Edel-Kompakte:
Profikameras für die Jackentasche

Immer größere Sensoren, immer bessere Objektive, immer kleineres Gehäuse – die Kameraindustrie hat ihre Liebe fürs Kompakte wiedergefunden. Wer will, bekommt die Bildqualität einer Spiegelreflexkamera im Jackentaschenformat. Und das wollen offensichtlich viele Kunden haben, denn die Auswahl wird immer größer. Ein Safaribericht aus dem Digitalkameradschungel.

Kaum zu glauben, was für Technik in einer so winzigen Kamera stecken kann. (Bild: Sony)

Kaum zu glauben, was für Technik in einer so winzigen Kamera stecken kann. (Bild: Sony)

Dieser Tage war es bei mir mal wieder soweit: Eine Recherche-Session in Sachen Digitalkameras stand an. Seit sechs Jahren war ich recht zufrieden mit meiner Fuji FinePix S6500fd. Ein Weitwinkel war damals noch selten zu finden. Die Kritiken lasen sich gut. Der Preis war günstig.

Über viele Jahre hatte ich zuvor Spiegelreflexkameras gehabt. Dann kamen die Digitalen und ich hatte erst einmal abgewartet. Über lange Zeit haben sie mir einfach zu wenig geleistet für zu viel Geld. Aber die Fuji war es dann und ich fotografiere seitdem nur noch digital. Allerdings war mir die Kamera zuletzt zu sperrig. Ich habe praktisch nur noch mit meinem Nexus 4 fotografiert, was je nach Situation verblüffend gute Aufnahmen machen kann und das ich vor allem immer dabei habe. Idealerweise hätte ich gern die Qualität und Flexibilität einer großen Kamera im kompakten Format, dachte ich mir. Und wie sich herausstellte, ist die Auswahl genau in diesem Bereich enorm.

High-End-Kompakte
canon-powershot-s100-01Canon PowerShot S110canon-powershot-s100-03canon-powershot-s100-04
canon-powershot-s100-05fujifilm-finepix-x20-01fujifilm-finepix-x20-02fujifilm-finepix-x20-03
fujifilm-finepix-x20-04fujifilm-finepix-x20-05fujifilm-finepix-x20-06fujifilm-finepix-x20-07
fujifilm-finepix-x20-08fujifilm-finepix-x20-09fujifilm-finepix-x20-10fujifilm-finepix-x20-11
fujifilm-finepix-x20-12fujifilm-finepix-x20-13Fujifilm X20fujifilm-finepix-x20-15
fujifilm-finepix-x20-116fujifilm-finepix-x100s-01fujifilm-finepix-x100s-02fujifilm-finepix-x100s-03
fujifilm-finepix-x100s-04fujifilm-finepix-x100s-05Fujifilm X100Sfujifilm-finepix-x100s-07
fujifilm-finepix-x100s-08fujifilm-finepix-x100s-09fujifilm-finepix-x100s-10fujifilm-finepix-x100s-11
fujifilm-finepix-x100s-12fujifilm-finepix-x100s-13Nikon Coolpix Anikon-coolpix-a-02
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Panasonic Lumix LX7panasonic-lumix-lx7-02panasonic-lumix-lx7-03panasonic-lumix-lx7-04
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Ricoh GRricoh-gr-02ricoh-gr-03ricoh-gr-04
ricoh-gr-05Samsung EX2Fsamsung-ex2f-02samsung-ex2f-03
samsung-ex2f-04samsung-ex2f-05sony-cyber-shot-rx-100-01sony-cyber-shot-rx-100-02
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sony-cyber-shot-rx-100-m2-04sony-cyber-shot-rx-100-m2-05sony-cyber-shot-rx-100-m2-06sony-cyber-shot-rx-100-m2-07
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Sony Cyber-shot RX100IIsony-cyber-shot-rx-100-m2-13Kaum zu glauben, aber mit einer so winzigen Kamera lassen sich herausragende Fotos machen. (Bild: Sony)sony-cyber-shot-rx-100-m2-15
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Was ich mit “Kompakte” meine

Um das gleich klarzustellen: Wenn ich “Kompakte” schreibe, meine ich eine Kamera, die problemlos in eine Jacken- oder gar Hosentasche passt. Zudem habe ich mir nur Kameras mit festem Objektiv angesehen, also keine Systemkameras. In diesem Bereich gibt es ebenfalls Exemplare, die diesem Anspruch genügen, wenn man ein entsprechend kleines Objektiv nutzt. Mein Bericht ist jedenfalls subjektiv. Ihr könnt ihn sehr gern um eure Meinungen und Erkenntnisse in den Kommentaren ergänzen.

