Alle 108 Artikel von Andreas Göldi auf neuerdings.com:
Samsung stellt ja alle möglichen Produkte her, unter anderem Drucker. Heute wurde an der Pressekonferenz beispielsweise der kleinste Farb-Laserdrucker der Welt angekündigt, mit einem Gewicht unter 14kg. Auch neue Laptops gibt es von Samsung (natürlich auf der Core-Duo-Plattform von Intel), einen Miniatur-Datenprojektor und ausserdem diverse MP3- und Mobile-TV-Produkte.
Gewartet haben wir aber natürlich vor allem auf die Ankündigung des Ultra-Mobile PCs (alias Origami) von Samsung. Erzählt wurde heute aber nur, was wir im Prinzip schon wussten: Kleiner Tablet-PC, Celeron-Prozessor, Zielgruppe Konsumenten. Morgen soll es nochmal eine getrennte Pressekonferenz mit mehr Details nur zu diesem Thema geben. Die machen es aber wirklich spannend…
Samsung ist in wenigen Jahren vom Billighersteller zum Innovationsleader geworden, vor allem bei den Mobiltelefonen. Aus ihren Zeiten als Underdog haben sich die Koreaner aber einen gesunden Minderwertigkeitskomplex erhalten und müssen darum zwanghaft immer die tollsten, kleinsten, leistungsfähigsten Geräte als erste rausbringen. An der heutigen CeBIT -Pressekonferenz von Samsung ist das nicht anders.
Im Handy-Sektor stellte Samsung zwei Weltneuheiten vor: Cameraphones mit 7 Megapixeln sind ja (für Samsung-Verhältnisse) fast schon ein alter Hut. Neu kommt jetzt ein Telefon mit einer 10-Megapixel-Kamera auf den Markt, von der Samsung behauptet, dass sie in Sachen Bildqualität mit ausgewachsenen Digitalkameras mithalten kann. Und weil offenbar noch Platz im Gehäuse war, hat Samsung in das Gerät gleich noch einen Satelliten-TV-Empfänger eingebaut.
Schon vor einigen Tagen wurde das Modell SGH-i310 angekündigt, das erste Telefon mit einer eingebauten 8GB-Festplatte. Damit kann man schon mal problemlos 2000 Songs oder auch entsprechende Videoinhalte im Handy mitnehmen. Das Geräte läuft unter Windows Mobile 5.0.
Bezüglich Datenübertragung will Samsung vor allem den neuen UMTS-Turbo HSDPA pushen, aber auch Mobile WiMax ist ein wichtiges Thema. Ausserdem bringt Samsung demnächst eine ganze Palette von Geräten auf den Markt, mit denen man unterwegs fernsehen kann. Weil im Moment noch nicht so ganz klar ist, welcher technische Standard (DVB-H, DMB etc.) sich durchsetzen wird, unterstützt Samsung vorsichtshalber einfach gleich mal alle.
Auf der UMPC-Website von Intel sind die Namen der ersten Hersteller von Origami-PCs aufgetaucht: Geräte können wir demnächst offenbar erwarten von Asus, Founder (aus China) und wie schon bekannt von Samsung. Mehr steht da aber noch nicht.
Immerhin schon drei Hersteller. Aber abgesehen von Samsung sind da die wirklichen Top-Namen noch nicht dabei.
Das ging aber schnell: Noch bevor Microsofts Origami-Projekt offiziell angekündigt ist, bevor wir also wissen, was das Ding denn nun wirklich ist/macht/kann/soll sind schon alle enttäuscht. Eigentlich kein Wunder, nachdem die Gadget-Blogger wochenlang die Erwartungen in luftige Höhen getrieben haben. Da musste mal ein Absturz kommen.

Die bisher bekanntgewordenen Leistungsdaten der ersten Origami-Geräte sind tatsächlich nicht besonders beeindruckend. Zunehmend werden aber auch noch andere Details bekannt, die zunächst vor allem zu Stirnrunzeln führen: Auf einer CeBIT-Website ist gestern ein Bild aufgetaucht, das eine kreisförmige Bildschirmtastatur zeigt. Mit den Daumen kann man so direkt auf dem Touchscreen tippen. Vorausgesetzt natürlich, dass man erstmal die Bedienung dieser komplett anders geformten Bildschirmtastatur erlernen will. Da freut sich der Ergonomieexperte.
