichter.

Uns sollte es recht sein, denn so konnten wir mit dem Q1 ausgiebig fast eine Stunde lang herumspielen – praktischerweise von den drei ausgestellten mit dem, der via Bluetooth und dem nebenstehenden Samsung-Handy per UMTS online war. (Wenn auf einem neuen Gerät keinerlei Content ausser einem Flash-Promovideo ist, hilft das Internet doch ungemein.)

Das es schon in diversen Blogs viele Fotos der Hardware gibt, haben wir uns auf die ergonomischen Aspekte konzentriert, und dabei vor allem auf die verschiedenen Möglichkeiten der Blickfänger bei allen Origami-Fotos ist ja die virtuelle Tastatur “DialKeys”, die über den Bildschirminhalt gelegt werden:

Die sitzen als Applikation in der Taskleiste und können von dort aus gestartet und konfiguriert werden:

Kurz vorher hatten wir uns noch gewundert, wieso die auf den verschiedenen Fotos immer anders aussehen, aber das erklärt sich beim näheren Hinsehen schnell: Man kann zwei Styles einstellen, nämlich Black und White:

Die schwarzen sehen dann so aus:

Ausserdem kann man die Opazität einstellen, also die “Blickdichte”:

Bei 20% sieht man wenig von den DialKeys:

Bei 100% sieht man die DialKeys prima, aber dahinter nichts mehr:

Sonderzeichen gibt es auch noch. Hinter dem Schraubenschlüssel, links:

… und rechts:

Weitere einstellbare Optionen:

Warum heisst die Herstellerfirma eigentlich Fortune Fountain? Ist das Ihr Wunschtraum hinsichtlich der Verbreitung dieser Software?

Soweit zur Konfiguation. Aber wie tippt es sich nun? Eine URL wie “neuerdings.com” ist natürlich schnell eingegeben, auch mit ein bisschen Suchen:

Aber der richtige Härtetest ist es natürlich, einen längeren Text zu schreiben. Wenigstens mal eine Mail.

Der Login bei Gmail ging problemlos. Aber dann: Ohne Pen schaffte es es trotz diverser Versuche nicht, oben links auf “Neue Nachricht” klicken:

Lag das nur an meinem zu dicken Daumen? Wohl nicht, denn die DialKey-Tastatur war einfach im Weg. Mit der Pfleil-Taste rechts unten kann man sie temporär “einfahren”:

… woraufhin sie sich bis auf ein kleines Kreissegment in die Ecke zurückzieht, mit dem man sie auch wieder ausfahren kann:

Trotzdem, zum Anklicken von Links und auch von Windows-Icons ist es am besten, wenn man den Pen zu Hilfe nimmt. Der hinten im Gerät steckt. Allerdings braucht man ihn ziemlich oft beim Arbeiten, immer mit Wechsel mit der Tastatur, so wie halt sonst die Maus. Wenn man ihn jedes Mal hinten wieder reinsteckt, ist das genauso mühsam, als wenn man ihn beim Daumentippen auf den DialKeys wie eine Zigarette zwischen die Finger klemmt.

Pen mal aussen vor, wie tippt es sich denn nun eigentlich? Ich habe genau eine Mail geschrieben, und zwar diesen kleinen Text:

Hallo Andreas
Bin angekommen am Samsung~Stand und schon geraume Zeit am Tippen, das Interesse ist nicht so riesig, ist wohl eher noch ein Insider~Tipp. Ist ganz lustig mit den DialKeys, aber doch seehr lansam.
ALL the best from CeBIT (German text recognition not yet implemented)
Peter

Man beachte die hübschen Tilden, wo eigentlich Bindestriche sein sollten, da hab ich mich mit den Sonderzeichen nicht zurecht gefunden.

Ich fand’s generell sehr anstrengend. Für den Text (er hat 285 Zeichen) habe ich etwa neun Minuten gebraucht, und das mit den Fehlern, die man sieht. Ich habe ihn gerade mal zum Vergleich per Tastatur eingegeben, da habe ich 65 Sekunden gebraucht, ich schreibe also mit meinem nichtlehrbuchartigen System etwa 260 Anschläge pro Minute. Mit dem Q1 war ich heute bei rund 30 Anschlägen.

Wenn die Lernkurve der DailKeys zu steil ist, fürchte ich, werden viele Leute einfach auf die normale Tastatur umschalten, und dann ist nichts gewonnen. Die übrigens so aussieht:

Ja, Skype wollte ich ausprobieren, aber das ging anscheinend auf dem E-Plus-Netz nicht, ich habe jedenfalls keinen Kontakt gefunden.

Die anderen beiden Tastaturmodi habe ich auch noch ausprobiert. Die normale Schrifterkennung war ziemlich gut, jedenfalls auf Englisch:

Inzwischen hatte sich natürlich die Dialup-Verbindung wegen Inaktivität abgemeldet, also Pen suchen, wieder einloggen, und Mail endlich absenden:

Puh.

Der Vollständigkeit halber sei noch der dritte Modus erwähnt, so eine Art zeichenweises OCR. Da habe ich dreimal versucht, neuerdings zu schreiben, und das Resultat sah etwa so aus:

Und noch eine Sache zur Ergonomie: Hardware und Software können definitiv nicht gleichzeitig entwickelt worden sein. Wenn man das Gerät mit beiden Händen halten will, ist einem rechts unten das Stromkabel komplett im Weg:

Fazit: Ich fand es sehr anstrengend, wie gesagt, aber das ist natürlich eine neue Schnittstelle immer. Wenn engadget schreibt: “Ahh, those new DialKeys feel good. It’s actually an effective way to enter text”, glaube ich nicht, dass sie mehr als zehn Zeichen eingegeben haben. Bis dahin ist es nämlich noch lustig, aber nicht viel länger.

