Ativ Tab gefloppt:
Samsung hat genug von Windows RT

Microsoft ist arg gebeutelt. Springen dem IT-Riesen nicht nur die Hersteller für Windows Phone einer nach dem anderen ab, hat man jetzt auch Probleme mit Windows RT und dem eigentlichen Zugpferd Samsung. Die Südkoreaner hatten im August auf der IFA 2012 mit großem Paukenschlag ihr Ativ-Tablet vorgestellt, auf dem Windows RT als Betriebssystem vorinstalliert war. Nun will Samsung es nicht weiter verkaufen.

Ab jetzt nur noch LagerverkäufeIn die USA hat es das Tablet erst gar nicht geschafft und die Anstecktastatur, die als Zubehör vorgesehen war, wurde bei uns nie in den Handel gebracht. Auf der CeBIT in Hannover bestätigte Samsung, dass das RT-Tablet nicht weiter ausgeliefert werde und Händler jetzt nur noch ihre Lagerware verkaufen. Wie das US-Techblog The Verge vermutet, liegt es daran dass die Nachfrage zu gering sei, dass sich der Verkauf lohne. Unwahrscheinlich ist das nicht, denn Samsung ist sogar mit den eigenen Android-Tablet-Verkäufen mehr als unzufrieden und hier ist definitiv ein größerer Markt vorhanden, als bei Windows RT.

Nachdem nun also LG und HTC Abstand zu den Systemen des Softwareriesens überlegen – wenn auch auf Smartphone-Ebene – verabschiedet sich Samsung bei den Tablets. Einige Hersteller, die Windows RT-Geräte anbieten, gibt es allerdings immer noch: Dell, Asus, Lenovo und auch Microsoft selbst bieten Geräte mit Windows RT an.

Samsung Ativ Tab mit Windows RT
Microsoft Ativ Tab (5)Microsoft Ativ Tab (4)Microsoft Ativ Tab (3)Microsoft Ativ Tab (2)
Microsoft Ativ Tab (1)

Jetzt wird das passieren, was schon beim Start des Tablets hätte passieren sollen – ein Preissturz. Knapp 600 Euro zahlt man derzeit in den verschiedenen Online-Shops für das Samsung Ativ Tablet. Das war den Kunden vermutlich zu viel und wurde an verschiedenen Stellen auch bereits kritisiert. Dafür gibt es jetzt die Quittung.

Interessant wird sein, wie Microsoft darauf reagiert. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Firma, die sonst nur die Software-Lösungen lieferte, in Anbetracht der Herstellerflucht nun vermehrt auf eigene Geräte setzt, wie man ja mit dem Surface den Anfang machte.

Wenn man sich aus dem Fenster lehnen wollte, könnte man sagen, dass Windows RT keine Zukunft hat und im Begriff zu sterben ist, aber das halte ich für unwahrscheinlich. Microsoft ist nicht dafür bekannt, Dinge leichtfertig aufzugeben. Mit Nokia zusammen halten sie bereits seit langem auch an Windows Phone fest und das obwohl die Zahlen für Nokia und für Windows Phone definitiv besser aussehen könnten.  Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass nur noch wenige Hersteller Window RT einsetzen. Vielleicht langfristig sogar nur noch Microsoft selbst und maximal ein weiterer Hersteller. Die Sprunghaftigkeit der anderen Hersteller bedeutet für Microsoft und Windows RT jedoch trotzdem einen Imageverlust, denn welcher Kunde kauft ein Gerät mit einen System, das der Hersteller bereits vom Markt nimmt, wenn es eigentlich noch gar nicht richtig angekommen ist?

 

Ricarda Riechert

Ricarda Riechert ist Autorin bei neuerdings und dem Euronics Trendblog. Sie kann sich sowohl für neue Gadgets, als auch für Fotografie begeistern. Ihre Gamingleidenschaft lebt sie bei Elvun aus.

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