Neue Details zum Motorola X:
So wollen Google und Motorola gegen Samsung gewinnen

Mit dem Motorola X Phone will Google das hauseigene Betriebssystem Android zurückerobern. Denn das ist inzwischen fest in der Hand anderer – namentlich Samsungs. Um das zu schaffen, wollen sie Kritikpunkte aufgreifen, die Nutzer an aktuellen Android-Phones haben. Die kommenden Geräte sollen nicht weniger als “phänomenal” werden.

Angebliches Rendering des Motorola X Phone, das durch die Gerüchteküche geisterte. (Quelle: gsmarena.com)

Angebliches Rendering des Motorola X Phone, das durch die Gerüchteküche geisterte. (Quelle: gsmarena.com)

Als Android noch jung war, gehörte Motorola mit der “Droid”-Reihe zu den erfolgreichen Vorreitern. Aber der Glanz dieser Modelle ist schnell verblichen. Ein anderer Hersteller eroberte den Smartphone-Markt: Samsung. In deren Präsentationen wie zuletzt zum neuen Flaggschiff Samsung Galaxy S4 spielen Android und Google aber praktisch keine Rolle. Es gab schon iPhone-Präsentationen, in denen beides häufiger genannt wurde… Stattdessen betont Samsung die Eigenentwicklungen, um sich auf dem Markt zu behaupten. Mancherorts wird gar über einen drohenden Samsung-Alleingang spekuliert. Wie bereits Amazon könnte sich Samsung das offene Betriebssystem greifen und unter eigener Flagge weiterentwickeln.

Aber auch ohne dieses nicht so wahrscheinliche Szenario ist klar: Google will nicht dem Zufall überlassen, was aus Android wird. Bestens Anzeichen dafür ist die “Nexus”-Gerätereihe. Was mal als Referenzgerät für Entwickler gedacht war, hat sich spätestens mit dem aggressiv bepreisten Smartphone Nexus 4 weiterentwicklt: zu einem Showcase dafür, wie Google sich Android eigentlich vorstellt. Schließlich investieren die Google-Ingenieure viel Zeit und Mühe, um Android weiterzuentwickeln, nur bei den Nutzern kommt davon noch immer wenig an. Weil Handy-Hersteller und Mobilfunkanbieter in Android herumpfuschen, gibt es Updates nur mit Verspätung oder auch überhaupt nicht. Und schon ist der theoretische Vorsprung vor dem iPhone keiner mehr, wenn nur ein Bruchteil der Nutzer die aktuellste Android-Version bekommt. Und das gilt bekanntlich auch für Neugeräte.

Motorolas bunte Welt der Android-Phones in den USA (13 Bilder)
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Angebliches Rendering des Motorola X Phone, das durch die Gerüchteküche geisterte. (Quelle: gsmarena.com)

Motorola X soll “das beste Android-Erlebnis” bieten

Natürlich ist das ein Punkt, den Google beim Motorola X Phone besser machen will. Wenn es im zweiten Halbjahr 2013 auf den Markt kommt, wird es mit einem unveränderten Android ausgeliefert und sicherlich ebenso wie die Nexus-Geräte schnell mit Updates versorgt. Man wolle das beste Android-Erlebnis auf dem Markt liefern, heißt es.

Aber auch bei der Hardware will man sich unterscheiden. Und das bedeutet u.a. den Verzicht aufs Feature-Wettrennen. Es gehe um “besser ist besser” und nicht um “größer ist besser”, sagt Motorolas Designchef Jim Wicks. Die neuen Motorola-Phones sollen stattdessen in Sachen Größe “genau richtig” sein – was auch immer wir uns darunter konkret vorzustellen haben. Es wende sich jedenfalls an die Kunden, die sich vom Trend zu immer größeren Displays nicht angesprochen fühlen.

Jim Wicks zieht mit Blick auf das Design außerdem einen interessanten Vergleich: Wenn jemand einen Fernseher kaufe, wolle er das Bild, nicht den Rahmen. Entsprechend dürfte Motorolas Designteam viel Zeit darauf verwenden, den Rand ums Display so minimal wie möglich zu halten. Zudem soll das Motorola X Phone so kratzresistent wie möglich sein und auch Stürze unbeschadet überstehen.

Ein Punkt, der viele Nutzer beschäftigt, bleibt dabei bislang unangesprochen: der Akku. Viele aktuelle Geräte sind hier erstaunlich schwach ausgerüstet. Immerhin: Mit dem Droid Razr Maxx ist Googles Smartphone-Abteilung eine rühmliche Ausnahme.

Und bislang nur ein Gerücht ist die Behauptung, man werde sich das Motorola X selbst konfigurieren können. Erst neulich hatte ich hier auf neuerdings das Fehlen eines Hardware-Konfigurators für Smartphones beklagt. Anstatt wie Samsung eine schier unüberschaubare Menge unterschiedlicher Modelle zu entwickeln, könnte sich Motorola stattdessen auf wenige Formfaktoren beschränken, bei denen sich die Kunden dann zumindest einige der Eckdaten aussuchen können. Aber wie gesagt: Das ist bislang nur ein Gerücht.

Die ersten Motorolas unter Googles Regie sollen “phänomenal” werden

Es ist jedenfalls die erste Gerätegeneration, die unter dem direkten Einfluss von Google entwickelt wird. Seit acht Monaten wird daran gearbeitet und Teams von Google und Motorola tauschen sich nach den Worten von Wicks intensiv aus.

Und eines ist klar: Wenn das Motorola X vorgestellt wird, wird die Tech-Welt sehr genau hinschauen. Die Erwartungen sind hoch. Googles Chairman Eric Schmidt ficht das nicht an: Er bezeichnete die neuen Geräte schon einmal vorab als “phänomenal”. Sie seien “sehr, sehr beeindruckend” erklärte er außerdem.

Dann lehnen wir uns mal alle entspannt zurück und erwarten nichts weniger als eine Revolution.

Bildquelle für das angebliche Rendering des Motorola X Phone: gsmarena.com

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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3 Kommentare

  1. Wenn sie da mal nicht den Mund zu voll nehmen. Eine nette Abwechslung auf dem Android Markt wäre es allerdings.

  2. Wechselbarer Akku und SD-Kartenslot: und schon würde ich es kaufen!

  3. Nicht mehr Handy – das hört sich doch schon mal gut an. Immer diese großen Dinger eine …

    Sonst gebe ich tu recht. Wäre echt super wen das kommen würde.

    Neugirig bin ich schon mal. Das haben sie erreicht.

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