So eine Recherche-Session in Sachen Digitalkameras kam bei mir jedenfalls ungefähr alle drei bis sechs Monate vor. Ich habe dann den Markt umgewühlt und geschaut, was mir wohl gefallen könnte. Letztlich habe ich es dann doch gelassen, denn Fotografie ist eben nur ein Hobby und ich habe mir das Geld gespart.

Spiegelreflex sind toll, aber unpraktisch

In Sachen Spiegelreflex liebäugele ich mit einem kleinen Canon-Modell, also beispielsweise EOS 550D/600D etc. Denn hier gilt die Regel: Investiere dein Geld hauptsächlich in die Objektive.

Allerdings sind Spiegelreflex nun so ziemlich das unhandlichste, schwerste und sperrigste, was man sich kaufen kann. Man hat sie nie zufällig dabei – naja, ich jedenfalls nicht. Und auch wenn ich gern fotografiere, kommt es doch selten vor, dass ich gezielt losgehe. Im Urlaub wiederum ist mir so ein Ungetüm einfach zu unpraktisch.

Mit diesen Gedanken bin ich offensichtlich nicht ganz allein. Viele ambitionierte Amateure haben sich eine Spiegelreflex gekauft, nur um dann festzustellen, dass sie nach der ersten Begeisterung in ihrer Fototasche vereinsamt. Am Ende bleibt dann oft eh dasselbe Objektiv dran und irgendwann fragt man sich, wozu man eigentlich dieses ganze Geraffel angeschafft hat.

Die Kamerahersteller haben das inzwischen erkannt. Es gibt einen Markt für Kompakte mit hoher Qualität. Nicht nur die schon genannten ambitionierten Amateure sind hier das Ziel, sondern auch Profis, die nach einer Immer-dabei-Kamera suchen, die trotzdem ihren Ansprüchen genügt.

Zugleich können sich die Hersteller auf diese Weise von den Kamera-Smartphones absetzen.

Mögliche Entscheidungskriterien für den Kauf

Der Markt der Digitalkameras ist inzwischen so groß, dass man sich schon im Vorfeld einigermaßen darüber klar sein sollte, was man eigentlich haben möchte. Wenn man das nicht weiß, kann man sich auch einfach erst einmal eine Kamera kaufen, die zum passenden Preis gute Kritiken bekommt. Und dann schaut man, ob man etwas vermisst oder mit einer Eigenschaft nicht zurechtkommt.

Wenn man schon ungefähr weiß, was man möchte, schaut man sich beispielsweise diese Kriterien an:

  • Der Preis. Mir war zum Beispiel klar, dass ich deutlich unter 500 Euro ausgeben wollte. Mich faszinieren zwar sehr gute Kameras, aber ich habe für mich das Gefühl, dass sie sich nicht “lohnen”. Das wird jedem anders gehen.
  • Das Objektiv. Es ist ein entscheidender Faktor, der darüber bestimmt, was man mit der Kamera anstellen kann. Mir ist zum Beispiel Weitwinkel wichtig, weil ich gern damit fotografiere. Viel Zoom brauche ich hingegen nicht. Mir war zudem Lichtstärke sehr wichtig, denn ich kann geblitzte Fotos nicht leiden.
  • Der Sensor. Nachdem das Megapixel-Rennen keinen Sinn mehr ergibt, haben die Hersteller nun die Größe des Sensors für sich entdeckt. Ein größerer Sensor kann unter anderem mehr Licht einfangen. Alles in allem bekommt man mehr kreative Freiheiten und die Bilder haben eine andere Anmutung. Allerdings bedeutet ein großer Sensor auch, dass sich das Objektiv entsprechend anpassen muss, soll es seiner Qualität gerecht werden und vielleicht trotzdem noch einen großen Zoombereich haben. Einen großen Sensor in einem kompakten Gehäuse unterzubringen, ist da eine erhebliche Ingenieursleistung, die nicht immer gelingen muss.
  • Funktionalität, Bedienung. Ich bin jemand, der eine gut funktionierende Automatik zu schätzen weiß. Ich stelle gern manuell ein und möchte darauf ebenfalls nicht verzichten, aber oftmals entdecke ich etwas und möchte es schlichtweg festhalten. Moderne Kameras leisten da schon eine Menge. Auch das Bedienkonzept sollte stimmig sein, so dass man sich nicht ständig durchs komplette Menü wühlen muss, nur um eine Einstellung vorzunehmen. Hier hilft es allein, Testberichte zu lesen.
  • Maße, Gewicht. Da es mir um eine Kamera ging, die ich möglichst immer dabei haben möchte, spielten natürlich ihre Größe und ihr Gewicht eine Rolle.
  • RAW-Format. Ich habe selbst noch nie im RAW-Format fotografiert, bin aber sehr neugierig darauf. Hier bekommt man grob gesprochen das Foto so, wie der Sensor es aufgenommen hat und “entwickelt” es in einer Software wie z.B. Adobe Lightroom oder Apple Aperture. Ob ich das letztlich häufig machen werde, weiß ich nicht. Aber ausprobieren möchte ich es schon.

