Déjà-vu:
Intel will die Preise für Ultrabooks drastisch senken

Enttäuschte Hoffnungen? Die Erwartungen für Ultrabooks haben sich laut jüngsten Zahlen noch nicht erfüllt. Angeblich nicht deswegen, sondern weil es möglich ist, will Intel die Preise für Ultrabooks weit nach unten drücken. Nanu, das haben wir doch schon einmal gehört.

Ultrabook Asus Zenbook UX 31A

Ultrabook Asus Zenbook UX 31A

Die Vorteile liegen eigentlich auf der Hand: Wer sich ein Ultrabook kauft, der muss sich nicht mehr abschleppen. Schön flach sind die dünnen Laptops auch, und schnell und chic meist noch dazu. Warum sie sich trotzdem nicht verkaufen wie geschnitten Brot, darüber kann man nur spekulieren. Dass Windows 8 nicht für jeden ist, könnte ein Grund sein, dass manche ein Apple MacBook bevorzugen oder dass Laptops sich ganz einfach nicht mehr so gut verkaufen wie vor einigen Jahren, weil Tablets und Smartphones in vielen Lebenslagen die bessere Wahl sind. All das dürften Gründe sein, an denen die Hersteller auch bei noch so top designten Geräten nicht viel ändern können.

Ultrabooks & Convertibles
AcerIconia510_3AcerIconia510AsusVivoTabAsusVivoTab2
DellXPS12_1DellXPS12_2SamsungAtivPCProSurfacePro
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An den Preisen zumindest liegt es nach Intels Ansicht nicht. Zumindest sei das nicht der Grund, warum man die Preise nun weiter drücken will. Weniger als 600 Dollar sollen Einstiegsgeräte der neuen Generation mit Haswell-Prozessoren am besten nur kosten, verlangt der Chiphersteller, der das Referenzdesign für Ultrabooks vorgelegt und die Messlatte immer höher gelegt hat. Intel-Manager C.J. Bruno sagte das laut Heise kürzlich auf dem Intel Solutions Summit. Der Grund für die Preissenkung sollten aber nicht etwa enttäuschende Verkaufszahlen sein, sondern im Preis gesunkene Bauteile, die die Hersteller nun verwenden könnten. Im Sommer sollen die ersten neuen Geräte auf den Markt kommen.

Einstiegsgeräte der 1. Generation heute ab 400 Euro

Die Aussage verwundert in sofern, dass Intel bereits vor knapp einem Jahr Ähnliches angekündigt hatte. Im vergangenen April sagte Intel-Manager Kirk Skaugen, schon in wenigen Monaten werde es Ultrabooks unter 700 US-Dollar geben. Wie Intel in der Vergangenheit immer wieder betonte, sollte auch das der langfristig anvisierte Preis für Ultrabooks sein.

Bis es dann schließlich so weit war, hat es allerdings ein paar Monate gedauert. Inzwischen gibt es einige Modelle dieser ersten Generation zu den geforderten Preisen. Das Lenovo IdeaPad U310 ist heute zwischen 400 bis 700 Euro zu haben, verwendet allerdings noch die inzwischen recht verjährten Sandy-Bridge-Prozessoren. Andere preisgünstige Modelle sind meistens ähnlich schwach motorisiert, haben in der Regel eine schwächere Display-Auflösung und arbeiten meist mit einer Sata-Festplatte in Kombination mit einem kleinen SSD-Cache.

Kampfpreise notwendig

Die neueste Generation wie das Asus Zenbook UX31A oder das Lenovo IdeaPad Yoga 13 ist mit Preisen bis zu 1.500 Euro je nach Ausstattung deutlich teurer. Es gibt Ultrabooks also tatsächlich in nahezu allen Preisklassen, für die jeweils neueste Chip-Generation muss man allerdings immer noch 900 Euro und mehr hinblättern.

Windows 8 hat den Verkaufszahlen von Ultrabooks bislang keinen Schub verliehen. Im vergangenen Herbst korrigierte IHS Suppli seine Prognose von 61 Millionen verkauften Geräten für das laufende Jahr auf 44 Millionen nach unten. Auch im Frühjahr vermeldeten dieselben Markforscher wieder geringe Erwartungen für das 1. Quartal, allerdings gepaart mit der Hoffnung, dass es in der zweiten Jahreshälfte durch die neue Gerätegeneration dann mit Ultrabooks aufwärts gehe.

