Doodle 3D:
3D-Drucke aus simplen Freihand-Skizzen

Das niederländische Projekt Doodle 3D will eine große Hürde beim 3D-Druck wegnehmen: den Entwurf eines zu druckenden Objekts in einer entsprechenden 3D-Software. Stattdessen wird dieser Schritt (fast) so einfach, wie auf einem Blatt Papier zu zeichnen.

Doodle-3D-Erfinder Rick Companje

Doodle-3D-Erfinder Rick Companje

Kritiker des 3D-Druck-Hypes führen vor allem einen Punkt immer wieder an und das auch zu Recht: Es ist für einen durchschnittlichen Computernutzer schlichtweg zu komplex, ein Objekt selbst zu entwerfen oder auch nur ein bereits vorhandenes anzupassen. Man kann eben nicht mal eben ein 3D-Objekt zeichnen. Ein Ausweg wird für manche ein 3D-Scanner wie der preisgünstige Photon sein. Mit ihm kann man manuell erstellte oder bereits real vorhandene Objekte in 3D-Daten verwandeln. Ein anderes Projekt, das sich dem annimmt, ist der überaus erfolgreiche 3Doodler-Stift, mit dem man mit geschmolzenen Kunststofffäden in drei Dimensionen freihandzeichnen kann.

Aus den Niederlanden kommt mit dem Doodle 3D nun eine weitere Idee. Es ist eine Verbindung aus einem sehr simplen Zeichenprogramm und einer kleinen Box, die die Verbindung zum 3D-Drucker herstellt.

Doodle 3D (18 Bilder)
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Entstanden ist die Idee im Fablab Amersfoort. Ein Fablab ist ein Ort, in dem jeder Interessierte Zugriff auf Geräte und Maschinen hat, die man sich nicht so schnell privat anschaffen würde – ganz einfach, weil man sie zu selten braucht und sie dafür zu teuer sind. Dazu gehörten auch zwei 3D-Drucker. Wie Rick Companje, einer der Fablab-Gründer, feststellte: Die größte Hürde war, an die 3D-Daten zu kommen, um überhaupt etwas auszudrucken. Also programmierte er zunächst nur für sich eine einfache Software. In der macht er eine Freihandskizze, die er dann mit vier simplen Aktionen in die dritte Dimension befördert. Dabei wird der grundlegenden Skizze vielleicht einfach nur ein Stückchen Tiefe gegeben oder ein wenig verdreht.

Im folgenden Video bekommt ihr einen Eindruck davon, was man damit machen kann. Ihr seht konkrete Beispiele von Nutzern sehr verschiedener Altersgruppen und außerdem mehrere Katzen:

In einem Fall also ist tatsächlich auch etwas Praktisches entstanden: ein Tragegriff. Ansonsten aber sollte man Doodle 3D sicherlich nicht als Ersatz für ein 3D-Software ansehen. Vielmehr geht es darum, eine Hürde zu entfernen und so viele Menschen wie möglich mit 3D-Druck experimentieren zu lassen. Und wer weiß, was kreative und findige Leute mit einer zunächst so simpel scheinenden Software anstellen werden…

Die Software selbst läuft auf einer kleinen Box. Sie stellt ein eigenes WLAN zur Verfügung, in das man sich mit seinem PC, Tablet oder Smartphone einloggt. Man ruft den Browser auf und kann mit dem Zeichnen loslegen. Am Ende schließlich auf “Drucken” klicken und dem 3D-Drucker bei der Arbeit zusehen – einfacher geht’s kaum.

Auf Kickstarter sucht das Projekt nun nach Unterstützern, damit sie die Software für so viele Computer-Plattformen und 3D-Drucker wie möglich herausbringen können. Schon ab umgerechnet rund 80 Euro inklusive Versand bekommt man eine Wi-Fi-Box. Wer mehr ausgeben möchte, kann auch gleich Druckmaterial und mehr dazukaufen. Im September 2013 wollen die Macher liefern können.

Weitere Informationen auf der Kickstarter-Projektseite des Doodle 3D sowie der offiziellen Website.

Gefunden bei Gizmag.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. Ich sehe den 3D Druckern kritisch entgegen.

    Nicht nur, dass damit auch viel Schindluder getrieben werden kann, verleitet es auch dazu, dass die Leute denken sie könnten damit alles machen und alles ersetzen.

    Ich arbeite jahrelang in der Kunststoffindustrie wo man Kunststoffe entwickelt. Neben Feuerfestigkeiten und Lebensmittelverträglichkeiten oder Zugfestigkeiten gibt es noch viele andere Dinge die beachtet werden müssen.

    Was bringt es am Ende zu lesen, wie evtl. unschuldige Passanten sterben, weil Fahrer XY in seinem PKW lieber auf eigene Ersatzteile gesetzt hat … oder lesen wir demnächst neben Silikonskandalen auch von minderwertige Teilen in der Medizin / Prothesenchirugie ?

    Auch die Spielzeughersteller wird es treffen. Dazu Jobs in aller Welt. Jetzt regt man sich über giftiges Spielzeug aus China auf … wow .. demnächst stellen wir selber etwas her ohne die Inhaltstoffe zu kennen.

    Wie gesagt .. sehr kritisch diese 3D Drucker.

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