Klar war mir schon vorher, dass ich trotz der großen Auswahl Kompromisse eingehen muss. Und ich sah mich da schon bald über mein Preislimit hinausgehen… Hier nun die Kameras, die ich mir angeschaut habe und was sie auszeichnet:

Canon PowerShot S110

Canon PowerShot S110

Canon PowerShot S110

Die Canon gewinnt vor allem in der Kategorie Kompaktheit. Sie sollte man problemlos auch in einer Hosentasche unterbringen können. Der Zoom reicht von 24 bis 120 mm (jeweils umgerechnet aufs Kleinbildformat) und entspricht damit meinen Kriterien. Die Anfangsblendenöffnung beginnt bei 2.0, was recht gut ist, fällt dann aber schnell auf bis zu 5.9 ab. Das gefällt mir nicht so gut. Alles in allem ist die PowerShot S110 sicherlich eine sehr gute, besonders kompakte Kamera. Aber es fehlte mir etwas, um wirklich Begeisterung auszulösen.

Die Canon PowerShot S110 gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 290 Euro (Affiliate-Link).

Panasonic Lumix LX7

Panasonic Lumix LX7

Panasonic Lumix LX7

Die Lumix LX-Reihe von Panasonic waren die Kompakten, die ich schon länger auf dem Zettel hatte. Tatsächlich hatte sich die LX5 bei meiner letzten Digitalkamera-Recherche-Session als Favorit herausgestellt. Sie glänzen vor allem mit sehr lichtstarken Objektiven, die in Tests zudem noch sehr gelobt werden. Bei der Lumix LX7 ist ein 24-90mm F1.4-2.3 von Leica eingebaut. Tatsächlich gibt es diese Kamera mit gleicher Hardware, etwas anderem Gehäuse und anderer Software als Leica D-Lux 6 zu kaufen. Positiv hervorgehoben werden in Tests das durchdachte Bedienkonzept, das auch Manuell-Fetischisten ansprechen sollte, kombiniert mit sehr guten Automatikfunktionen. Negative Bewertungen handelt sich die LX7 wegen des vergleichsweise kleinen Sensors ein. Er ist deutlich größer als das, was man bislang normalerweise in Kompakten gefunden hat. Aber Konkurrenten wie die Sony RX100 (siehe unten) gelten manchen da als bessere Alternative. Die ist aber gleich erheblich teuerer.

Die Panasonic Lumix LX7 gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 445 Euro (Affiliate-Link).

Samsung EX2F

Samsung EX2F

Samsung EX2F

Die Samsung könnte manchem als Geheimtipp gelten, denn sie hat auf dem Papier hervorragende Daten und ist zugleich sehr günstig zu haben. Auf der positiven Seite finden sich das schwenkbare Display für ungewöhnliche Fotoperspektiven sowie eine eingebaute Wi-Fi-Funktionalität. Das Schneider-Kreuznach-Objektiv glänzt mit einer Anfangsblende von 1.4, fällt dann aber recht schnell ab. Erschwerend kam für mich hinzu, dass in Testberichten die Bedienung der Samsung als eher schwierig und unlogisch beschrieben wurde.

Die Samsung EX2F gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 315 Euro (Affiliate-Link).

