Smart-Thermometer und Tweet-Tracking:
So verändern neue Technologien die Gesundheitsforschung

Auch wenn es den Anschein hat, dass Smartphones und Tablets nur als Kommunikations- und Unterhaltungstool eingesetzt werden, gibt es auch noch weitere Einsatzmöglichkeiten. Sogar die Medizin kann davon profitieren. Zwei Ideen könnten dabei helfen, Krankheiten vorherzusagen und Epidemien frühzeitig zu erkennen.

Smart-Thermometer (7)

Das Smart-Thermometer von Kinsa wird mit dem Smartphone verbunden

Mit dem Smartphone haben wir nicht nur ein Telefon in der Tasche, sondern einen kleinen Computer mit Internetzugang. Unser Smartphone ermöglicht es uns, dass wir uns anderen mitteilen und Daten übermitteln können. Zwei Konzepte wollen dies nun dazu nutzen, um Krankheiten, beispielsweise Grippewellen,  und ihre Ausbreitung lokalisieren zu können.

Kinsa Smart-Thermometer und App
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Das Startup Kinsa Health hat ein Smart-Thermometer entwickelt, mit dem man seine Körpertemperatur messen und über sein Smartphone an eine zentrale Datensammelstelle senden kann, die diese Daten auswertet und dann darstellen kann, wo Menschen Fieber haben.

Das Thermometer kommt ohne Akku aus und wird stattdessen über den Klinkenanschluss des Smartphones verbunden. Gleichzeitig kann eine App der Firma die Nutzer darüber informieren, welche Krankheiten derzeit im Umlauf sind und welche Vorsichtsmaßnahmen man treffen sollte. Ist kein Fieber da, lassen sich andere Symptome ebenfalls tracken und speichern. Daten sollen sich dann direkt an den Arzt übermitteln lassen. Vorteil dieser Methode ist, dass man sehr genaue Daten über Patienten bekommen und diese auswerten kann.

Meines Erachtens überwiegen aber die Nachteile, die einen solchen Dienst erfolgreich machen können. Zum einen braucht man ein Smartphone und das Smart-Thermometer mit dem man seine Temperatur messen kann. Weiterhin muss der Nutzer seine Daten dort aktiv einpflegen und damit der Dienst erfolgreich sein kann, braucht er global viele Daten. Im Werbeclip zeigt zeigt man zwar welche Möglichkeiten die App hat, aber dies würde nur dann funktionieren, wenn jeder das Thermometer verwendet und auch die App nutzt. Das Thema Datenschutz ist zudem sehr knifflig. Gerade bei sensiblen Daten wie Krankheitsgeschichte- und verläufe, kann ich mir vorstellen, dass dem Dienst hier ein Riegel vorgeschoben wird. Die Idee dahinter ist gut, aber ich sehe noch zu viele Steine auf dem Weg zum Erfolg.

GermTracker wertet Tweets aus

Einen anderen Ansatz verfolgt man beim GermTracker der Universität Rochaster. Dort analysiert man Tweets, in denen Menschen mitteilen, dass sie krank sind und es ihnen schlecht geht. Werden zu diesen Tweets Standortdaten mitgesendet, können diese auf einer Karte zugeordnet werden. Daraus lässt sich errechnen, wo Krankheitswellen auftreten.

Auch diese Methode hat Vor- und Nachteile. Die Vorteile sind offensichtlich: Die Nutzer müssen nur das tun, was sie immer tun – andere über ihre Befindlichkeiten informieren. Das wird ausgewertet und lokalisiert. Nachteile liegen leider auch auf der Hand: Der Dienst ist von Twitter abhängig und hier haben Entwickler oft das Nachsehen, da Twitter die eigene API zuletzt immer weiter eingeschränkt hat. Weiterhin bekommt man natürlich keine genauen Gesundheitsdaten, dafür aber eine große Menge verwertbarer Daten.

Auch wenn ich das Problem vor allem bei Twitter, der API und der Restriktionen sehe, glaube ich, dass Dienste wie diese eher eine Zukunft haben, weil Statistiken von Daten leben und je einfacher man an diese Daten kommt und je mehr Daten man bekommt, desto besser und genauer das anschließende Ergebnis.

Auch wenn beide Projekte noch nicht die perfekte Lösung gefunden haben, zeigen ihre Ideen vielversprechende Ansätze.

 

Ricarda Riechert

Ricarda Riechert ist Autorin bei neuerdings und dem Euronics Trendblog. Sie kann sich sowohl für neue Gadgets, als auch für Fotografie begeistern. Ihre Gamingleidenschaft lebt sie bei Elvun aus.

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2 Kommentare

  1. Ich denke auch nicht das das Konzept aufgeht. “Die Idee dahinter ist gut, aber ich sehe noch zu viele Steine auf dem Weg zum Erfolg.” Ich kann mich da nur anschliessen.

  2. Es gibt auch noch Google Flu trends, da wird die Zahl der Suchanfragen zu Krankheiten ausgewertet. Wie gut es funktioniert weiss ich nicht. http://www.google.org/flutrends/de/#DE-BE

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