Bartendro:
Cocktailmix-Automat gesteuert per Raspberry Pi

Wir wissen noch nicht, ob und wann Maschinen die Herrschaft übernehmen, aber bis es soweit ist, können sie uns noch ein paar Cocktails mixen. So oder ähnlich waren eventuell die Überlegungen einer Unternehmung namens “Partyrobotics” aus Kalifornien, als sie den Bartendro erdachten. Der Automat mixt perfekte Cocktails in Sekundenschnelle, powered by Raspberry Pi.

Hochpräzise und schnell soll der Bartendro sein – und ein Hingucker nicht nur für Nerds.

Hochpräzise und schnell soll der Bartendro sein – und ein Hingucker nicht nur für Nerds.

Es war das Jahr 2009, als Robert “Mayhem” Kaye und Pierre Michael ihr Faible für hochprozentige Mixgetränke und ihr Wissen rund um Technologie zusammenbrachten. Partyrobotics war geboren und sollte der Menschheit perfekte Cocktails bringen. Nach einiger Entwicklungszeit und selbstlosen Testreihen ist der Bartendro nun auf Kickstarter gelandet. Hier können Interessierte verschiedene Versionen vorbestellen, auch für Bastler ist das ein oder andere dabei. Und vor allem: Das gute Stück ist Open Source. Jeder kann die Pläne nehmen und seine eigenen Ideen daraus entwickeln. Und davon gibt es schon jetzt jede Menge.

Bartendro Cocktailmix-Automat
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Das Hirn des Bartendro stellt dabei der inzwischen bestens bekannte Minimalcomputer Raspberry Pi, über den wir hier auch schon mehrfach berichtet haben. Und wieder einmal zeigt sich, dass es nicht übertrieben ist, wenn man dem preisgünstigen Compüterchen die eine oder andere Revolution zutraut. Er macht es jedenfalls deutlich einfacher, solche Ideen umzusetzen. Auch wenn es zugegebenermaßen in diesem Fall erst einmal nur um Hochprozentiges geht und nicht gleich um den Weltfrieden. Aber immerhin.

Größte Herausforderung für Robert und Pierre war jedenfalls, die Cocktail-Zutaten in präzisen Mengen aus den Flaschen in das Glas zu befördern. Und glaubt man ihrer Beschreibung auf Kickstarter, dann ist ihnen genau das gelungen. Je nach Modell kommt der Bartendro dabei mit einer einzelnen Flasche für Shots zurecht oder aber mit bis zu 15 Flaschen.

Gesteuert per Smartphone, Tablet oder Laptop

Der Cocktailmix-Automat baut für die Steuerung ein lokales WLAN auf, in das man sich beispielsweise mit Smartphone oder Tablet einklinkt. Man ruft den Browser auf und landet auf der Benutzeroberfläche des Bartendro, um sich seinen Drink auszusuchen.

Wie man auf den Fotos sehen kann, ist das alles eher hemdsärmelig und nicht stylish, aber das kann für den einen oder anderen auch den Reiz ausmachen. Zudem lässt es Platz für die eigene Kreativität, denn wie es sich für Open Source gehört, ist ja sowieso alles anpassbar. Die Fotos zeigen nebenbei erwähnt noch nicht die endgültige Version. So wird es beispielsweise Gummistopfen geben, damit die Flaschen nicht vollkommen offen dastehen.

Und hier seht ihr Bartendro und seine Schöpfer in Aktion:

Preise und Verfügbarkeit

Wie im Video erwähnt, mussten die Macher sehr viel selbst entwickeln, denn es gab keine passenden und zugleich bezahlbaren Bauteile für dieses Projekt. Im Zuge des Kickstarter-Projekts gibt es nun Angebote für Bastelfreunde, beispielsweise ein Pumpenmodul (“Dispenser”) für knapp 90 Euro inklusive Versand. Der “Shotbot” für eine einzelne Flasche schlägt mit gut 210 Euro zu Buche. Und der kleinste Bartendro für drei Flaschen kostet mit allem Drum und Dran dann immerhin schon 430 Euro. Die größeren Modelle sind entsprechend teurer und auch hier gibt es Varianten für Selbermacher. Ausgeliefert wird laut Plan ab Juni 2013.

Alles in allem also kein billiger Spaß, aber definitiv ein Hingucker auf der nächsten Party. Und die Phantasie der Bastler läuft offenbar schon Kreise, denn die Bartendro-Macher haben diverse Anfragen erreicht, was man noch alles auf dieser Basis bauen könnte. Unter anderem gehören dazu Automaten für Crepes, Saft oder Kaffee, ein Gartensprenger-Bot, ein Automat für Chemie-Experimente und einiges mehr.

Und vielleicht kann der Bartendro in einer künftigen Version oder einem daraus entwickelten Gerät auch noch mehr, denn jeder Cocktailfan wird schnell erkennen: Dieser Automat kann noch längst nicht alles, was ein echter Barkeeper aus Fleisch und Blut kann. Denn von Eis oder Schütteln ist hier nirgends die Rede.

Aber nun gut: Es dauert ja wohl sowieso noch ein wenig, bis die Maschinen endgültig die Macht übernehmen. Genug Zeit für einen Drink. In diesem Sinne: Prost.

Alle Informationen auf der Kickstarter-Projektseite.

Gefunden bei übergizmo

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Leitender Redakteur von neuerdings.com und Autor auf netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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4 Kommentare

  1. Mit dem kleinen Helferlein Raspberry Pi werden uns sicher noch ganz andere Innovative Ideen beschert. Ich finde den Bartendro jedenfalls klasse. Sicher wird er nicht den klassischen Barkeeper ablösen, jedoch könnte ich ihn mir sehr gut im Privaten Partykeller vorstellen.

  2. Mal schauen, wann der erste Cocktail-to-go-Automat in der Stadt steht =)

    Achne warte… Jugendschutz :D

  3. Es fehlt der Hinweis auf _das_ Event zum Thema – die Roboexotica:
    http://www.roboexotica.org/
    10 Jahre vor “Partyrobotics”.

  4. Das ist ja wirklich die komplizierteste Lösung, die man finden konnte. Es geht doch viel einfacher: Flaschen kopfüber aufhängen. Ein steuerbares Ventil pro Flasche regelt die einströmende Luft und die gleiche Menge Getränk läuft durch eine zweite Leitung in ein Glas. Fertig ist die Laube.

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