Sony Cyber-shot RX100 und RX100II

Sony Cyber-shot RX100II

Sony Cyber-shot RX100II

Mit der Sony Cyber-shot RX100 scheint den Japanern ein ordentlicher Hit gelungen zu sein. Das reicht bis hin zu dem Fakt, dass es RX100-Fanboys gibt, die Diskussionen über Kompaktkameras mit dem Hinweis okkupieren, dass ja die RX100 das Beste überhaupt sei und alles andere nur Müll. Als Argument muss hier vor allem der 1-Zoll-Sensor herhalten, der tatsächlich erheblich größer ist als bis dahin bei Kameras dieser Größe gewohnt. Zugleich bleibt die RX100 erstaunlich kompakt. Das Zoom-Objektiv beginnt aber erst bei einer Brennweite von 28mm, was gegenüber 24mm einen deutlichen Unterschied ausmachen kann. Zudem ist es mit F1.8-4.9 nicht überragend lichtstark – was die Kamera dank des großen Sensors aber ausgleichen kann. Tatsächlich führt das sogar zu Problemen, da die kürzeste Belichtungszeit nur 1/2000s beträgt und die Kamera keinen Neutral Density Filter besitzt, mit dem man die Menge des einfallenden Lichts reduzieren könnte. Die Lumix LX7 besitzt beispielsweise einen, weil deren lichtstarkes Objektiv im strahlenden Tageslicht ansonsten zum Problem werden könnte. Sehr gelobt wird die Bildqualität der RX100 auch bei hohen ISO-Werten, wenn es also schummrig wird.

Die RX100II ist nun als Schwestermodell hinzugekommen. Hier soll der Sensor noch einmal lichtempfindlicher geworden sein und sie weist einen Blitzschuh auf. Zudem lässt sich das Display nun hochklappen, wenn auch nicht schwenken wie bei der Samsung EX2F. Nicht zuletzt hat sie ebenfalls Wi-Fi eingebaut, das sich auch via NFC und dem eigenen Smartphone einrichten lässt.

Die RX100 gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 530 Euro (Affiliate-Link) und die RX100II für rund 750 Euro (Affiliate-Link).

Fujifilm X20

Fujifilm X20

Fujifilm X20

Als zufriedener Fuji-Nutzer kam natürlich auch dieser Hersteller in Betracht, der tatsächlich ebenfalls im Bereich der Edel-Kompakten mitmischt. Und hier möchte man nicht nur mit den technischen Daten, sondern auch dem Design auffallen. Die X20 sowie die X100 (siehe unten) kommen im Retro-Outfit daher. Ich finde das zwar ganz schick, aber ein Kaufkriterium ist es für mich nicht. Manchen mag es vielleicht sogar abschrecken.

Die X20 jedenfalls dürfte vor allem die Manuell-Fetischisten ansprechen, denn sogar den Zoom kann man ganz klassisch per Drehring einstellen (was ich persönlich jederzeit einer Wippe vorziehe, aber leider im Kompaktbereich selten ist). Eine weitere Besonderheit ist der optische Sucher. Sowohl die Fotoqualität als auch das Objektiv werden in Tests gelobt. Mir persönlich ist sie allerdings schon ein Stück zu groß.

Die Fujifilm X20 gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 525 Euro (Affiliate-Link).

Ricoh GR

Ricoh GR

Ricoh GR

Auf die Ricoh GR bin ich erst relativ spät in meiner Digitalkamera-Recherche-Session gestoßen und sie hätte beinahe noch einmal alles umgeworfen. Sie gehört zu einer Klasse von Kompakten, die einen besonders großen Sensor mit einer festen Brennweite (in diesem Fall 28mm F2.8) kombinieren. Ja, feste Brennweite: kein Zoom. Das scheint nicht jedem Käufer klar zu sein, wie man hier und da in Foren lesen kann. Für so manchen Foto-Feinschmecker ist das genau das richtige, denn man weiß: Mit fester Brennweite lassen sich sehr viel leichter hervorragende Objektive bauen als mit Zooms, die dann vielleicht auch noch komplett in ein Kompaktgehäuse zurückfahren sollen. Und als Handyfotograf bin ich es sogar gewöhnt, nur eine feste Brennweite zur Verfügung zu haben. Insofern…

Vereinfacht gesagt bietet die Ricoh GR den Sensor einer Spiegelreflex (APS-C-Format) in einem kompakten Gehäuse. Ricoh hat eine lange Tradition mit seinen GR-Kameras und über die Jahre offenbar eine wachsende Fanbasis aufgebaut. Preislich liegt die GR unter ihren direkten Konkurrenten und schneidet in Vergleichstests oftmals besser ab. Vor allem das flexible Bedienkonzept wird gelobt, bei dem es viel Platz für individuelle Vorlieben gibt. Auf der anderen Seite empfiehlt sich die Ricoh GR auch deshalb eher für Fotofreunde, die schon wissen was sie tun.