Meine persönliche Vermutung ist: Zu hohe Preise, zu wenig Bedarf – und Windows 8. Das neue System hat bisher die wenigsten Nutzer überzeugt, was sich auch in den Verkaufszahlen niederschlägt. Wenn Intel die Kunden ködern will, dann wohl wirklich nur über Kampfpreise. Verständlich allerdings, dass die Hardware-Partner von Acer bis HP in Zeiten ohnehin geringer Margen bei PCs darauf wenig Lust haben.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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10 Kommentare

  1. Der Grund ist sehr wohl der Preis, in Verbindung natürlich mit dem Mehrwert den die Geräte gegenüber einem Gerät mit 300-400€ bieten. Dem Durchschnittsnutzer reicht nun mal ein Einstiegsgerät in der oben genannten Preisklasse vollkommen aus. Er möchte nur etwas im Netz surfen, hier und da mal Musik hören oder Videos gucken. Außerdem nimmt er seinen Laptop nur vielleicht nur ein- bis zweimal im Jahr irgendwohin mit. Dafür braucht er kein Ultrabook. Punkt!

    Außer den Abmessungen und dem Gewicht bieten Ultrabooks halt keine anderen nennenswerten Mehrwerte und deshalb verkaufen sie sich auch so schlecht.

  2. Achja, Touch und Windows 8 werden das kaum verändern!

  3. Ich denke Touch und Windows 8 sind durchaus eine sinnvolle Kombination. Man bekommt die Vielfalt eines Net-/Ultrabooks und hat die Vorteile der Bedienung eines Tablets. Windows 8 ist zwar von der Bedienung her komplett umgekrempelt aber ich denke das die Oberfläche in Kombination mit einen Touchscreen durchaus Sinn macht und sein Publikum finden wird.

  4. Ultrabooks bieten halt zu wenig für zuviel Geld. Wenn ich z.B. beim MacbookAir gucke was man bekommt und dazukaufen muss….und auch in der Windows-Welt kosten die Geräte im Vergleich einfach zuviel. Die Geräte sind imo eher was für den Business-Einsatz für Leute die wirklich viel unterwegs sind und da ist die Zielgruppe halt nicht so gross wie für Consumer-Geräte die auch wie o.a. nicht einmal die Hälfte kosten und flexibler sind. Ein Ultrabook für 1500 Euro…da bekomme ich auch ein sehr gutes DTR-Notebook für.

  5. iPad mit BT-Tastatur-Cover ist einfach “more sexy”… und für Otto-Normal-Nutzer vermutlich ausreichend.

  6. Es ist ein Skandal, dass die meisten Ultrabooks kein UMTS an Board haben (und es sich auch nicht nachrüsten läßt). Ich kann mit einem Notebook ohne integrierte UMTS einfach beim besten Willen nichts anfangen.

    Ich verstehe das einfach nicht. Wie kann man mobile Geräte bauen, die einen nicht komfortabel mobil ins Internet lassen?

    (Sticks oder Tethering ist keine komfortable Alternative – ich will: zack auf, zack drin – wie am Handy)

  7. @Hauke

    Der Grund dafür ist sehr einfach: Die Geräte müssen dünn sein und außerdem ist die Nachfrage dafür viel zu gering. Die meisten Notebooks haben auch kein UMTS-Modul. Mit Tethering am Smartphone bist du auch Zack drin und brauchst keinen zweiten Vertrag/Karte.

    • Ich muss mich hier Hauke anschließen. Das ist sehr wohl möglich und m.E. auch das, was Tablets “mobiler” macht als Ultrabooks. Wenn du erst nen Stick einstecken oder Tethering starten musst, verlierst du bis zu einer Minute, bis du unterwegs online bist. Auf nem Tablet bist du es mit einem Click. Ich hoffe, die Hersteller finden das auch irgendwann heraus.

    • Auch ich stimme Hauke und Jürgen zu, ein Ultrabook ohne mindestens 3g ist für mich ein KO Kriterium beim Kauf. Die Module sind sehr klein und das bekommt man noch unter (siehe z.B. beim iPad). Gerne optinal. Des Weiteren ist ein herunterdrosseln der CPU ebenfalls nicht unter normalen Temperaturbedingungen hinnehmbar. Eine weitere sinnvolle Option ist ein 2. SSD Modul stecken zu können, dann erst hat man einen wirklichen Rechner.
      Alle Punkte halte ich für umsetzbar und bin erstaunt darüber das es so etwas noch nicht gibt. Bräuchte ich das alles nicht, denn wüde ich ein Macbook Air kaufen, da müssen Sony, Lenovo, HP & Co. schon bischen mehr bieten.

  8. Was dass Problem ist das sich UltraBooks nicht verkaufen ?
    Schon mal versucht so ein Teil über mehrere Minuten unter Volllast laufen zu lassen ? Aller spätestens nach 5 Minuten drosseln sich die CPU’s aufs minimum runter oder das Book zündet von alleine den Überhitzungsschutz. Und der durchschnitt PC User kauft sich so ein Teil sowieso nur deswegen weil er damit insgeheim spielen will.

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