Sony Xperia L:
Solides Mittelklasse-Smartphone mit kleinen Schwächen

Das Sony Xperia L ist ein 4,3 Zoll großes Android-Smartphone aus dem Mittelklasse-Bereich. Mit einem 1Ghz starken Dual-Core-Prozessor und 1GB Arbeitsspeicher ist man in den meisten Alltagssituationen gewappnet. Wie es sich darüber hinaus in zwei Wochen Testzeit geschlagen hat, beleuchten wir in unserem Testbericht.

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Sony Xperia L: 4,3 Zoll Android-Smartphone

Dieser Testbericht soll vor allem das Nutzererlebnis widerspiegeln, das dieses Smartphone von Sony vermittelt. Ich habe es also zwei Wochen lang als mein Haupt-Smartphone verwendet und bin nicht auf mein eigenes Telefon ausgewichen. Für alle, die einen großen Wert auf Benchmarkergebnisse legen, nur kurz die Mittelwerte nach jeweils drei Messungen mit Antutu und Quadrant: Antutu: 10560 Quadrant: 4147.

Das Sony Xperia L im Detail und Fotovergleiche mit Bridge-Kamera
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Das Sony Xperia L ist 4,3 Zoll in der Display-Diagonalen groß, verschenkt am oberen und unteren Rand allerdings ein wenig Platz. Das Design des Geräts sticht aus der Smartphone-Liga hervor. Es ist auf der Rückseite nach innen gewölbt und liegt dadurch gut in der Hand. Die Rückseite ist zusätzlich gummiert. Die obere und untere Kante laufen keilförmig zu. Das komplette Smartphone ist mit einer metallfarbenen Zierleiste umrandet. An der rechten Seite steht der runde, metallene Power-Knopf sehr dominant hervor. Auch wenn dies eher eine ungewöhnliche Position zu sein scheint, ist das genau die Höhe, auf der sich der Daumen befindet, wenn man das Smartphone in der rechten Hand hält. Damit lässt sich das Smartphone einhändig sperren und entsperren.

Etwas schade ist, dass der Powerknopf recht viel Spiel hat und deswegen wackelt. Das ist in dieser Preisklasse zwar kein Beinbruch und ändert nichts an der Funktionstüchtigkeit, jedoch kann sich mit der Zeit genau dort Staub und Schmutz absetzen und es schadet auch ein wenig dem Wertigkeitsgefühl, das bei diesem Mittelklassegerät dennoch hoch ist.

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Power-Knopf optisch abgehoben

Für mein persönliches Empfinden ist die Displaygröße des Smartphones ideal. Größer dürfte ein Smartphone für meinen Geschmack nicht sein, aber leider findet man High-End-Smartphones heutzutage nur noch mit größeren Displays.

An der unteren Kante hinter der metallfarbenen Plastikzierleiste findet sich die Benachrichtigungs-LED, die sich – je nachdem, über was sie benachrichtigt – verschieden einfärbt. Auf der Rückseite befindet sich die 8 Megapixel auflösende Kamera. Vorn gibt es eine Frontkamera mit lediglich VGA-Auflösung.

Lichtempfindliche Kamera, HDR und Blitz

Mit dem HDR-Modus der Rückkamera kann man auch bei schwierigen Lichtsituationen Fotos aufnehmen, wo andere Kameras bereits versagen. Das funktioniert in der Praxis ganz gut, auch wenn die Bilder trotz Weißabgleichs etwas farbverfälscht sind. Das ist allerdings ganz klar Jammern auf hohem Niveau, denn andere Smartphones steigen bei schlechten Lichtverhältnissen komplett aus.

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Die verschiedenen Modi

Möchte man bei geringer Entfernung den Blitz verwenden, dann ist das eher Roulette. Bei manchen Motiven hat man das Glück, dass diese korrekt belichtet werden – andere hingegen werden konsequent überbelichtet. Wieso das so ist, konnte ich leider nicht nachvollziehen. Die Kamera des Vorjahresmodells Xperia U hat sich hier als verlässlicher bewiesen.

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Kamera weigert sich, zu fokussieren

Vergessen wir die Frontkamera

Die Frontkamera ist hingegen fast unbrauchbar. Die Bilder sind mit einen hohen Grundrauschen durchzogen oder so stark verpixelt, dass man scharfe Kanten gar nicht mehr erkennt. Bei geringem Licht sieht man kaum etwas – bei guten Lichtverhältnissen hat man verrauschte und verpixelte Bilder. Hier könnte man bei Sony trotz der geringen Auflösung mehr herausholen.

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Ergebnis und Detail aus einem Foto der Frontkamera

Vergleich mit Bridge-Kamera hält das Xperia L stand

Bei Sony hat man einen sehr hohen Anspruch an die verbauten Kameras und Sensoren, weswegen ich die Rückkamera des Xperia L nicht mit einer weiteren Smartphone-Kamera verglichen habe, sondern mit einer Bridge-Kamera. Zum Test habe ich die Panasonic Lumix FZ28 mit 10 Megapixeln verwendet.