Die Ricoh GR gibt es u.a. bei Amazon für rund 755 Euro (Affiliate-Link).

Nikon Coolpix A

Nikon Coolpix A

Nikon Coolpix A

Die Nikon Coolpix A befindet sich in derselben Kameragattung wie die Ricoh GR: Spiegelreflex-Sensor im Kompaktgehäuse mit fester Brennweite. Von den Daten her sind die beiden fast Zwillinge. Anfangs war sie allerdings erheblich teurer angesetzt als die Ricoh. Inzwischen hat sich der Preis der Nikon angenähert.

Ebenso wie die Sony RX100 hat auch die Coolpix A keinen ND-Filter und eine kürzeste Belichtungszeit von 1/2000s – was wie oben erwähnt die Möglichkeiten der Kamera in hellem Licht einschränkt. Sowohl Bildqualität als auch Objektiv werden in höchsten Tönen gelobt. Und wer sich bereits mit Nikon-Spiegelreflex-Kameras auskennt, wird sich bei der Bedienung der Coolpix A wohl sofort zu Hause fühlen.

Die Nikon Coolpix A gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 840 Euro (Affiliate-Link).

Fujifilm X100S

Fujifilm X100S

Fujifilm X100S

Ebenso wie die Ricoh GR und die Nikon Coolpix A dürfte auch die X100S eine spezielle Zielgruppe von Fotoenthusiasten ansprechen. In ihrem Retro-Gehäuse findet sich ebenfalls ein großer Sensor im APS-C-Format und sie hat eine recht lichtstarke (F2.0) 35mm-Festbrennweite zur Verfügung. Eine weitere Besonderheit ist der optisch-digitale Sucher. Ich persönlich fotografiere auch sehr gern durch einen Sucher, weil es bei strahlendem Sonnenschein bestens funktioniert und sicherlich auch weil ich damit eben aufgewachsen bin. Im Kompaktbereich ist aber das eine Seltenheit oder ein teures Zubehör (z.B. für die Panasonic Lumix LX7 oder die Sony Cyber-shot RX100II erhältlich). Was mich bei ihr nachhaltig abschreckt, ist allerdings der Preis.

Die Fujifilm X100S gibt es u.a. bei Amazon für derzeit rund 1.235 Euro (Affiliate-Link).

Meine Entscheidung

Wie eingangs erwähnt: Es gäbe noch diverse weitere Modelle, die man hier aufführen könnte. Ergänzungen dazu gern in den Kommentaren. Die Sony Cyber-shot RX1 könnte man hier auf jeden Fall noch erwähnen, wenn es um High-End-Kameras in einem vergleichsweise kompakten Gehäuse geht. In ihr steckt ein Vollformatsensor und sie hat eine 35mm-Festbrennweite zur Verfügung. Mit einem Preis jenseits von 2.600 Euro ist sie dann doch sehr weit von dem entfernt, was ich ausgeben wollen würde. Zudem stellt sich die ganz grundsätzliche Frage, was ich von einem Vollformatsensor wirklich hätte…

Die Panasonic Lumix LX5 war wie gesagt längere Zeit mein Favorit, da ich die Kombination aus lichtstarkem Objektiv, Weitwinkel, manuellen Einstellmöglichkeiten plus Automatikfunktionen einfach sehr reizvoll finde. Die LX7 bietet ein noch lichtstärkeres Objektiv und einen Einstellring für die Blende am Objektiv.

Lange habe ich geschwankt, ob nicht auch die viel gelobte Sony Cyber-shot RX100 etwas für mich wäre. Sie bietet immerhin den wesentlich größeren Sensor. Auf der anderen Seite ist die Anfangsbrennweite spürbar geringer und auch Details wie der fehlende ND-Filter stören mich. Ich habe den Eindruck, dass die RX100 noch ein, zwei Generationen Modellpflege braucht, um den Preisunterschied zu rechtfertigen.

