UnityMedia:
Fernsehbox Horizon erlaubt TV-Streaming auf alle Geräte

Liberty Global will die Streaming-Box Horizon noch im Spätsommer über seine Tochtergesellschaft UnityMedia in Deutschland anbieten. Horizon ist ein Ökosystem mehrerer Geräte mit einem Recorder als Herzstück, der Kabelmodem, WLAN-Router, Telefonanlage, Aufnahme und HDTV-Receiver vereint.

Horizon: Streaming auf alle Geräte für UnityMedia-Kunden

Horizon: Streaming auf alle Geräte für UnityMedia-Kunden

Multifunktionale Set-Top-Boxen für das Kabel- oder Internet-TV gibt es bereits. Auch UnityMedia bietet einen HDTV-Festplatten-Recorder mit integrierter Videothek, zeitversetztem Fernsehen, gleichzeitigem Empfang und Aufnahmefunktion an. Das neue Projekt Horizon soll aber mehr sein als das: ein ganzes Ökosystem von Systemen, die Fernsehen und Internet miteinander verknüpfen.

Kollege Thomas Jungbluth hat euch Horizon bereits vor einem Jahr nach der Präsentation auf der Anga Cable vorgestellt. Inzwischen sind mehr Details über die Box bekannt geworden, und auch einen groben Starttermin hat Liberty in Aussicht gestellt: UnityMedia-Kunden in Hessen und NRW können das System ab dem Spätsommer kaufen oder mieten (also August oder September), KabelBW-Kunden etwas später.

Horizon, clevere Streaming-Box
2011.08.31MainMenuTV Guide - All Channels 2Browser_Vorschau_SenderübersichtHorizon: Streaming auf alle Geräte für UnityMedia-Kunden
HorizonHorizon_Box

Horizon soll nach Angaben von UnityMedia eine Plattform sein, die aus mehreren Komponenten besteht. Neben dem Recorder wären das noch der Receiver, Multiroom Clients, eine Online-Plattform, sowie Apps für Smartphones und Tablets. Mittelpunkt ist der Horizon Recorder, der eins für alles ist: Sowohl Kabelmodem, als auch Router und Set-Top-Box. Er verfügt über sechs Tuner, mit der vier Aufnahmen gleichzeitig möglich sein sollen, ein Tuner wird für den Empfang benutzt, ein sechster soll schnelles Umschalten ermöglichen. Eine Festplatte mit 500 GB ist darin, für den Festplattenrecorder stehen dafür 400 GB zur Verfügung. Die Fernbedienung ist doppelseitig und mit einer QWERTZ-Tastatur ausgestattet.

TV, Rechner, Smartphone oder Tablet

Die Box soll über intelligente Funktionen verfügen, die das eigene Fernsehverhalten auf Wunsch (und nur auf Wunsch) analysiert und persönliche Empfehlungen ausspricht. Die Box selbst ist von Samsung und funktioniert mit einem Intel-Atom-Chip. Neben der Recorder-Box gibt es die Möglichkeit, weitere Streaming-Clients in anderen Zimmern zu installieren. Über Horizon-Apps und die Web-Oberfläche soll man das TV-Programm auch zu Hause über Smartphone, Tablet oder Laptop/PC empfangen können. Für die Nutzung unterwegs fehlen UnityMedia nach eigenen Angaben allerdings die Rechte.

Das System soll für Smart-TV angepasste Apps wie Facebook laufen lassen können. Die Fernbedienung soll auch über eine iOS- oder Android-App möglich sein. Neben gewöhnlicher Bildqualität und HD sollen auch 3D-Signale ausgestrahlt werden können, externe Anwendungen lassen sich über DLNA auf dem Gerät abspielen. Die Recorder-Box unterstützt Gigabit-Ethernet und bietet zwei USB-Schnittstellen. Das offizielle Infoblatt zu Horizon (PDF) verrät weitere Details. Die Kollegen von Inside Digital haben das Gerät auf der Anga Com (Nachfolgeveranstaltung der Anga Cable) in diesem Jahr ausprobiert.

Markt für TV-Boxen blüht jetzt erst auf

Interessant dabei: Hersteller Samsung hat kürzlich Boxee übernommen, den Anbieter einer ganz ähnlichen Set-Top-Box mit intuitiver Bedienoberfläche. Noch ist unklar, was Samsung mit Boxee vorhat, aber es könnte um eben solche Boxen und Systeme gehen. Es wurde gemunkelt, dass Boxee als eigenständiges Unternehmen ohne strategische Partner in finanziellen Schwierigkeiten war. Eine Box, die aber direkt von einem Kabel-TV-Anbieter vertrieben wird, hat da viel bessere Chancen. Die aktuelle Horizon-Generation betrifft die Übernahme allerdings nicht.

Liberty Global bietet Horizon bereits in der Schweiz und den Niederlanden an, noch vor dem Verkauf in Deutschland soll sie auch in Irland an den Start gehen. Konkurrent Kabel Deutschland verfügt noch über keine ähnliche Box. Etwas Ähnliches im Programm hat allerdings IPTV-Anbieter Deutsche Telekom mit dem Service Entertain To Go. Seit dieser Woche ist der Empfang des linearen TV-Programms und der Online-Videothek im heimischen WLAN über das iPad und einen Webbrowser möglich.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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7 Kommentare

  1. Nette Idee. Für alle die mehr Freiheit benötigen und handwerkliches Geschick haben nehmen den XBMC auf nem Raspberry Pi für 50,-€.

  2. Horizon gibt es bei uns in der Schweiz schon länger. Und bin froh noch nicht gewechselt zu haben. Braucht enorm viel Strom das gute Teil. Und ja im TV läuft ja eh nur zu 90% Schrott.

    Und für den Rest gibt es Internet TV oder unverschlüsselter Digitaler TV :-). Horizon braucht kein Mensch!

  3. “Schon mehr Details”?
    Hier in der Schweiz will die UPC, das Teil als Eierlegende Wollmilchsau verkaufen…
    Die Koaxial-Leitungen spielen aber oft nicht mit und die angepeiltem 100MB/s werden so oder so unrealistisch…

  4. Leider ist das Ganze noch nicht wirklich ausgereift. gerade an der Software hapert es doch noch gewaltig.
    Wird sich hoffentlich mit dem nächsten Firmware-Update ändern.

    Mehr Infos gibts hier:
    http://community.upc-cabl…s/5327d16c0b/summary

  5. Nur Geldmacherei…

    Wofuer eine Box? Kabelbetreiber in den USA bieten streaming zum Kabel-App auf den iPad bei auf Standby eingeschaltetem TV.

    • Weil es zumindest irgendwo ein Gerät braucht, welches die Daten-Signale (nicht TV-Signal), die übers Coaxial geschickt werden, demoduliert (knapp unter 65Mhz und bei ca. 600Mhz nochmal)..

  6. Die Idee klingt wirklich interessant. Jedoch würden mich solche Funktionen noch mehr interessieren, wenn sie in die entsprechenden Endgeräte integriert wären, denn spätestens seit 10 Jahren kommt jedes Jahr mindestens ein neues Gerät in die Wohnung des Konsumenten, sei es Modem, Router, Splitter, Wlan Access Point oder oder oder. Deshalb würde ich eine Erleichterung des Kabelsalats begrüßen!

2 Pingbacks

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