3D-Druck-Automat und 3D-Scanner vorgestellt:
Das Klonen von Objekten steht vor der Tür

Wer sich zwar für 3D-Druck interessiert, aber nicht so viel Geld für ein solches Gerät ausgeben will, sollte aufhorchen: 3D-Druck-Automaten kommen. Aber nicht nur das treibt diese neue Technologie mit großen Schritten voran, sondern auch andere neue Entwicklungen.

3D-gedruckte 'Cthulhu'-FigurMan stelle sich einmal vor, man könne jedes beliebige Objekt zu Hause einfach klonen. Man legt es in einen Scanner, dort wird es abgetastet und vermessen und dann käme aus dem 3D-Drucker nebenan direkt das identische Objekt heraus. Davon sind wir nicht mehr weit entfernt, denn die Technik dazu ist bereits vorhanden. Nur ist sie noch nicht massenkompatibel.

3D-Drucker haben schlichtweg noch enge Grenzen. Sind sie vormontiert, kosten sie eine Menge, sind sie als Bausatz vorhanden, erfordert es einiges an Kenntnissen und Geschick, um sie zusammenzubauen. Dann müssen sie justiert werden, damit sie auch genau drucken. Die Feinheit des Druckbildes ist abhängig von der Düse und diese ist bei günstigeren Modellen eher grob, sodass man jede Druckschicht erkennt.

Die 3D-Printing-Revolution
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Dreambox Vending Machine macht 3D-Druck erschwinglich

Der 3D-Druck steckt somit noch in den Kinderschuhen, aber könnte jetzt für technisch weniger versierte Menschen einfacher werden. Mit sogenannten 3D-Automaten kann man einen gewünschten 3D-Druckentwurf an den Automaten senden, er führt den Auftrag aus und lagert das fertige Objekt danach in einem Abholungsfach – ähnlich wie bei einer Packstation. Der Kunde wird nach der Ausführung des fertigen Druckauftrags benachrichtigt, dass der Auftrag fertig ist und er ihn abholen kann. Mit dem Druckvorgang selbst muss er sich also nicht auseinandersetzen, da dieser automatisiert geschieht. Dreambox ist der Hersteller solcher Automatenschränke. Gäbe es mehr solcher Automaten, würde das den 3D-Druck einem Massenmarkt zugänglicher machen.

Gleichzeitig kommen nun 3D-Scanner auf den Markt, die mit Laserabtastung Objekte in digitale Daten umwandeln, damit diese von einem 3D-Drucker umgesetzt werden können. Da gibt es das Modell “Digitizer” von Makerbots, über das leider noch keine Daten zu Preis und Verfügbarkeit vorliegen und dann gibt es ein DIY Projekt unter dem Namen FabScan. Für lediglich 100 Euro lässt sich so ein Scanner zu Hause selbst bauen – ein paar Fachkenntnisse vorausgesetzt.

Mit dieser Kombination ist das Klonen von Gegenständen einfacher denn je. Malt man sich einmal aus, wie viel Potential diese Technologie besitzt, dann kann man nur erahnen, wie wichtig sie in Zukunft sein könnte.

Es geht über den eigenen Haushalt hinaus

Generell sollte man dabei über den Horizont des heimischen 3D-Druckens hinausdenken. In der Medizin laufen derzeit Experimente wie man mit 3D-Druck Transplantationen erleichtern kann. Mit Zellgewebe möchte man für solche Zwecke zukünftig nicht nur Haut drucken können, sondern auch ganze Organe. Würde das funktionieren, wären wir unabhängig von Organspenden.

Und es gibt noch zahlreiche Beispiele aus ganz anderen Bereichen. Auf neuerdings.com hatten wir euch beispielsweise schon das Haus aus dem 3D-Drucker und das Hybrid-Auto aus dem 3D-Drucker vorgestellt.

Und es geht auch nicht nur um fertige Produkte, sondern beispielsweise um das schnelle Erstellen von Prototypen in der Hardware-Entwicklung.

Titelfoto mit freundlicher Genehmigung von 3DDinge.de

 

Ricarda Riechert

Ricarda Riechert ist Autorin bei neuerdings und dem Euronics Trendblog. Sie kann sich sowohl für neue Gadgets, als auch für Fotografie begeistern. Ihre Gamingleidenschaft lebt sie bei Elvun aus.

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Ein Kommentar

  1. Die Dreambox ist eine interessante Idee, ich bin allerdings skeptisch, dass das Teil immer eine gleichbleibende Druckqualität liefert. Wer schon einmal 3D gedruckt hat weiß, dass man da öfter ran muss, bis der 3D-Druck die gewünschte Qualität hat und vorher u.U. jede Menge Fehldrucke fabriziert.

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