Monkey Light Pro:
Wenn Fahrrad-Speichen zu Displays werden

Eine kleines Team namens MonkeyLectric will die Räder eines Fahrrads zum Bildschirm machen. Mit dem LED-System Monkey Light Pro kommen Botschaften oder Animationen auf die Speiche. Die Technik, die aus vier Leisten mit insgesamt 256 LEDs besteht, bietet fantastische Möglichkeiten. Billig ist sie aber leider nicht.

Räder werden zu Displays - Monkey Light Pro

Räder werden zu Displays – Monkey Light Pro

Nachts kommen sie mit ihren Rädern heraus, präsentieren Botschaften (z.B. “Vote Obama”), Kaminfeuer oder die NyanCat, oder sie machen das Rad zum Stopschild, im Falle eines Unfalls. All diese Animationen werden in den Rädern eines fahrenden Fahrrads dargestellt. Nicht möglich? Doch, und eigentlich gar nicht einmal so kompliziert. Eine clevere Technik stattet Räder mit vier Leisten aus. Die Elektronik lässt die insgesamt 256 LEDs in verschiedenen Farben aufblinken – je nachdem, was das System vorgibt. Auf dem Rad lassen sich einfache Bilder darstellen , Texte oder auch ganze Filme.

Das System heißt Monkey Light Pro, und um es zu realisieren wirbt das Team von sechs Kaliforniern aus der Nähe von San Francisco nun um das Geld der Masse: Auf Kickstarter hoffen sie, die Anschubfinanzierung von 180.000 US-Dollar einzusammeln – was unzweifelhaft gelingen dürfte. Eine Woche nach dem Start der Crowdfunding-Aktion kamen bereits über 100.000 Dollar zusammen, und mehr als 50 Tage bleiben noch, um das Ziel zu erreichen.

Monkey Light Pro - das Fahrrad wird zum Display
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MonkeyLightTeam

Allerdings: Das System ist nicht gerade billig. MonkeyLectric bietet das Vier-Leisten-System im Early-Bird-Paket ab 495 Dollar an – was bereits vergriffen ist. Der spätere Endkundenpreis soll 895 Dollar betragen – für ein Rad wohl gemerkt. Will man beide Räder mit den “Displays” ausrüsten, werden später stolze 1.690 Dollar fällig. Auch hier gibt es Frühbücherrabatt. Die insgesamt dennoch hohen Endpreise sorgen dafür, dass die Unterstützer bislang verhältnismäßig zurückhaltend reagieren. Denn welche erstaunlichen Möglichkeiten die Technik bietet, verraten die Macher in diesem herrlich amüsanten Video:

So funktioniert’s: Die vier LED-Leisten, die miteinander kommunizieren, eine Speicher-Einheit enthalten und die Botschaften in beide Richtungen ausstrahlen, werden an das Rad montiert. Der Nutzer schickt die Botschaften per Bluetooth an die Leisten. Die passende Software steht für Windows, Mac und Linux zu Verfügung. Mehr als zehn Designer haben bereits Apps zur Verfügung gestellt, mit denen sich Botschaften darstellen oder selbst entwerfen lassen. Um sie sehen zu können, muss es dunkel sein. Das Rad muss sich mit einer Geschwindigkeit von mindestens 15 bis maximal 65 km/h bewegen, damit die LEDs für das menschliche Auge einen Bildteppich von 70 Pixeln Breite ergeben.

Ideal für Werbeagenturen

Die Beschleunigungs- und Magnetsensoren des Systems erkennen, welche Geschwindigkeit vorliegt, und zeigen die Botschaften immer in der richtigen Frequenz und Neigung an. Die Leisten verfügen über einen Akku mit stolzen 7.000 mAh, der bei voller Helligkeit drei bis acht Stunden durchhalten soll und sich via USB wieder aufladen lässt. Das System soll wasserfest und diebstahlsicher sein. Bis zu 1.000 Image-Frames lassen sich speichern. Unterstützte Datei-Formate sind JPG, GIF (natürlich auch animiert), PNG, AVI, MPEG, MOV, QT und FLV. Monkey Light Pro lässt sich auf handelsüblichen Fahrrädern mit 26 oder 28 Zoll anbringen, die idealerweise 32 oder 36 Speichen haben. Motorräder werden nicht unterstützt.

Für mich ist Monkey Light Pro eins der viel versprechendsten Gadgets, das ich in diesem Jahr gesehen habe. Die Technik ist beeindruckend. Für Hobbybastler ist der Preis nicht gerade ein Pappenstiel, aber ich bin mir sicher, dass Werbeagenturen schnell die Vorteile erkennen, Radjockeys engagieren und diese bei Nacht mit ihren Werbebotschaften durch Berlin oder andere Metropolen fahren lassen. Ausgeliefert werden sollen die ersten Geräte übrigens im Dezember.

Alle bisher verfügbaren technischen Details und Beispiel-Designs zeigen die Kalifornier auf ihrer Kickstarter-Seite.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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Ein Kommentar

  1. Aber… aber… aber… das sind doch die Speichen, und nicht die Reifen.

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