Crowdfunding-Aktion für 1 Million Dollar:
Hoverboard mit schlechten Chancen

Ein Fan des Film “Zurück in die Zukunft II” will mit Hilfe der Netzgemeinde bis 2015 eins der bekannten Filmrequisiten nachbauen: das Hoverboard, ein schwebendes Skateboard ohne Räder. Dafür will er bis Ende August 1 Million US-Dollar einsammeln. Was er wohl nicht schaffen wird, denn es bleiben zu viele Fragezeichen stehen.

Konzepte: So sehen die Hoverboards im Films aus, in echt bekäme man dieses Design bis 2015 nicht hin.

Konzepte: So sehen die Hoverboards im Film aus, in echt bekäme man dieses Design bis 2015 nicht hin.

Im zweiten Teil der Kultfilmtriologie “Zurück in die Zukunft” aus dem Jahr 1989 reist die Hauptperson Marty McFly (gespielt von Michael J. Fox) ins Jahr 2015 und fährt dort auf einem Hoverboard, einem Skateboard ohne Räder. Nun ist 2015 nicht mehr weit hin, aber ein Hoverboard noch lange nicht in Sicht.

Und das darf ja eigentlich nicht sein, dachte sich Robert Haleluk und rief eine Crowdfunding-Aktion ins Leben. Mit Hilfe der Netzgemeinde will er es tatsächlich bauen, das Hoverboard, möglichst bis 2015. Stolze 1 Million US-Dollar will er dafür auf der Plattform Indiegogo einsammeln. Für die Unterstützer gibt es keinerlei Sicherheit, dass das Hoverboard jemals Realität wird. Ist das der tollkühne Plan eines Fans oder eine amateurhaft inszenierte Gaunerei?

Hoverboard in Planung
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Konzepte: So sehen die Hoverboards im Films aus, in echt bekäme man dieses Design bis 2015 nicht hin.IBM_Akku

Haleluks Firma nennt sich Haltek Industries, von der bislang wenig bekannt ist, die aber laut Haleluks Beschreibungstext über Designer, Programmierer und Ingenieure verfüge und über das notwendige Werkzeug wie Schleifer, Spritzgussmaschine, Flex und Presse. Auch eine Idee hat man: Das Hoverboard soll ähnlich arbeiten wie das Hoverbike, das bereits realisiert wurde, von der Größe her aber mehr an Luke Skywalkers Speederbike im Film Star Wars erinnert. Auf die geringe Größe wie im Film wird man das Hoverboard in der Kürze der Zeit nicht bekommen. In dem Science-Fiction-Film sieht es so aus:

Mit Hilfe von Karbon und einem patentierten Spritzgussverfahren will man das Hoverboard aus einem Material bauen, das leichter und trotzdem stabiler als Stahl sein soll. Aber selbst wenn das gelänge, dürfte das Eigengewicht noch das geringste Problem sein: Das Board soll ja eine im Schnitt 80 Kilogramm schwere Person befördern können. Man wird ultrastarke Motoren dafür benötigen und einen leistungsfähigen Akku, der jeder Beschreibung spottet. Laut Haleluk sind heutige Akkus noch nicht so weit, aber die mit Sauerstoff (!) betriebene Battery 500 von IBM gehe stark in die Richtung. Dass diese aber bislang nur ein Forschungsprojekt ist und voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2030 marktreif wird, verrät Haleluk nicht.

Zu viele Fragezeichen

Immerhin: Das Design der Smartphone-App steht im Grunde schon. Schließlich soll man das Board vom iPhone oder Android-Gerät aus bedienen und steuern können. Haleluk sucht Ingenieure, Produktdesigner und Entwickler, um das Projekt zu realisieren. Dem ambitionierten Zeitplan nach sollen bereits im dritten Quartal 2013 die Designvorlagen und Computersimulationen finalisiert werden. Das Design des Boards selbst würde ab Ende 2013 in Angriff genommen und solle im dritten Quartal 2014 so weit fertig sein, dass es in die Testphase gehen kann, die um die Jahreswende 2014/15 abgeschlossen würde. Im Idealfall käme das Board dann im dritten Quartal 2015 auf den Markt.

An dieser Stelle zeigt sich, dass das Projekt so wohl nicht gelingen kann. Eine Idee alleine genügt nicht. Zu wenig scheint Haleluk bislang selbst entworfen zu haben, zu sehr scheint er sich auf die Technik der Entwickler des Hoverbikes und auf die Open-Source-Gemeinde zu verlassen. Dass er mit seiner Firma, von der so gut wie nichts bekannt ist, bisher kaum in Erscheinung getreten ist, sorgt nicht gerade für Vertrauen. Haltek Industries ist auf Kickstarter etwa in Zusammenhang mit dem Projekt Red Pop aus dem Jahr 2011 zu finden, einem mechanischen Auslösebutton für die iPhone-Kamera. In Projektbeschreibung und Video tritt allerdings eine ganz andere Firma in Erscheinung: Beep Industries.

