Kolibree:
Die (viel zu) intelligente Zahnbürste mit Smartphone-Anschluss

Kolibree ist eine elektrische Zahnbürste mit Smartphone-Anschluss. Per App teilt sie dem Benutzer mit, wie viel und wie gut er putzt. Gedacht ist das vor allem für Familien und bei genauerer Betrachtung auch nur für solche.

Kolibree - Zahnbürste mit Smartphone-Tracker. Alle Bilder: Kolibree

Kolibree - Zahnbürste mit Smartphone-Tracker. Alle Bilder: Kolibree

Ich muss hier heute den Spielverderber machen, denn so langsam reicht es mit den Haushaltsgegenständen mit Smartphone-Anschluss. Wir haben in den letzten Monaten unter anderem die intelligente E-Zigarette gesehen, Dutzende von Fitness-Gadgets und die smarte Trinkflasche – teile deinen Freunden in Echtzeit mit, wie viel du gerade getrunken hast.

Und nun also auch eine Zahnbürste. Kolibree zeichnet die Statistiken des Bürstens auf und übermittelt sie via Bluetooth an ein Smartphone. Gedacht ist das vor allem für Eltern: Putzen die Kinder auch brav ihre Zähne? Machen sie das richtig und lange genug? Die App, die bis zu fünf Zahnbürsten gleichzeitig tracken kann, hilft dabei. Auch alle anderen können mit ihren Freunden teilen, wie gut und intensiv sie im Vergleich zu den Vortagen geputzt haben. Aber wer, bitte, will so etwas wirklich teilen und vor allem: lesen?

Kolibree - intelligente Zahnbürste
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Bei der Kolibree handelt es sich um eine Ultraschall-Zahnbürste mit pulsierendem statt rotierendem Kopf. Über den Standfuß, der einer Docking-Station entspricht, lässt sie sich wieder aufladen. Sie ist wasserdicht bis 1 m Tiefe. Eine App steht sowohl für iOS als auch Android zur Verfügung. Weil das stromsparende Bluetooth 4.0 LE verwendet wird, werden allerdings erst wenige kompatible Android-Geräte unterstützt. Ein Video stellt die Vorzüge der Zahnbürste vor:

Das Gerät an sich macht auf mich keinen schlechten Eindruck. Ich habe auch gar nichts dagegen, dass es “intelligente” Zahnbürsten gibt, die sich etwa melden, wenn man falsch oder zu wenig putzt. Aber ganz ehrlich: Muss denn wirklich alles mit einem Smartphone verbunden werden? In diesem Falle hätte es in meinen Augen auch ein integriertes kleines Display getan. Brauchen wir unbedingt detaillierte Statistiken darüber, wie viele Minuten und Sekunden wir die Zähne geputzt haben und welcher Zahn am längsten gestreichelt wurde? Was kommt als nächstes? Der Sensor, der unseren Freunden eine Live-Info aufs Smartphone schickt, welche Körperteile wir gerade mit wie viel Litern Duschgel gewaschen haben? Das intelligente Taschentuch?

Der Hersteller der Kolibree sitzt in Frankreich. Die Bürste soll ab Juli zum Kauf angeboten werden und je nach Version 99 oder 199 US-Dollar plus Steuern und deswegen wohl auch etwas unter 100 oder 200 Euro kosten. Nicht gerade wenig für eine Zahnbürste.

Vorher soll eine Kickstarter-Kampagne ins Leben gerufen werden, wo sich Interessenten die Bürste als erste bestellen können. Ich werde wohl eher nicht dazu gehören.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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2 Kommentare

  1. Und eine Übertragung der Daten an den behandelnden Zahnarzt, die Krankenkasse, das Bundesgesundheitsministerium und die WHO wären dann der logische nächste Schritt. Aber was will man machen, wenn Ingenieuren offenbar keine sinnvollen Anwendungen mehr einfallen?

  2. Die 3D-gedruckte, massgeschneiderte Blizzident.com putzt alle Zähne gleichzeitig, automatisch, perfekt, durch blosses Kauen, in 6 Sekunden. Elektronik, Smartphone, Auswertung sind da gar nicht mehr notwendig.

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