Mal abgesehen von solchen Überlegungen haben virtuelle Bildschirm-Tastaturen in der Praxis noch ein ganz anderes, viel banaleres Problem: Fettige Fingerabdrücke. Vor Jahren habe ich mich mal mit dem Pacebook (sozusagen einem frühen Origami-Vorläufer im Geiste) herumgeschlagen, das auch so ein Screen-Keyboard anbot. Nach dem Tippen auch schon kürzerer Texte sah das Display dann meistens aus, als ob es jemand mit Bratfett imprägniert hätte. Der Hersteller lieferte vernünftigerweise ein High-Tech-Putztuch gleich mit. Einziger Workaround: vor jedem Tippen erstmal die Hände waschen oder Handschuhe tragen.
Das sind so die kleinen Details, die die Freude an einem ansonsten hübschen Gadget stark dämpfen können. Eins ist darum klar: Für Vielschreiber sind die Origami-Geräte garantiert nicht gedacht.
Die Hype-Maschine läuft auf Hochtouren: Microsoft und Intel wollen uns zur CeBIT die nächste Generation der tragbaren PCs unter den Codenamen Origami bzw. UMPC verkaufen. Doch alles sieht im Moment danach aus, als ob noch einige Monate ins Land gehen könnten, bis man die neuen Wunderdinger auch wirklich kaufen kann.
Ein guter Anlass, um einmal etwas näher zu beleuchten, was man bei ultraportablen PCs denn hier und heute schon haben kann. Ausgesucht haben wir uns zum Test den OQO Model 01+, den wohl profiliertesten Vertreter dieser Gattung.

Der OQO ist ein vollwertiger kleiner Windows-PC — ein, sehr, sehr kleiner Windows-PC. Man kann sich die Grössenverhältnisse am besten vor Augen führen, indem man ein A4-Blatt zweimal faltet. Die resultierende Fläche (A6) entspricht etwa der Grundfläche des OQO. Die Dicke des Geräts beträgt keine 2.5cm, das Gewicht gerade mal 400 Gramm. Damit passt der OQO noch locker in jede Jackentasche, auch wenn man seine Anwesenheit deutlich spürt. Trotzdem: Der OQO ist ein PC, den man tatsächlich jederzeit dabei haben kann, falls man das unbedingt will.
Mit einem 1GHz-Transmeta-Prozessor, 512 MB RAM und einer 30GB-Harddisk ist der OQO natürlich kein Powerrechner, aber doch bestens geeignet für die gängigsten PC-Anwendungen. Mit seiner eingebauten Mini-Tastatur ist er ausserdem im Gegensatz zu tastaturlosen Tablet-PCs auch für das Verfassen kürzerer Texte unterwegs ein geeignetes Werkzeug.
Wir werden in den nächsten Tagen den OQO in mehreren Posts auf Herz und Nieren prüfen. Der Kleine darf natürlich auch mit an die CeBIT und soll sich dort als ultramobiles Blogging-Werkzeug bewähren.
Die Gerüchte scheinen sich zu bestätigen: Samsung zeigte bereits heute im Vorfeld der CeBIT ein Gerät, das dem neuen Origami-Standard von Microsoft (bzw. UMPC von Intel) entsprechen soll.
Das neue Gadget hat ungefähr die Grundfläche einer halben A4-Seite und ist damit deutlich grösser als die meisten mobilen Media-Player oder etwa eine Sony PSP. Dafür bekommt man aber auch einiges an Leistung: Ein Celeron-Prozessor mit 900 MHz, 512 MB RAM sowie Connectivity über WiFi und Bluetooth positionieren das Samsung-Gerät klar als kleinen PC und nicht als Spielzeug. Als Betriebssystem soll darauf eine “besondere Variante” von Windows XP laufen — morgen werden wir von Microsoft wohl mehr erfahren.
