Premiumlösung für Schwellenmärkte:
Blackberry plant neue Phones mit dem alten Blackberry 7

Wohl dem, der gleich zwei Betriebssysteme hat? Blackberry macht es ähnlich wie Nokia und will neue Einsteiger-Smartphones für Schwellenmärkte herausbringen. Die sollen nicht mit der neuen Hoffnung Blackberry 10 vorinstalliert sein, sondern mit dem Vorgänger Blackberry 7. Eine elegante Lösung, mit der man Nokia einige Kunden abspenstig machen könnte.

Altsystem für Schwellenmärkte: Blackberry 7

Altsystem für Schwellenmärkte: Blackberry 7

Das neue Blackberry 10, bei uns gerade im Dauertest, schlägt sich in der Praxis eigentlich gut. Ein intuitives Bedienkonzept mit der Schaltzentrale Blackberry Hub und dem gut gelösten Multitasking Active Frames – BB10 ist eins der derzeit modernsten mobilen Betriebssysteme auf dem Markt. Der Smartphone-Pionier hat ein Jahr lang seine ganze Hoffnung auf die neue Lösung gesetzt. Von daher überrascht die Ankündigung des deutschen CEOs Torsten Heins, weitere Geräte mit dem alten System Blackberry 7 herauszubringen.

Heins hat hier Schwellenmärkte im Blick, wie er dem kanadischen TV-Sender CBC in einem Interview mitteilte. Hier solle zunächst ein neues Gerät mit dem alten System und wahrscheinlich einem physischen Keyboard auf den Markt kommen. Geräte mit BB10 und BB7 sollen auf diesen Märkten gleichzeitig angeboten werden. Blackberry ist nach wie vor Marktführer in einigen Schwellenländern wie Indonesien und Nigeria. Besonders hier sind Blackberrys als mobile Schaltzentrale seit Jahren begehert, weil weite Teile der Bevölkerung über kein Festnetz-Internet oder einen PC verfügt. Die Entscheidung wirkt nicht dumm und birgt doch ein kleines Risiko.

Blackberry 10 und 7
Altsystem für Schwellenmärkte: Blackberry 7Blackberry7_2BlackBerry7_3BlackBerry7_4
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BB7 ist aktuell in der Version 7.1 verfügbar. Es unterstützt Multitasking und NFC, erlaubt die Trennung zwischen Privatem und Geschäftlichem (BB Balance), bietet Verschlüsselung, eine Lösung für Augmented Reality und ein Sicherheitskonzept (BB Protect), die MS-Office-Lösung “Documents to go” und den Netzwerk-Aggregator Social Feeds. Funktional wirkt BB7 damit Welten vor Nokias Zweitsystem S40, das in den Einsteiger-Touchscreenphones der Asha-Reihe zum Einsatz kommt. Fairer wäre ein Vergleich mit Nokias Altsystem Symbian, doch dafür haben die Finnen keine weiteren Geräte oder Updates geplant.

Alles auf BB10?

Einstiegsgeräte mit Blackberry 7 wären daher in der Kategorie “Luxus des kleinen Mannes” anzusiedeln. Es wäre in der Tat schade, würde Blackberry ein solides System wie BB7 einfach aufgeben. Allerdings bedeutet eine Weiterentwicklung des Auslaufmodells wiederum Kosten, Ressourcen und nicht zuletzt auch Marktanteile, die nicht BB10 zufallen. Die Kanadier stehen am Scheideweg, müssen sich am Erfolg von BB10 messen lassen. Die große Frage also ist, ob nicht auch Einstiegsgeräte mit BB10 möglich wären.

Für Konkurrent Nokia ist die Mehrsystem-Strategie bislang erfolgreich. Im 4. Quartal 2012 verkauften man 9,3 Millionen Asha-Geräte mit S40 im Vergleich zu 2,2 Millionen Symbian-Geräten und 4,4 Millionen Lumias mit Windows Phone 7 und 8. Asha-Geräte sind allerdings einfachst ausgestattet, bieten weder echtes Multitasking noch echtes Multitouch, kosten dafür aber auch unter 100 Euro. Könnte Blackberry mit BB7-Neugeräten hier preislich mithalten, hätte man Nokia auch in Schwellenmärkten etwas Schlagkräftiges entgegen zu setzen.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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2 Kommentare

  1. Ich halte es für eine gute Idee, das System ist ausgereift, die Hardware wird wohl auch nicht ganz neu sein, außer einigen “Highlights” die bei neuen Geräten sicherlich auch mal geben wird. D.h. die Kosten für Neuentwicklung und Anpassung werden sich in Grenzen halten. Sollten die Geräte aber günstiger sein als die “aktuellen” BB 7-Geräte, wird man neue Kunden erreichen und so auch irgendwann zu BB10 führen. Ganz klar ist dass die Geräte nicht gegen Asha ankämpfen werden können, aber es gibt sicherlich diese “Mittelschicht” der Käufer, vor allem in den den “BB-Märkten” und die zu vernachlässigen wäre falsch. Einzig sollte die Akkukapazität (bzw. Energieverbrauch) angegangen werden, um wieder an “gute alte” BB-Zeit heran zu kommen.

  2. Blackberry 7 hat was, was Blackberry 10 nicht hat! Als Komplettlösung für mobile Kommunikation ist es zusammen mit dem betagten Playbook unschlagbar. Man kann sein Handy als Maus nutzen, mit dem Tablet Video Filme per HDMI im Hotel sehen oder kurz mal eine geschäftliche Präsentation per Handy “fernsteuern”. Weiterhin kann man das Tablet als grossen E-Mail Bildschirm nutzen. Genau das fehlt bei BB10, hier gehen nur Teile dieser innovativen Lösung. Solange kein adäquates Tablet von Blackberry kommt, bleibe ich bei meiner Kombi aus Bold 9900 und Playbook, womit geschäftlich auch das Intranet klappt! Meine Empfehlung für Blackbery: Ein Handy , wie das Q10 in einer Kombi mit neuen BB10 Tablett mit gleichem Formfaktor, weniger Rahmen und einem schnelleren Browser. So eine Lösung wird sicher auch Erfolg haben. Was dann noch fehlt, ist Spotify und weitere native Apps für BB10. Diese Lösung würde dem Business Bereich dann wieder gerecht werden können und wäre konkurenzfähig. Im Moment steckt Blackberry in der Sackgasse!

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