Designstudie:
Eine Digitalkamera wie ein Guckloch

Wenn Designer einmal ihrer Phantasie freien Lauf lassen dürfen, können interessante Dinge dabei herauskommen – in diesem Fall eine Digitalkamera, die zugleich vertraut und revolutionär scheint. Aber würde sie jemand kaufen wollen?

Durchgucken und knipsen – das Funktionsprinzip ist schnell verstanden.

Durchgucken und knipsen – das Funktionsprinzip ist schnell verstanden.

Die britische TV-Anstalt BBC hatte Designer dazu angeregt, sich ein Produkt ihr Wahl vorzunehmen und es vollkommen neu zu entwerfen. Jared Mankelow von Conran and Partners hat sich dazu den Fotoapparat vorgenommen. Seine Version einer Digitalkamera ist dabei an einigen entscheidenden Punkten anders und doch wird wohl niemand lange rätseln, wie sie denn funktioniert.

Digitalkamera-Designstudie von Conran
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Die Grundidee sei dabei gewesen, die Kamera selbst aus dem Weg zu schaffen, wie Jared Mankelow erklärt. Dazu ist sein Entwurf so kompakt, das man ihn problemlos in die Hosentasche stecken oder in einer Hand halten kann.

Das ist wiederum nicht der interessanteste Punkt an seinem Design. Grundlegend anders ist seine Idee, in der Mitte des kleinen Quadrats eine Art Guckloch zu schaffen, durch das man das Motiv anvisiert. Als Objektive stellt er sich jene kleinen Vertreter vor, wie man sie in Smartphones kennt. Von denen würde er gleich 10 bis 20 in einem Kreis rund um das Guckloch anordnen. In einem weiteren Ring ist der Blitz integriert.

Die Rückseite hat Jared Mankelow nach der Funktion eingeteilt. In den unteren zwei Dritteln findet sich das Sucher-Guckloch, der Knopf zum Auslösen und das Auswahlrädchen für den Blitz. Hier ist also alles vereint, um schnell ein Foto zu schießen. Im oberen Drittel sind weitere Knöpfe und Rädchen platziert, mit denen man weitere Einstellungen vornehmen kann.

Worauf diese Digitalkamera offensichtlich verzichtet, ist das rückwärtige Display. Stattdessen soll sie sich per Bluetooth mit einem Smartphone oder anderen mobilen Gerät verbinden. Das Argument: Die meisten Menschen haben bereits ein vergleichsweise großes und hochaufgelöstes Display in der Hosentasche – wozu noch eins dabeihaben? Und wer will, könnte auch ganz aufs Display verzichten und sich später von den Aufnahmen überraschen lassen – ein Hauch Analogfotografie in der digitalen Welt von heute.

Hier stellt der Designer selbst sein Konzept vor:

Ein entscheidender Nachteil des Entwurfs ist allerdings, dass man ein Motiv allein über das Guckloch nie so genau in Szene setzen könnte. Es hätte somit auch etwas von Lomographie, wo gerade diese Ungewissheit ein Teil des Vergnügens ist.

Insofern ist das Design von Jared Mankelow sicherlich keine Blaupause dafür, wie Digitalkameras in Zukunft aussehen werden. Aber die Idee hat was. Und ich persönlich kann sagen: Ich hätte damit meinen Spaß.

Gefunden bei Gizmag.

Viele weitere Digitalkamera-Konzepte

Wer jetzt Lust bekommen hat und unsere älteren Postings noch nicht kennt: Wir haben schon mehrere sehr interessante Designkonzepte für Digitalkameras vorgestellt. Verglichen damit wirkt Jared Mankelows Entwurf sehr realistisch und machbar:

Iris Camera

Iris Camera

Die Iris Camera reduziert den Fotoapparat auf das Objektiv und verzichtet dabei sogar auf Knöpfe. Man bedient sie einfach nur mit den Augen.

Air Clicker

Air Clicker

Beim Air Clicker fotografiert man wiederum einfach mit den Fingern.

Camering

Camering

Der Cameraring ist noch reduzierter und vereint alles in einem Fingerring.

Equinox

Equinox

Geradezu konservativ ist die Equinox: eine modulare Kamera, bei der die eigentliche Sensoreinheit im Mittelpunkt steht.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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