Goji Smart Lock:
Türschloss schickt Fotos der Besucher ans Handy

Noch um die Jahreswende soll Goji auf den Markt kommen, ein weiteres intelligentes Türschloss. Um es mit der Konkurrenz aufzunehmen, haben die Kalifornier eine inzwischen erfolgreiche Crowdfunding-Aktion gestartet. Der einzige Vorteil von Goji allerdings besteht in der integrierten Türkamera.

Goji ist ein intelligentes Türschloss, das stark an bereits vorgestellte Modelle erinnert. Alle Bilder: Goji

Goji ist ein intelligentes Türschloss, das stark an bereits vorgestellte Modelle erinnert. Alle Bilder: Goji

Zu lange haben sich eifrige Tüftler offenbar mit Schlüsselbund und Etui herumschlagen müssen und neidvoll auf Freunde geblickt, sich auf der Arbeit Zugang mit einem Transponder verschaffen durften – wie im Hochsicherheitstrakt. “Warum leben wir noch im Mittelalter”, haben sie sich gefragt, “wenn Roboter, intelligente Thermostate und fliegende Lieferdienste längst unter uns sind?”

Also ward die die Idee von Smart Locks geboren, intelligenten Türschlössern, die man je nach Modell per Fernbedienung oder mit dem Smartphone öffnen kann. Oder, noch besser: eine Tür, die sich automatisch öffnet, wenn sich die berechtige Person dem Schloss nähert. Nach Beispielen wie Kevo, Lockitron und August wagt sich nun ein weiterer Anbieter auf den jungen Markt der schlauen Schlösser: Goji.

Goji Smart Lock
Goji ist ein intelligentes Türschloss, das stark an bereits vorgestellte Modelle erinnert. Alle Bilder: GojiGoji2Goji3Goji4
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Das Goji-Team um den spanischen Erfinder Gabriel Bestard-Ribas hat erfolgreich eine Crowdfunding-Aktion gestartet. 180.000 US-Dollar statt der gewünschten 120.000 sind bereits zusammengekommen und es bleibt noch über ein Monat Zeit. Goji wird also in Produktion gehen und soll im Januar 2014 ausgeliefert werden. Im Vergleich zu August und Lockitron, die beide knapp 180 Dollar kosten sollen, ist Goji mit einem Verkaufspreis von 280 Dollar schon erheblich teurer. Was die Besonderheit ausmachen soll, zeigen die Tüftler im Video:

Die einzige Eigenheit allerdings, die ich dort nur erkennen kann: Goji hat eine eingebaute Kamera, die dem Eigentümer mit Hilfe der Smartphone-App zeigt, wer gerade vor der Tür steht. Das Schloss kann den Gast über ein LED-Display namentlich begrüßen oder verabschieden. Zusätzlich zur Steuerung über die eigene App gibt es einen “Drücker”, mit dem sich das Schloss wie bei einem Autoschloss mit Fernbedienung öffnen lässt. Bisherige, physische Schlüssel funktionieren nach wie vor, da Goji nur auf das Türschloss aufgesetzt wird. Sollte es Probleme geben, ist der Goji-Service 24 Stunden am Tag telefonisch erreichbar. Die Einrichtung erfolgt über WLAN.

Alles andere kennt man bereits von August oder Lockitron: Öffnen der Tür via Smartphone, automatisches Öffnen mit Hilfe von Bluetooth, wenn sich das Smartphone einer berechtigten Person dem Schloss nähert. Ferner gibt es bei Goji ebenfalls Benachrichtigungen, wann jemand das Schloss geöffnet hat und wer das war. Anderen Personen kann man mit einer SMS Zugang gewähren.

Nicht sicherer, aber komfortabler

Es mag daran liegen, dass einem besser gefällt, was man zuerst gesehen hat. Aber auf mich persönlich machen Konzept, Design und App der Smart Locks August, Kevo und Lockitron einen besseren Eindruck. Goji muss man unterstellen, dass man sich anscheinend sehr stark von den Ideen der anderen hat inspirieren lassen. Vielleicht ist es nur der deutlich preisgünstigere Markenauftritt, aber Goji sieht für mich mehr nach einem Billigprodukt aus. Der augenscheinlichste Unterschied, die eingebaute Kamera, rechtfertigt in meinen Augen keinen Preis, der noch einmal 100 Euro über denen der schon recht teuren Konkurrenzmodelle liegt.

Mehr Sicherheit von Smart Locks sollte übrigens niemand erwarten. Statt eines Schlüssels können sich Langfinger ebenso gut ein Smartphone stibitzen. Und wer ein starkes Brecheisen hat, öffnet eine Wohnungstür so oder so, ganz egal, ob da ein herkömmliches Türschloss verbaut oder ein intelligentes draufgeschraubt ist. Smart Locks bieten also nur den Vorteil eines höheren Komforts. Gerade für Pensionen oder WGs oder auch für exklusive Clubs bieten solche App-fähigen Schlösser kreative Möglichkeiten. Und auch für Privatpersonen ist es charmanter, wenn man mit schweren Einkaufstauschen im Arm das traute Heim betreten will und die Tür sich von selbst öffnet. Noch recht hoch sind die Preise. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis Smart Locks in Masse produziert werden und man sie dann für weit unter 100 Euro in jedem Baumarkt wird kaufen können.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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Ein Kommentar

  1. Naja eine vernünftige Tür mit gescheitem Schloss öffnet nicht mal mehr die Polizei mit dem Rammbock. Gesehen bei Galileo.

Ein Pingback

  1. [...] Januar 2014 soll ein intelligentes Türschloss namens Goji auf den Markt kommen. Ausgerüstet mit einer Kamera, die dem Besitzer über eine spezielle [...]

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