Noch einmal richtig unschlüssig wurde ich durch die Ricoh GR. Die Kombination aus APS-C-Sensor und fester Brennweite finde ich sehr reizvoll. Die Berichte über das gelungene und individuell anpassbare Bedienkonzept tragen ebenfalls dazu bei. Letztlich habe ich die Ricoh GR auf meine Wunschliste verschoben. Sie könnte eine interessante Ergänzung sein.

Alles in allem habe ich mich für die Lumix LX7 entschieden, die ich via Amazon Marketplace gebraucht für 360 Euro bekommen konnte. Ob sie meine Ansprüche auf Dauer erfüllt, wird sich zeigen. Sollte ich wieder einmal eine Digitalkamera-Recherche-Session einlegen, lasse ich es euch natürlich wissen.

Ein abschließender Tipp

Es ist kein besonders origineller Tipp, aber trotzdem: Schaut euch auch bei älteren Modellen um. In früheren Jahren waren die technischen Fortschritte bei Digitalkameras von Generation zu Generation noch enorm. Das ist heute nach meinem Eindruck nicht mehr der Fall. Es kommen im wesentlichen Features hinzu oder es gibt marginale Verbesserungen im Zuge der Modellpflege. Als ein Geheimtipp wird beispielsweise die Samsung EX1 gehandelt, die mit ihrem lichtstarken Zoom überzeugen kann. Ihr einziger wirklicher Nachteil ist die Videofunktion, die lediglich in VGA aufnimmt, während heute HD oder sogar Full-HD selbstverständlich ist. Wem das egal ist, kann hier für rund 200 bis 250 Euro ein Schnäppchen machen.

 

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10 Kommentare

  1. Mein Tipp, der sich auf Deinen abschließenden bezieht, ist die Nikon COOLPIX P7100. Ein absolute Klassekamera mit sehr vielen manuellen Einstellmöglichkeiten und echtem Sucher (wenn auch nur sehr simpel gehalten). Gibts schon ab ca. 290 Euro bei Amazon.

  2. Ich hab inzwischen eine Systemkamera (Sony Nex 5r).
    Grund vor allem: Unter den Kompakten hab ich nix mit brauchbarer Geschwindigkeit gefunden. Die Auslöseverzögerung ist da viel zu lang.
    Und Bridgekameras scheinen die Nachteile von System/SLR (zu Groß) mit denen Kompakten (zu schlecht) zu vereinen.

    Dennoch meine Auswahlkriterien für Kompakte (die sicher nicht für jeden wichtig sind):
    - Normale AA Akkus/Batterien (gibts leicht zu kaufen und erspart einem das Handling der zusätzlichen Größe, wenn man eh sonst überall AA Eneloops hat)
    - Eingebauter ‘Objektivdeckel’: Ein extra abnehmbarer Deckel, den auch manche Kompakte haben, ist lästiges Zusatzhandling, das auch Zeit braucht.
    - Eingebautes WLAN: Ist so unnötig und unbrauchbar wie Smartfunktionen im Fernseher. Ne EyeFi-SD Karte ist da deutlich praktischer.
    - Eingebauter Blitz.
    - Separater ‘Auslöser’ für Videoaufnahme ohne Modus-Umstellung.
    - Normale SD-Karte (zumindest manche Android-Kameras haben MicroSD. Die Dinger sind für die gegebene mittelmäßige Fotofunktion eh viel zu teuer).

    Zumindest meine Sony erfüllt natürlich nicht all diese Ansprüche:
    - Spezialakku. Werksmäßig maximal bescheuert: Lässt sich nur in der Kamera laden die dazu aber aus sein muss, Anschluss MikroUSB aber es geht nur mit dem Original Sony-Netzteil.
    Dagegen half aber ein Set aus 2 Akkus + externem Ladegerät (das ist dafür maximal cool, kann entweder per 230V zusätzlich USB laden oder selbst per MicroUSB bestromt werden)
    - Objektivdeckel: Ist halt so… Bleibt z.b. während nem Messebesuch in der Tasche. Die Sonnenblende sorgt dann für ausreichenden Berühr-schutz.
    - Eingebautes WLAN: Ziemlich sinnfrei, daher aus und EyeFI-Karte drin.
    - Blitz: Zwar nicht eingebaut aber fest montierbar und kompakt.
    Statt dem mitgelieferten ist ein größerer original Sony drauf. Auch der ist fest verbunden, klappbar (und damit auch aus) und bleibt so immer an der Kamera.