Auf den ersten Blick mag dieser Vergleich etwas ungerecht erscheinen, aber ich denke die Qualität der Smartphone-Kameras von Sony ist mittlerweile auf einem so hohen Niveau angekommen, dass man hier durchaus zur Kamera-Konkurrenz schauen kann, anstatt zu den Smartphone-Mitbewerbern.

Auf den folgenden Aufnahmen sieht man das gleiche Motiv mit beiden Kameras kurz nacheinander aufgenommen. Beide Kameras befanden sich im Normalmodus, die Belichtung wurde nicht modifiziert und auch der Weißabgleich stand auf “automatisch”. Beim letzten Bild habe ich in ein Motiv hineingezoomt, um einen Blick auf die tatsächliche Bildqualität zu werfen. Hier ist die Lumix zwar durch die höhere Auflösung leicht im Vorteil – das Smartphone zeigt trotzdem eine überraschend hohe Qualität. (Größere Auflösung der Vergleiche und noch mehr Motive gibt es oben in der Galerie)

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Kamera-Vergleich

Vergleich 03

Vergleich bei Nahaufnahmen

Zur Akkulaufzeit kann man nach nur zwei Wochen kaum eine objektive Aussage treffen, denn ein Smartphone braucht immer einige Ladezyklen, um die volle Kapazität des Akkus zu erreichen. Sony hat einen eigenen Akku-Laufzeit-Manager installiert, der während der Benutzung Tipps gibt, wie man seinen Akkuverbrauch minimieren kann. Viele Tipps sind hilfreich, aber man sollte nicht allen von ihnen blind folgen. So bekam ich nach einem Tag (das Smartphone befand sich über Nacht im Stand-By) die Mitteilung, dass das Smartphone häufig ungenutzt sei und ich deswegen doch die mobilen Verbindungen abschalten solle, solang der Bildschirm aus ist. Das hat aber den Nachteil, dass Meldungen über neue Nachrichten, E-Mails oder Tweets nicht mehr ankommen.

Mit dem Akku liegt man im Durchschnitt

Folgende Beobachtungen habe ich in meiner Testzeit trotzden machen können: Wer sein Smartphone unterwegs intensiv nutzt (Fotos machen, chatten, Maps verwenden, surfen, telefonieren), schafft mit dem Xperia L durchaus einen Tag. Wer es selten nutzt, kommt auch zwei Tage hin. Damit bewegt sich das Xperia L im normalen Rahmen der Konkurrenz.

Während der Testdauer hatte ich einige kleine Probleme mit verschiedenen Apps. So schalteten sich sowohl GetGlue als auch Instagram bei verschiedenen Aktionen selber aus. Instagram ließ mich beispielsweise keine Video-Nachrichten aufnehmen und beendete die App bei der Hälte aller Versuche, meine Benachrichtigungen abzurufen. GetGlue schaltete sich häufig aus, wenn ich nach neuen Serien suchte. Dieser Fehler muss nicht beim Smartphone liegen, sondern kann durchaus auch ein Bug in den Apps sein.

Android im ansprechenden Outfit

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Der Homescreen

Die Oberfläche, die man bei Sony über Android 4.1 Jelly Bean legt, ist ansprechend und harmonisch. Im Vergleich zu anderen Herstellern gefällt mir die Modifikation. Das ist allerdings eine rein subjektive Wahrnehmung. Ich finde jedoch, dass Sony hier einen guten Weg beschreitet, auch wenn ein unmodifiziertes Android in meinen Augen immer vorzuziehen ist.

Nach zwei Wochen hinterlässt das Smartphone bei mir einen vorwiegend positiven Eindruck. Für einen Preis von unter 250 Euro – je nach Anbieter – macht man hier nichts falsch. Für mich persönlich gibt es zwei Ausschlusskriterien, die das Smartphone aus meiner engeren Wahl ausschließen. Zum einen die schlechte Frontkamera – Hier ist das Sony Xperia SP mit seiner 2,2 Megapixel-Frontkamera interessanter. Zum Anderen die unzuverlässige Belichtung der Rückkamera bei Nahaufnahmen mit Blitz. Da es bei mir die beiden meistverwendeten Szenarien sind, fällt das Smartphone für mich heraus. Wer auf beides aber weniger Wert legt, kann bei dem Sony Xperia L bedenkenlos zugreifen.

 

Ricarda Riechert

Ricarda Riechert ist Autorin bei neuerdings und dem Euronics Trendblog. Sie kann sich sowohl für neue Gadgets, als auch für Fotografie begeistern. Ihre Gamingleidenschaft lebt sie bei Elvun aus.

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