Argus:
Clevere Meta-App für alle Fitness-Aktivitäten

Die Appschmiede Azumio will alle Tools zum Trendthema Quantified Self unter einen Hut bringen und die Daten eigener sportlicher Aktivitäten mit Kalorienzählern, Schlafrhythmus-Trackern und Ratgebern zu gesunder Ernährung miteinander verknüpfen. Die App Argus macht einen guten ersten Eindruck, muss aber mit den Ökosystemen von Fitbit, Withings und Co. konkurrieren.

Argus - App aggregiert mehrere Fitness-Funktionen. Bilder: Azumio

Argus – App aggregiert mehrere Fitness-Funktionen. Bilder: Azumio

Geht es um Fitness-Tools sind wir längst mittendrin im Internet der Dinge. Gadgets von Withings oder das Fitness-Armbands Jawbone Up, das Kollege Frank Busch hier kürzlich getestet hat, sollen uns zu mehr Bewegung anspornen. Apps wie Runtastic helfen dabei, sportliche Aktivitäten aufzuzeichnen. Es gibt Apps und Tracker, die uns dabei helfen wollen, einen erholsameren Schlaf zu finden, es gibt Waagen, die unser tägliches Gewicht in die Cloud schicken und zahllose Apps, die uns dabei helfen wollen, gesünder zu essen und den täglichen Kalorienverbrauch im Blick zu behalten.

Die iPhone-App Argus will all diese Aktivitäten in einer App aufzeichnen und miteinander verknüpfen. Sie kann einige bestehende Dienste integrieren, aber die erforderlichen Informationen auch selbst aufzeichnen. Eine Art ganzheitliches Gesundheitskonzept als übergeordnete Instanz mehrerer Fitness-Apps und Ökosysteme.

Argus - Meta-App für Fitness-Gadgets
Argus - App aggregiert mehrere Fitness-Funktionen. Bilder: AzumioArgus2Argus3Argus4
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Argus kann fast alles: Schritte zählen, die Herzfrequenz messen, die Qualität des Schlafs protokollieren, Kalorien zählen und sportliche Aktivitäten per GPS oder in Schritten aufzeichnen. Dabei will Argus nicht nur Laufsport tracken können, sondern etwa auch Bewegungen beim Yoga. Darüber hinaus gibt es einen Kaffee- und einen Glas-Wasser-Zähler. Man kann viele der Abläufe zählen lassen oder Aktivitäten, Getränke und Kalorien von Hand eintragen. Die App kann dem Nutzer zusätzlich vorschlagen, welche Art von Lebensmitteln er essen sollte.

Auf Wunsch integriert Argus Daten der Dienste LifeTrak, New Balance LifeTRN, Runkeeper, Withings und Map My Fitness. Einige beliebte Dienste wie Fitbit, Jawbone Up und Runtastic fehlen zwar, aber die App ist ja noch jung.

Ferner gibt es weitere interessante Kniffe wie eine automatische Lauf-Erkennung, die Sport vom Spazierengehen unterscheiden und GPS automatisch einschalten kann. Mit Argus lassen sich Ziele definieren, Trends erkennen, die man beflügeln oder denen man entgegen wirken kann. Und natürlich soll man sich auch mit Freunden messen können.

Im ersten Test macht die App nicht nur einen durchdachten Eindruck, sie wirkt mit ihren Waben auch sehr augenfreundlich gestaltet. Es kann Spaß machen, sich selbst damit zu einem gesunderen Leben zu verhelfen. Dass entsprechende Apps und Tracker dabei helfen können, hatten wir ja vor geraumer Zeit bereits diskutiert.

Chance nur als Ökosystem

Der Nachteil von Argus ist in meinen Augen, dass noch zu wenige Drittdienste integriert werden – was sich bei einem Erfolg der App sicher noch ändern wird. Außerdem muss man bei allen Diensten den Sensoren des iPhones vertrauen. Die haben sich in vergangenen Tests bei Apps wie einem Schlafmesser oder einem Schrittzähler nicht unbedingt als zuverlässig erwiesen. Bei Sportarten wie Yoga ist es sicher gut gemeint, dass die App auch hier Bewegungen mitschneiden kann, ich halte es aber nicht für sonderlich praktisch, hier das iPhone am Körper zu tragen. Fitness-Armbänder und ähnliche kleine Helfer wären dafür eigentlich geeigneter, aber von denen kann man bislang nur Withings-Gadgets in die Argus-App integrieren.

