Ubuntu Edge:
Nicht finanziert, aber trotzdem hat Canonical gewonnen

Canonical hat das Ziel zur Finanzierung des High-End-Smartphones Ubuntu Edge verfehlt. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn Canonical hatte vermutlich ein ganz anderes Ziel: Aufmerksamkeit.

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Das Ubuntu Edge

Canonical konnte über das Crowdfunding-Netzwerk Indiegogo fast 13 Millionen US-Dollar sammeln. 32 Millionen hätte man gebraucht, um das Projekt zu realisieren. Dennoch ist man kein Verlierer, denn schon im ersten Video verriet Canonical-Chef Shuttleworth, worauf es ihm genau ankomme. (Siehe Video unten)

Es gibt im Mobilbereich keine Teststrecken wie in der Automobilbranche. Firmen gehen keine Risiken ein, wenn es darum geht, neue Technik in High-End-Hardware einzusetzen. Eine negative Erfahrung, die Shuttleworth in den Gesprächen mit Smartphone-Herstellern machen musste. Möchte eine Firma mehrere Millionen Geräte verkaufen, dann setzt sie auf Altbewährtes.

Ubuntu Edge, das nicht realisierte Smartphone
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Wie schafft man es aber, den Herstellerfirmen zu beweisen, dass ein Bedarf an einem Produkt besteht? Und das sogar möglichst günstig? Man startet ein Crowdfunding-Projekt. In diesem Fall eins, das einen Rekord für die höchste, gesammelte Summe bricht. Mit diesem Projekt in der Tasche – ob es nun erfolgreich ist oder nicht – laufen Verhandlungen mit Herstellern vermutlich direkt sehr viel besser.

Win-Win-Situation

Das erklärt, wieso das Ende der Kampagne nicht traurig, sondern hoffnungsvoll, auf 2014 hinblickend, kommentiert wurde. Die Mobilbranche hat somit eine Teststrecke, einen Spielplatz gefunden – Crowdfundig. “Stelle eine Idee vor und schaue, wie viele für diese Idee bezahlen würden. Gehe dann mit dem Ergebnis zu einem Hersteller und bekomme gute Konditionen.”

Shuttleworth schrieb auf der Indiegogo-Seite zum Ende des Projekts:

All of the support and publicity has continued to drive our discussions with some major manufacturers, and we have many of the world’s biggest mobile networks already signed up to the Ubuntu Carrier Advisory Group. They’ll have been watching this global discussion of Ubuntu and the need for innovation very closely indeed. Watch this space!

Crowdfunding ist kein Umfragetool

Die Idee des Crowdfundings ist eigentlich aber eine ganz andere. Crowdfunding soll nicht als Umfragen-Tool missbraucht werden, bei dem man eine bessere Verhandlungsposition erwirkt, sondern eine Plattform, auf der Ideen realisiert werden, denen das Startkapital fehlt und die vielleicht so außergewöhnlich sind, dass niemand in diese Idee finanzieren würde.

Sollte es von Canonical wirklich so geplant worden sein, dann herzlichen Glückwunsch für diesen cleveren Schachzug. Vielleicht kann man mit diesen Zahlen bei Herstellern mehr Eindruck schinden und wir sehen dann 2014 ein Samsung-, HTC- oder Sony-Smartphone mit Ubuntu-Dualboot.

 

Ricarda Riechert

Ricarda Riechert ist Autorin bei neuerdings und dem Euronics Trendblog. Sie kann sich sowohl für neue Gadgets, als auch für Fotografie begeistern. Ihre Gamingleidenschaft lebt sie bei Elvun aus.

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3 Kommentare

  1. Jo. Das wäre schön. ;-)

  2. Unter uns: Bei 13 Millionen Dollar (9 734 181,95 Euro), wäre ich auch nicht traurig darüber & würde sogar sagen, dass das Ziel von 32 Millionen Dollar bewusst so hoch angesetzt wurde, um es nie zu erreichen. Ja, einfach mal nachdenken: Ein Designer, ein Maschinenschlosser, ein CAD-Architekt & 3D Designer, ein Elektrotechniker und ein Programmierer setzen sich zusammen und realisieren einen Prototyp.

    Nennen wir eine Summe von 20.000 Euro für die Einzelanfertigungen der Teile. Da können schon ein oder 2 Parts aus der Gruppe fehlen. Bleiben noch immer ~9.705.000€ übrig. Den errechneten Stundenlohn hätte ich auch gerne.

    Unter uns: Ich sehe das als sehr gekonnten Betrug, über den man nicht mal böse sein kann/darf, da sie ev. wirklich etwas bewegt haben. Von daher: Hut ab & gelungener Coup.

  3. Unter uns: Du bist d..m….
    Die Kohle behalten die doch nicht, wenn das Projekt nicht realisiert wird.

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