    Aber auch für die Systemkameras hab ich vorher andere probiert. Auch da gibts einfach unbrauchbaren Müll, wo ne einfache Kompakte besser ist.

    Da muss man wohl fast rumprobieren, bis Amazon einen sperrt…

  3. Zitat: “Wer will, bekommt die Bildqualität einer Spiegelreflexkamera im Jackentaschenformat” – Das stimmt natürlich nicht. Es ist rein technisch nicht möglich. Eine gute Spiegelreflex wird immer bessere Aufnahmen liefern. Dennoch sind sehr gute Aufnahmen mit Kompakten möglich. Ich besitze die Fuji X20 und bin damit sehr zufrieden. Die Qualität ist beeindruckend. Das Problem ist jedoch selten die Kamera. Die meisten “Knipser” besitzen eine sauteure Kamera und kennen nicht einmal die technischen Grundlagen. Wer keine absolute Top-Qualität braucht, sollte zu einer Edel-Kompakten greifen. Ich wundere mich ,dass die G15 nicht auf der Liste ist.

    • Natürlich stimmt es, dass man die Bildqualität einer Spiegelreflex für die Jackentasche bekommen kann. Wie aus dem Artikel ersichtlich, gibt es heute die gleiche Technik im kleinen Format, kombiniert mit sehr guten Objektiven. Eine Ricoh GR ist nicht so flexibel einsetzbar wie eine DSLR, aber die Bildqualität ist mindestens dieselbe. Muss sie auch sein, der Sensor ist das exakt gleiche Modell, das man in zahlreichen Spiegelreflex findet.

      Was genau ist denn “rein technisch nicht möglich”? Das würde mich dann mal doch interessieren.

  4. Der Artikel bietet einen ersten guten Einblick in die gehobene Kameraklasse. Ein Modell, dass du definitiv Ergänzen solltest: canon powershot g16. Lichtstärke 1.8 im weitwinkel, raw format, optischer sucher und manueller modus…

  5. Danke für diesen Bericht. Sehr aufschlussreich und praxisnah. Wie sind Sie nun mit der LX7 zufrieden, nach Ihren ersten Erfahrungen? Welche Kompaktkamera würden Sie heute bei freier Wahlmöglichkeit und ohne den Blick auf den Preis für Sie wählen? -

    Herzliche Grüße

    • Ich bin tatsächlich sehr zufrieden mit der LX7, weil sie aus meiner Sicht weiterhin ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis hat, eine hohe Qualität und viele kreative Möglichkeiten. Aktuell habe ich gar keinen Bedarf mir eine andere Kamera anzuschaffen und habe daher momentan keinen anderen Favoriten. Generell finde ich aber den Bereich der spiegellosen Systemkameras interessant, weil die im kompakten Format oft noch sehr viel mehr bieten.

  6. Vielen Dank für Ihre Antwort!
    Liebe Grüße und ein ganz gutes Wochenende.
    Herzlich …

  7. Ausgezeichneter Bericht über die verschiedenen Kompaktkameras. Ich bin ebenfalls vor der Wahl gestanden und habe mir nach mehrmaligem Antesten die Leica D-Lux6, also der Zwilling der LX7 gekauft. Ausschlaggebend war für mich die 3-Jahresgarantie und das im Set enthaltene Lightroom.
    Inzwischen ist die Kamera nicht mehr so kompakt, da ich ihr einen Zusatzgriff und den elektronischen Sucher von Panasonic gegönnt habe.
    Als Einsteiger in die digitale Fotografie habe ich mir noch das Buch von Alexander White “Photographers guide to the D-Lux6″ besorgt, da ich ja keine Ahnung von solchen Menüs hatte.
    Übrigens, dasselbe Buch gibt es auch für die LX7 – zur Information.
    So und nun wünsche ich mir wiederum eine kompaktere Kamera – da interessiere ich mich sehr für die Ricoh GR.

    • Vielen Dank für das Lob und ich freue mich, dass du dich auch für die LX//D-Lux6 begeistern kannst. Ich finde, dass die inzwischen ein wirklich geniales Preis-/Leistungsverhältnis bieten. Und das Buch habe ich auch! Kann es ebenfalls nur wärmstens empfehlen. Schon spannend, was ich da noch für Einstellungen, Menüs und Finessen entdeckt habe :)

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