A propos: Withings und Fitbit bieten eigentlich bereits viel von dem, was Argus kann. Man muss sich dafür zwar zwingend eins oder mehrere der Geräte der beiden Hersteller kaufen, dann allerdings hat man Zugriff auf ein ähnliches Universum an Diensten, Helfern und Statistiken. Alles in allem aber gefällt mir Argus. Die App ist in einem frühen Stadium, aber schon jetzt kann sie durch die Integration verschiedener Lebensinhalte eine verlässliche Tagesbilanz erstellen. Wenn Anbieter Azumio es schafft, noch weit mehr Dienste zu integrieren, kann er hier eine erfolgreiche Alternative zu Fitbit und Co. erschaffen.

Weitere Informationen auf der offiziellen Website und im iTunes App Store. Gefunden auf GigaOm.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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3 Kommentare

  1. Na ja. Da IOS keine Widgets erlaubt macht das durchaus Sinn alle Infos gebündelt an einem Ort darzustellen. Sorry, das musste sein. :-) Irgendwie erinnern mich die Waben an alte “Windows Mobile 6.5″-Zeiten. Das waren noch Zeiten. Nichtsdestotrotz finde ich die Idee interessant.

  2. Hört sich wirklich interessant an.
    Wird es die App denn wohl auch für Android geben?

  3. Hoffentlich findet sich in dem Bereich eine brauchbare Sync oder Zusammenfass-Lösung.

    Bislang ist es weder möglich, sämtliche anfallenden Daten zwischen den Diensten zu syncen, noch alles von einem Hersteller zu Beziehen.

    Geräte/Dienste bei mir:
    Fitbit: One Tracker und Waage.
    Runtastic: App zum Puls per Handy messen.
    Garmin: Edge 510 Fahrrad-Computer.

    Sync-Vorgänge:
    - Garmin Connect Fahrradfahrten zu Runkeeper (weil Garmin Connect manchmal Überlastet ist, wenn man die Fahrten ansehen will)
    - Fitbit zu Runkeeper, um Gewicht auch dort zu haben.
    - Garmin zu Fitbit: Fahrradfahren wird dort auch angezeigt, theoretisch sollte auch das Gewicht von Fitbit zu Garmin gehen, klappt nicht…
    - Puls von Runtastic zu einem der anderen, oder irgendwas zu Runtastic: Fehlanzeige.

    Whitings hat jetzt einen eigenen Tracker, der zusätzlich zu den Funktionen bei Fitbit den Puls messen kann.
    Aber: Übertragen der Fitbit-Daten zu Whitings oder andersrum geht genauso wenig.
    Nichtmal einmalig von Hand scheint es was zu geben.
    Man kann zwar die Whitings-Waage bei Fitbit einbinden (wenn man den Link kennt, da Fitbit die Option nicht mehr anzeigt seit die ne eigene Waage haben), aber nicht andersrum.

    syncmetrics.com ist ein Ansatz, diverse Daten zwischen diversen Diensten zu syncen und einige auch direkt recht rudimentär anzuzeigen. Manches geht aber nur ein eine Richtung, oder wird garnicht angeboten.
    Und von dem was gehen soll, tuts die Hälfte auch nicht oder einer der Beteiligten Dienste kanns direkt selber.

    Möchte man also seine Aufzeichnen behalten, ist man oft auf den Anbieter angewiesen.
    Excel-Export kostet bei Fitbit Geld. Alles wenigsten zu einem anderen Anbieter syncen ist meist nicht möglich.
    Und wenn der Anbieter Pleite geht, sind die Daten auch weg…
    Ausnahme ist da Garmin: Die Aufzeichnungen kann man genauso gut am PC mit einer Offline-Software auslesen und die Orignal-Aufzeichnungen auch lokal Aufheben.

    Was fehlt ist eine Art Owncloud für Fitness.
    Wo sämtliche Daten einfließen, alles unter eigener Kontrolle speicherbar ist, alles miteinander verrechnet wird.
    So sollte z.b. die Fitbit-Bewegung rausgerechnet werden, wenn ‘bessere’ Daten z.b. vom Fahrradcomputer oder einer Schwimmuhr vorliegen.
    Dazu könnte man Latitude-Aufzeichnungen kombinieren (auch wenns das bald nicht mehr gibt, die Daten hab ich durch Takeout). Und Fahradcomputer und Outdoor-GPS werden mich weiterhin Tracken udn für Latitude wird sich auch noch ein Ersatz finden…

Ein Pingback

  1. […] neuerdings berichtet, verfügt die App zudem über einen Zähler für Kaffee- und Wasser-Gläser und eine […]

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