Kinect:
Weiterentwicklung erkennt Fingerbewegungen und soll die Maus ersetzen

Microsoft arbeitet in seinen Research Labs an einer Weiterentwicklung für Kinect, die auch Handgesten erkennen soll. Damit ließe sich mit den Fingern arbeiten, wie mit einer Maus.

Kinect erkennt Fingerbewegungen. Bild: Microsoft

Microsofts erfolgreiche Gestensteuerung Kinect für die Spielekonsole Xbox 360 war nicht das Ende der Fahnenstange. Forscher und Entwickler des IT-Riesen arbeiten an einer Weiterentwicklung, die noch filigranere Gesten und Fingerbewegungen erkennen soll. Damit ließen sich Bewegungen wie Pinch to Zoom oder Doppelklick allein mit der Hand simulieren. Es könnte ein Ersatz für Menschen sein, die der althergebrachten Computermaus noch nie viel abgewinnen konnten.

Microsoft-Ingenieur Cem Keskin führte die Weiterentwicklung der Steuerung auf einem Bildschirm mit Windows 8 vor, was darauf hin deutet, dass die nächste Kinect-Version auch für Windows 8 verfügbar werden könnte. Anders als die bisherige Kinect-Steuerung, die eine Hand nur als den Punkt eines Skeletts wahrnehmen kann, soll die neue Version auch Fingerbewegungen erkennen.

Kinect mit Fingergesten
MycestroKinect_2_0Kinect_XboxKinect_2_0_Paint
Kinect_2_0_FingerKinect_2_0_Paint-1EgoSmartmouse

Keskin zeigt die Entwicklung hier in einem Video:

Im Prinzip sind noch gar keine Details über die neue Steuerung bekannt, mit welcher Framerate sie etwa die Finger abtastet und wann die neue Generation auf den Markt kommen soll. Sicher ist nur, dass Microsoft offenbar Lunte gerochen hat. Das Hardware-Startup Leap Motion ist mit einer ähnlichen und augenscheinlich noch besseren Gestensteuerung ab Mai auf dem Markt. The Leap tastet die Bewegungen aller zehn Finger mit einer Framerate von 290 fps ab und kostet dabei nur 80 US-Dollar.

Mehr Alternativen zur Maus, aber noch nicht ihr Ende

Microsoft wird das registriert und sich daran erinnert haben, dass man mit Kinect doch etwas Ähnliches längst hat. Will man The Leap etwas entgegen setzen und Kinect auch für Windows-PCs vermarkten, dann möglichst rasch. Der Blick auf die Weiterentwicklung der Kinect dürfte deswegen nicht zufällig jetzt gewährt worden sein.

So oder so mehren sich in letzter Zeit die Alternativen zur althergebrachten Maus. Touchpads, Trackpads, Touchscreens mit oder ohne Stylus-Pens, Wii-Controller, eben Gestensteuerungen oder auch neuartige Mauskonzepte wie die Mycestro oder die Penclic. Das wird Mausliebhaber wie mich zwar so schnell nicht zum Umstieg bewegen, aber es schafft Alternativen für diejenigen, die sich mit anderen Steuerungen besser fortbewegen können.

Einen ganz anderen Weg geht derweil das italienische Startup Laura Sapiens, das Jati euch kürzlich vorstellte: die Ego Smartmouse packt die Elektronik eines ganzen PCs in eine Maus. Weiterentwicklungen gibt es also auch noch hier. Für die Maus gibt es immer mehr Alternativen, sterben wird sie deswegen so schnell nicht.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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