Datenbrille:
Viele Details zu Technik und Features von Google Glass veröffentlicht

Jetzt, wo die ersten Vorab-Exemplare der Datenbrille Google Glass verschickt werden, gibt es auch endlich mehr Details zur Technik und den Funktionen. Zudem veröffentlichte Google die passende Android-App und die Richtlinien für Entwickler.

Designbeispiel für eine Glass-App.

Designbeispiel für eine Glass-App.

Es dürfte wohl nur wenige Geräte geben, auf die die Techwelt so gespannt wartet, wie auf Google Glass. Die Datenbrille verspricht uns immerhin eine neue Ära. Anstatt immer auf unsere Smartphones zu schauen, bekommen wir alles Wesentliche in unser Sichtfeld eingeblendet, können dabei auch Fotos machen und Videos aufnehmen und SMS einfach per Sprachbefehl verschicken.

Bisher aber fehlten viele Detailinformationen darüber, wie Google Glass funktioniert und was die Augmented-Reality-Brille kann.

16 Bilder: Google Glass, MyGlass-App, Designbeispiele für Glassware
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google-glass-ui-05google-glass-ui-06google-glass-ui-07Designbeispiel für eine Glass-App.

Technische Daten von Google Glass

Die nun veröffentlichten technischen Daten auf einen Blick:

  • Display: Man soll den Eindruck haben, einen 25 Zoll großen HD-Bildschirm in etwa 2,4 Meter Entfernung zu sehen. Die Auflösung wird nicht exakt benannt.
  • Kamera: 5 Megapixel für Fotos, Videos mit 720p
  • Audio: Übertragung per Knochenschall, also kein Kopfhörer notwendig. Die Ohren bleiben frei.
  • Drahtlose Netzwerke: WLAN 802.11b/g, Bluetooth, kein Mobilfunk
  • Speicher: 16 GB integriert, davon 12 GB nutzbar. Wird via Google Cloud-Speicher synchronisiert.
  • Akkulaufzeit: ein Tag bei “typischer Nutzung” – was auch immer das bei einer brandneuen Geräteklasse heißen soll. Live-Videochats und Video-Aufnahmen verkürzen logischerweise die Akkulaufzeit. Micro-USB-Anschluss und -Kabel zum Aufladen. Ladegerät wird mitgeliefert.
  • Kompatibel zu jedem Bluetooth-fähigen Handy. Die dazugehörige “MyGlass”-App benötigt allerdings mindestens Android 4.0.3. Erst durch MyGlass werden GPS- und SMS-Funktionen möglich.

Anhand der Daten scheint klar, dass Google Glass für den vollen Funktionsumfang ein Android-Handy an seiner Seite braucht. Zwar soll Google Glass technisch gesehen einem Smartphone entsprechen und eine Android-Variante benutzen, aber da es selbst keine Mobilfunkverbindung hat, ist es eher als Smartphone-Zubehör anzusehen und nicht als Standalone-Gerät. Das gilt zumindest für diese erste Version.

Aus den FAQs zu Google Glass geht zudem hervor, dass die Brille nicht wasserdicht ist. Zudem gibt es ungünstige Umstände für die Nutzung. Das Display lasse sich bei hellem Sonnenschein schlecht ablesen und die Tonübertragung via Knochenschall sowie die Sprachbefehle sind nicht für sehr laute Umgebungen gedacht.

Vorschriften und Verbote für Entwickler von Glass-Apps

Interessierte Entwickler haben im Zuge dessen nun auch erfahren, wie sie Glass-Apps entwickeln können und was dabei zu beachten ist. Hier gibt es eine Übersicht zur Google Glass API. Im Playground kann man sich einen Eindruck davon verschaffen, wie solche “Glassware” aussieht.

Klar wird dabei auch, dass das Grundelement der Glass-Benutzeroberfläche Karten (“Cards”) sind, die zeitlich sortiert hintereinander aufgelistet sind. Durch sie bewegt man sich als Glass-Besitzer, in dem man auf dem seitlichen Touchpad der Brille hin- und herwischt. Sie können Text, HTML, Bilder und Video enthalten. Ähnlich der Cards von Google Now können sie auch thematisch gestapelt sein. Beim Design sind die Entwickler frei, eigene Styles zu benutzen. Google empfiehlt allerdings, das Standard-Design zu nutzen.

Alle Informationen von Glass und zu Glass laufen übrigens über Googles Server und wer seine Glassware zu den Nutzern bringen will, hat dazu auch nur Googles eigene Kanäle zur Verfügung. Mehr über die API hier bei TechCrunch.

Interessanterweise sind zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Einnahmen für Glass-Apps vorgesehen. Wie The Verge bemerkt, ist sowohl Werbung verboten als auch in irgendeiner Form Geld zu verlangen. Auf Anfrage erklärte Google, dass es sich bei diesen Vorschriften noch um eine frühe Version handele. Im Moment liege der Schwerpunkt auf Innovation und Experimente.

Erste Google Glass werden ausgeliefert

Wer eine der “Explorer Edition” Google Glass bestellt hat, hat jetzt eine E-Mail zugeschickt bekommen. Man ruft dann eine Nummer an und gibt seinen mitgeschickten Code ein. Danach kann man sich eine von fünf Farbvarianten aussuchen und bestimmen, ob Google Glass zugeschickt wird oder ob man es sich in einem der Google-Büros in Mountain View, New York oder Los Angeles abholen will.

2.000 Stück dieser Vorab-Version lässt Google herstellen. Wer dabei sein wollte, musste 1.500 US-Dollar auf den Tisch legen. Was die finale Version von Google Glass kosten wird, ist weiterhin offen. Auch wann die Datenbrille für alle erhätlich sein wird, ist noch nicht klar. Google verspricht, sie noch dieses Jahr frei verkäuflich anbieten zu wollen.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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Ein Kommentar

  1. Die totale Überwachung durch Google: auch die Menschen, die das nicht wollen, werden ins Netz der Datenspinne Google gezwungen.

    Der Mitmensch wird zum Verräter; er ist der Blockwart, der einen nicht nur beobachtet, sondern filmt und die Filme zur vollautomatischen Auswertung und Gesichts- und Handlungserkennung zu Google hochlädt.

    Diese Nicht-Brille enthält die Macht, die Menschen endgültig in die Dystopie der totalen Überwachungsgesellschaft zu stossen – wer “Glasses” trägt, ist Dein Feind.

    Denn Google kann und wird diese Daten an jeden, der genügend bezahlen kann, verkaufen – und wenn nicht, so werden sich die “Bedarfsträger” bei den staatlichen “berechtigten Stellen” in jedem Falle sichern. Was könnte es für sie schöneres geben, als die völlige Auflösung jeder Privatsphäre?

    Schon Facebook beobachten mit den Like-Buttons eben nicht nur seine Nutzer, sondern jeden, der eine Website mit einem solchen Button aufruft – so wie Google heute bereits jeden auf jeder Website beobachtet, die Google Analytics nutzt. Aber mit diesen Brillen geht das ganze in eine neue Ära: nun beobachtet Google nicht mehr nur im Web, sondern jeden durch jeden, der eine solches Gerät trägt.

Ein Pingback

  1. [...] mehr reden, der die­ses Ding trägt“, sagen die Einen. Dage­gen freut sich der typi­sche Early Adop­ter (Über­tra­gung per Kno­chen­schall – muss ich haben!) auf die schier unend­lich [...]

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