Aber auch Samsung wollte bisher noch keinen Markteinführungsstermin nennen. Das heisst wohl, dass man sich nach der Messe noch einige Monate gedulden muss.
(via GottaBeMobile)
An der Consumer Electronics Show in Las Vegas, dem amerikanischen Pendant zur CeBIT, haben hochkarätige “Keynote Speeches” Tradition. In diesen ca. einstündigen Präsentationen zeigen Firmenchefs wie Bill Gates (Microsoft), Larry Page (Google) oder Paul Otellini (Intel), was man von ihren Unternehmen demnächst an neuen Innovationen erwarten kann. Oft werden für diese Anlässe auch Stars wie Tom Cruise oder Robin Williams engagiert, um der trockenen Technik etwas Hollywood-Glanz zu verleihen.
Auch an der CeBIT wird gern präsentiert und geredet. Aber der Unterschied zu Las Vegas könnte kaum grösser sein. Statt Bill Gates gibt es Angela Merkel, statt Tom Cruise haufenweise deutsche Universitätsprofessoren. Und im “CeBIT Forum HR” kann man sich eine Podiumsdiskussion mit Gewerkschafts- und Arbeitgebervertretern zum High-Tech-Thema “Tarifpolitik quo vadis?” anhören. Ob das wirklich die Innovationsfreude ankurbelt?
Aber eins haben die Deutschen den Amis klar voraus: inhaltlichen Tiefgang. In der Sonderschau “digital living” wird nicht einfach nur oberflächlich über Gadgets diskutiert. Nein, am Samstag spricht der berühmte Theologieprofessor Hans Küng zum Thema “Der Mensch lebt nicht von digitaler Technik allein“. Der knackige Untertitel “Interkulturelle Kompetenz und gemeinsame Werte: Grundlage für das Leben in unserer Weltgesellschaft” verspricht … nun ja, auf jeden Fall eine etwas andere Perspektive. Ein bisschen Betroffenheit muss schliesslich auch auf IT-Messen Platz haben.
So langsam festigt sich die allgemeine Meinung, dass es sich bei Microsofts geheimnisvollen Origami-Projekt und Intels “Ultra Mobile PC” (UMPC) um ein und dasselbe Konzept handeln muss, nämlich um tragbare Kleinst-Windows-Rechner. Während Microsoft noch geheimniskrämerisch auf die für morgen angekündigte offizielle Ankündigung vertröstet, sind bei Intel schon längst diverse Details durchgesickert: die ersten UMPCs sollen unter Windows XP laufen und ca. $1000 kosten, spätere Modelle werden aber das Konsumentenbudget nur noch um die $500 erleichtern. Offensichtlich zielt man auf den Massenmarkt.
Die bisher gezeigten Prototypen erinnern an kleine Tablet-PCs, aber offenbar verfolgt man mit dieser neuen Device-Klasse andere Ziele: Während Tablet-PCs primär eine Business-Kundschaft ansprechen, steht hier klar der Entertainment-Aspekt im Vordergrund. Unterwegs soll der UMPC-Besitzer in höchster Qualität auf Video, Musik und Spiele zugreifen können. Weitere PC-Funktionalitäten à la e-Mail und Web gibt es natürlich auch.
Wer die Geräte aber eigentlich herstellen soll und wann die Dinger auf den Markt kommen, ist weiterhin unklar. Gerüchtehalber soll Samsung morgen an der Cebit schon ein konkretes Produkt vorstellen.
Ein wenig kommt aber jetzt schon der Verdacht auf, dass hinter dem ganzen Hype wieder mal nur eine der eher abstrakten “Plattform-Ankündigungen” von Microsoft und Intel steht. Welche Produkte dann wann daraus resultieren, steht auf einem anderen Blatt.
Und etwas üben sollten Intel und Microsoft diese Form des Geheimniskrämer-Marketings auch noch mal: Während Microsofts Site weitgehend inhaltsleer bis zur Langweile ist, kämpfte Intel in den letzten Tagen mit erheblichen Server-Problemen auf der Teaser-Site. Fast stündlich gab es neue Fehlermeldungen zu bewundern. Hoffentlich kein schlechtes Omen für den UMPC.