Designkonzept:
Der Schuh aus dem 3D-Drucker

Keine passenden Schuhe zur Abendgarderobe? Dann ran an den 3D-Drucker und noch schnell einen ausdrucken. Zumindest so ähnlich wird die Zukunft aussehen, wenn es nach dem Designer Alex Diener geht. In einer Konzeptstudie stellt der Kreativdirektor von Pensar Development vor, wie die Zukunft maßgeschneiderter Schuhe aussehen könnte.

Der Schuh der Zukunft könnte aus dem 3D-Drucker kommen.

Der Schuh der Zukunft könnte aus dem 3D-Drucker kommen.

Klingt zunächst verrückt, ist auch auf jeden Fall noch Zukunftsmusik, aber in nicht all zu ferner Zukunft könnte er kommen, der 3D-Schuh. Diener und Pensar haben das Konzept für Sportler entworfen. Der Läufer geht zunächst in einem herkömmlichen Laufschuh auf die Piste – darin befestigte Beschleunigungs- und Drucksensoren messen dabei die Füße aus. Zurück im Schuhgeschäft wertet der Rechner die Daten aus, ermittelt das Laufverhalten, die Form des Fußes und seine möglichen Fehlstellungen. Und dann geht es in den Druck.

3D-Schuh
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Und das Material?

Wenn man will, so die Vorstellung der Designer, soll der Schuh auch Fehlstellungen ausgleichen können. Wenige Stunden nach der Vermessung soll der Schuh dann bereits frisch aus dem Drucker kommen – maßgeschneidert und ideal abgestimmt auf den Sport des Trägers.

Klingt fast zu gut, um wahr zu sein? Die Designer verraten nichts über die möglichen Materialien, die der 3D-Drucker dabei verwenden soll. Selbst wenn man ein atmungsaktives Obermaterial ausdrucken kann, würde mich persönlich interessieren, wie der Drucker eine ideal dämpfende Sohle herstellt. Allerdings auch hier vielleicht wiederum nur eine Frage von Material und Struktur. Als wir euch im Februar Urbee vorgestellt haben, das Auto aus dem 3D-Drucker, punktete dieses mit einer besonderen Stoßstange, das die Aerodynamik des Fahrzeugs durch Aussparungen im Material verbessern soll. Selbst im Kleinstbereich können leistungsfähige 3D-Drucker hier, je nach Modell, poröse Strukturen erschaffen. Im Falle eines 3D-Schuhs wäre es beispielsweise ein geringeres Problem, durch Aussparungen ein Luftpolster in die Sohle einzuarbeiten.

Passgenaue Schuhe zu Hause ausdrucken

Das Konzept sieht erst einmal keinen Hausgebrauch vor, sondern soll sich an Fachhändler richten. Aber mit der passenden 3D-Vorlage, einem leistungsfähigen Drucker und dem richtigen Material spricht eigentlich auch nichts dagegen, dass man sich seine Lieblingsschuhe zu Hause ausdruckt. Die Vorteile wären bessere Strukturen, die gewünschte Farbe und Form in unmittelbarer Verfügbarkeit und vor allem die Passgenauigkeit. Endlich die Schuhe, die man/frau will, in der richtigen Größe.

Pensar Development sind keine Unbekannten in der Designbranche. Nicht gerade unspektakuläre Projekte wie die Mitarbeit am Design von Microsofts Tablet Surface und der Spielkonsole Xbox 360 fallen auf das Konto des Unternehmens aus Seattle. Werden wir das in der Realität irgendwann sehen? Ich glaube eher, wir werden uns in zehn Jahren wundern, wie man jemals daran zweifeln konnte.

via Yanko Design

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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2 Kommentare

  1. Die Idee ist nicht besonders neu, Schuhe wurden schon mehrfach “gedruckt”. Meistens aus PA12,im SLS Verfahren. Diese sind aber viel zu hart und Schuhe aus einem Objet Drucker aus einem elastischen Material sind 1. ziemlich teuer (mehrere 100,-€ pro Schuh) und 2. schneller kaputt als gedruckt.

  2. Geht das auch ? Außerordentliche Technologie.

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