Zu Robert Haleluk erhielt ich nur wenige Treffer in einer Google-Suche, aber immerhin den Link zu einer von ihm erfolgreich geförderten Kickstarter-Aktion aus dem Jahr 2010: einen Plastiklöffel, mit dem man Kekse in ein Glas Milch eintauchen kann. Hat sicherlich seine Daseinsberechtigung, klingt aber nach einem anderen Kaliber als ein schwebendes Skateboard. Und dass Haleluk dafür bereit ist, muss er erst beweisen. Bislang hat er aber weder einen Prototypen vorliegen, noch ein realistisches Konzept, wie man bis 2015 wirklich damit schweben und fahren soll.

Zu viele Ungereimtheiten offenbar auch für die Crowdfunder, für die bei guten Projekten das Geld eher locker sitzt: Von den gewünschten 1 Million Dollar kamen nach fünf Tagen erst mickrige 583 Dollar zusammen, obwohl bereits bekannte Technikblogs wie Gizmodo und Übergizmo darüber berichteten. Es bleiben noch 54 Tage, aber mein Gefühl sagt mir, dass er die Summe nicht annähernd wird einsammeln können. So gerne ich auch so ein Hoverboard hätte: In diesem Fall ist mir das Konzept zu wenig schlüssig, noch nicht reif und überambitioniert. Vielleicht wird man in der Zukunft wirklich schaffen, ein Hoverboard zu bauen. Robert Haleluk mit diesem Projekt aber nicht.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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9 Kommentare

  1. Keine Panik, die schaffen das :)

    Aber wahrscheinlich wird ihnen Apple zuvorkommen und das iBoard auf den Markt bringen

  2. Davon ist auszugehen.

    Allerdings darf beim iBoard davon ausgegangen werden dass es sich lediglich auf Teer bewegen lässt.
    Bei Beton gibt es zu viele produzierende Mitbewerber und nicht jeder wird seine Lizenzensgebühr auf Apple Niveau senken lassen wollen. ;-p

    LG
    Flo

  3. Leider wird das nix, obwohl ich es mir wünschen würde.
    Guter Bericht über das Thema.
    Danke!

  4. Ich arbeite zurzeit an einen hoverboard das mittels magnete und der folgenden induktion funktioniert das leider nur auf metall funktioniert. Aber ansonsten funktioniert alles in der Theorie.

  5. Also ich hätte da eine Idee. Die ist nicht annähernd ausgereift und nichts extrem Brilliantes aber dennoch etwas anders als normal. Ich kann mir eh kein Patent und keine Forschung leisten von daher :
    Wie wäre es mit 2-3 Großen Membranen, die ähnlich wie Lautsprecher Schwingungen Verursachen und dadurch starken Luftdruck aufbauen. Durch UNTER und Überdruck könnte man da durchaus etwas erreichen und mit einer in meinem Kopf vorhandenen Formgebung das ganze auch simpel in eine Richtung lenken. Wenn man einen Membran machen kann der Stark magnetisch ist könnte man das ganze mit starken elektromagneten in Bewegung setzen. Wenn ein Membran nicht reicht dann eben Mehrere. Eine Typische Lautsprecherform würde auch nicht Funktionieren. Eher wie eine Blume die sich ganz schnell öffnet und schließt.. Das dürfte auch Geräusche verhindern die ja sonst durch schnelle schwingungen entstehen.. OB durch Ultraschnelle Schwingungen noch geräusche aufkommen? Vlt kann man die ja extrem beschleunigen wenn der membran jedes mal wie bei einer Schaukel an dem genau Richtigen Moment einen weiteren Schub bekommt.
    Eine Batterie mit Wasserstof zu ersetzen scheint mir noch am logischsten im Moment… Kombiniert mit einem Luftkisseneffekt der wie bei einer Kombi aus HYdrofoils und Luftkissenbooten auch durch die Fortbewegung (vom Menschen zB) Druck aufbaut und dadurch Energie Spart …
    Wie auch immer das geht oder nicht, sagt nicht das war eure Idee :)

  6. Hi,soetwas hat schon jemand im Jahr 1890 ( ca. genau weiß ich das nicht ) erfunden,möglicherweise hilft dir auch “die Geheimwaffe der Nazis”weiter.
    wenn du lange genug im net suchst wirst du fündig,darfst dich mit der “Erfindung”aber nicht erwischen lassen

    • Du meinst sowas wie die “Nazi-Glocke” ?
      Wie nicht erwischen lassen? .. Ich kanns doch eh nicht bauen .. bin ja kein Millionär (leider) oder älterer Gutverdiener oder so .
      Ich weiss leider gar nicht was du meinst, ich habe bisher noch nie etwas in der Richtung von dem Zeugs gehört was mir jetzt irgendwie eine Spur geben könnte.. Vielleicht fällt dir ja noch ein was es war ich bin nämlich verdammt neugierig :)

  7. Millionär musst nicht sein,wenn du Holz und eine Säge bereits hast,kostet dich die Technik ca.50 Euro.kleiner Tip,such im Internet mal nach Nikola Tesla, hier wirst du nach sehr sehr langer Suche fündig (ein paar Ideen brauchst aber selber ).Dein Problem ist,wenn du weißt wie ein Hoverboadr funktioniert weißt du auch Sachen die in dieser Welt wirklich nicht gerne gesehen werden

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