Ich denke aber durchaus, dass die (schnelle) Bedienung grundsätzlich lernbar ist. (Wobei es auch objektive Hindernisse gibt, die einen am schnelleren Schreiben hindern, etwa dass das Komma auf der zweiten Ebene liegt.) SMS ist ja auch eine schlimme Benutzerschnittstelle, und die können wir inzwischen ganz gut. Die Frage ist also, ob man es lernen will? Und solange es eines relevanten Aufwands bedarf, sich in das Tippen “einzuarbeiten”, kommt es wieder auf die Zielgruppe an. Wer macht das? Die Teenie- und Gamer-Generation, die könnte das problemlos lernen, falls die mit dem Ding demnächst IMs austauschen soll. Aber die kauft sich für das Geld wohl lieber eine Konsole mehr. Geschäftsleute? Sind ja sowieso eher nicht gemeint als Zielgruppe.

Würde ich es probieren? Ja, aber ich würde den Laptop sicherheitshalber immer in Reichweite haben wollen, falls ich mal dringend etwas Normales schreiben müsste, was ja vorkommen soll.

Live von der CeBIT:
Bluetooth-Extravaganza in Halle 11

Habe ein paar Fotos mit dem Handy geschossen statt mit der Kamera und wollte sie per Bluetooth an den Laptop übertragen und hatte mir ausgerechnet die “Navi-Halle” 11 dafür ausgesucht.

Bluetooth geht, wenn es denn geht, normalerweise ja ganz flott, aber hier dauerte es etwa zehn Minuten, bis mein Gerät gefunden wurde, weil es im Bluetooth-Radius (der ja nur 10 m oder so ist, also bei weitem nicht die ganze Halle) noch 33 andere gab:

Der Weg zur CeBIT, 2. Tag:
Netviewer-Lanyards ziehen am besten

Da kommen sie wieder, die Massen, quillen am Bahnhof Messe/Laatzen aus dem Zug, dängeln sich durch die Halle und wälzen sich über den “Skywalk” (der früher “Fussgängerbrücke” geheissen hätte) zum Eingang West:

Auf dem kurzen Weg bis in die Halle 13 kann man schon 5 kg Papier und diverse Geschenke aufnehmen. Lustig ist dabei anzusehen, dass die Leute es ganz augenscheinlich von der Optik abhängig machen, ob sie etwas mitnehmen. An der Rolltreppe steht jemand von O2 und verteilt Garderobengutscheine, die natürlich nur ein kleiner Zettel mit blauer Aufschrift sind. Niemand will einen, obwohl es keinen einfacheren Weg gibt, 2 Euro zu sparen.

Extrem gut kommen dagegen die Lanyards (bedruckte Schlüsselbänder) von Netviewer an, die in der Bahnhofshalle verteilt wurden. Die Leute stehen Schlange bei den beiden Verteilenden:

Die Lanyards enthalten einen “Gutschein für 30 Tage Web-Conferencing” mit Netviewer – nicht personalisiert, daher auch ohne das physische Exemplar einsetzbar:

Hinterher auf dem Gelände gibt es dann natürlich an jeder Ecke Lanyards, bei Nokia, bei T-Online für musicload.de und was weiss ich, wo noch alles. Netviewer ist der erste entlang des Besucherstroms und kann davon profitieren. Aus Sicht von Netviewer ist nur zu hoffen, dass nicht nur “Consumer” die Dinger mitnehmen, denn das Angebot richtet sich ja eher an Firmen.

Die Kollegen covern vor allem das Trendthema, ähh… Mittelstand

Neidlos anerkannt: Die Kollegen von edgadget, einem nicht ganz unbekannten US-amerikanischen Gadgetblog, sind schon vor uns angekommen, wie Ihr Beitrag CeBIT, we’ve got ya covered zeigt. Allerdings, mit Verlaub, wenn Sie Deutsch könnten, hätten sie vermutlich nicht als erstes ein Meer von 15 Fahnen fotografiert, auf denen überall gross “Mittelstand” steht – kommt mir irgendwie nicht vor wie ein besonders hippes Wort…

inside-it bringt neuerdings.com am schnellsten

Der Preis für die erste Meldung über neuerdings.com in einem elektronischen Medium geht an die Schweizer News-Website inside-it.ch für Göldi und Hogenkamp lancieren Cebit-Blog. Mit dem dezenten Verweis, dass in ihrem Auftrag auch jemand in Hannover rumlaufen wird.

Über dem unauffälligen 350×250-Werbebanner mitten im Text ist man sehr nett zu uns, und nur falls zufällig noch jemand weiiit runterscrollt und darunter weiterliest, findet er auch noch eine kleine Spitze, weil wir geschrieben haben, Gadgets seien ein “schnelles Thema”. Also gut. Ein schnelllebiges Thema also? Aber mit zwei oder mit drei l? Wir wussten es früher mal genau, aber inzwischen ändert sich ja alles jede Woche. Axel Springer stellt auch schon wieder um, das dritte Mal. Deren Spellchecksoftware möchte man auch nicht administrieren. Womit wir schnell und elegant vom Thema abgelenkt haben. Und uns auf den schnellsten Blog freuen, der uns morgen findet.

neuerdings.com launcht am 9. März

neuerdings.com launcht am 9. März 2006 zur Eröffnung der CeBIT in Hannover.

Peter Hogenkamp, peter.hogenkamp [at] neuerdings.com
Andreas Göldi, andreas.goeldi [at] neuerdings.com

Presseanfragen:
Oliver Wimmer
Telefon +41 (0)44 204 90-28
E-Mail
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