Festo BionicOpter:
Verblüffende Roboter-Libelle aus Deutschland

Eine erstaunlich naturgetreue, fernsteuerbare Libelle ist das neueste Stück des deutschen Unternehmens Festo. Es forscht schon seit Jahren gemeinsam mit Hochschulen und anderen Institutionen an solchen “bionischen” Geräten.

Auch wenn man versucht ist, "Fake" zu rufen: Die künstliche Libelle ist echt.

Auch wenn man versucht ist, “Fake” zu rufen: Die künstliche Libelle ist echt.

Libellen begeistern in der Natur dadurch, wie schnell und flexibel sie manövrieren können. Der Mensch hat versucht, mit dem Hubschrauber etwas ähnliches zu erreichen. Aber die Libelle bleibt die elegantere Lösung. So kann sie allein durch eine Veränderung des Flügelschlags von Vorwärtsbewegung zu Stillstand und zurück wechseln, ohne dabei die eigene Lage zu verändern.

Unter dem Namen BionicOpter zeigt Festo aus Esslingen eine Art Natur-Helikopter: eine Roboter-Libelle. In der Bildergalerie seht ihr sie im Detail und das folgenden Video zeigt sie in Aktion.

BionicOpter
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Im Video wird vor allem deutlich, warum Festo von “hochkomplexen Flugeigenschaften” spricht. Der Bewegungsablauf einer Libelle ist schließlich nicht nur kompliziert, sondern vor allem enorm schnell. Wie das natürliches Vorbild könne “das ultraleichte Flugobjekt” BionicOpter in alle Raumrichtungen manövrieren, auf der Stelle fliegen und ganz ohne Flügelschlag segeln. Erstmals beherrsche ein Modell damit mehr Flugzustände als Hubschrauber, Motor- und Segelflugzeuge zusammen. Alle vier Flügel lassen sich individuell in Schubrichtung und Schubstärke einstellen, sodass die ferngesteuerte Libelle nahezu jede Lageorientierung im Raum einnehmen können soll. Zudem gleicht sie automatisch Flugvibrationen aus.

Die “Fake”-Rufe lassen unter dem YouTube-Video nicht lange auf sich warten – und wer mag es den Nutzern schon verdenken. Es wäre schließlich heute zweifellos möglich, das komplett Video im Computer entstehen zu lassen. Allerdings kennt man Festo bereits von ähnlich beeindruckenden Projekten. Entstanden ist der BionicOpter im Rahmen des “Bionic Learning Network“. Gemeinsam mit Hochschulen, Instituten und anderen Firmen entwickelt und fördert das Unternehmen nach eigenen Aussagen seit Jahren “Projekte und Versuchsträger, deren technische Grundprinzipien aus der Natur abgeleitet sind.”

So haben sie sich beispielsweise für ihren “Smart Bird” von der Silbermöwe inspirieren lassen. Ihr künstliches Flugobjekt kann dabei ganz wie das Vorbild aus eigener Kraft starten, fliegen und landen. Die Flügel schlagen nicht nur auf und ab, sondern verdrehen sich gezielt. In diesem Video wird die Arbeit daran ausführlich vorgestellt:

Auf einer TED-Konferenz war der Smart Bird vor Livepublikum demonstriert worden:

Also: So unglaublich komplex und elegant die künstliche Libelle auch aussieht, sie ist echt. Möglich wird sie dabei vor allem durch konsequenten Leichtbau. Bei einer Spannweite von 63 cm und einer Körperlänge von 44 cm wiegt sie 175 g. Im “Brustkorb” sind die Batterie, neun Servomotoren, ein ARM-Mikrocontroller, die Sensoren und Funkmodule verbaut.

Wer noch mehr wissen will, findet hier weitere Informationen über den BionicOpter, u.a. eine ausführliche Broschüre mit vielen technischen Hintergründen und Daten.

Gefunden bei Gizmag.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

5 Kommentare

  1. Ich bin sicher, dass man das Gerät nächste Woche am Festo-Stand in Halle 15 auf der Hannovermesse in Aktion sehen kann. :-)

  2. Bei einem richtigen Vogel bestehen die Flügel aus einzelnen Federn, die verdrehbar sind, so dass sie beim Abwärtsschlag eine luftundurchlässige Fläche bilden, beim Aufwärtsschlag dagegen sich senkrecht stellen und der Luft wenig Widerstand bieten. Beim SmartBird scheint diese Konstruktion nicht vorhanden zu sein.

    • Der Projektname SmartBird ist insofern irreführend, als das Ergebnis eher einer Libelle ähnelt, die nach Linné nicht zu den Vögeln zählt. Insofern ist es auch nachzusehen, daß das Gerät keine Federn aufweist, denn Libellen haben die auch nicht.
      Ein tolles Konzept aber schon – wenn Frau Merkel das Ding – wie so viele andere auch – auf der Hannovermesse geerdet hat.

      Da war der olle Kaiser Wilhelm geschickter: Bei der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals vor über 100 Jahren stand er zwar am Steuerrad seiner Staatsyacht, aber wirklich gesteuert wurde ein Deck tiefer…

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