Mycestro:
3D-Maus für den Zeigefinger

Gestensteuerungen funktionieren heute bereits, ohne ein Gerät in der Hand zu halten; auch Computermäuse als Wearables hat man bereits gesehen. Was die Mycestro trotzdem interessant macht, ist die Bedienbarkeit und ihre schlanke Größe. Sie sitzt einfach auf dem Zeigefinger auf.

Mycestro im Einsatz

Mycestro im Einsatz

Computermäuse sind so 1970 und durch Touchscreens, Touchpads und Kinects längst ersetzt? Nicht ganz. Für viele Menschen sind Mäuse nach wie vor oft der schnellere und genauere Weg, um ans Ziel zu kommen. Ich zähle mich dazu. Trotzdem war es vielleicht nicht ganz geschickt von Hardware-Tüftler Nick Mastandrea, die Mycestro eine “3D-Maus der nächsten Generation” zu nennen. Denn wie eine Maus sieht die Mycestro (sprich: Mice-strow) wirklich nicht mehr aus. Man trägt sie um den Zeigefinger und bewegt den Mauszeiger auf Bildschirmen damit dreidimensional. Sie soll sich derart leicht in den Arbeitsalltag einfügen, dass man sie kaum noch wahrnimmt. Dafür hat Mastandrea ein Kickstarter-Projekt gestartet und die erwünschten 100.000 US-Dollar bereits zusammen.

Mycestro 3D-Maus
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Auch wenn sie auf den ersten Blick kaum wie eine Maus aussieht: die Funktionalität ist sehr ähnlich. Am Rande verfügt sie über drei Tasten, die sich mit dem Daumen benutzen lassen. Scrollen kann man, indem man mit dem Daumen an den Tasten vorbei wischt. Die Mycestro wacht erst dann aus dem Standby-Modus auf, wenn man sie mit dem Daumen berührt. Dass man sie versehentlich benutzt, soll dadurch ausgeschlossen werden. Dadurch wird auch der Akku, der bei Nutzung acht Stunden durchhalten soll, nicht zu oft beansprucht und in der Praxis muss die Mycestro dadurch nur alle paar Tage wieder ans Netz. Mastandrea führt sie hier vor:

Die Mycestro soll sich besonders als aktive Präsentation-Fernsteuerung eignen. Sie hat eine Reichweite von rund zehn Metern und unterstützt Bluetooth 4.0. Sie soll mit aktuellen Mac-, iOS- und bald auch Android-Geräten kompatibel sein.

Mastandrea hatte die Idee zur Mycestro eigenen Angaben nach bereits vor zwei Jahren, als er einen Mann in der Wartehalle am Flughafen sah, der seinen Laptop auf dem Schoß hatte und verzweifelt versuchte, eine Maus dabei zu benutzen. Touchpads sind nicht für jeden; deswegen begann Mastandrea kurz darauf mit dem Projekt. Er arbeitete an Hard- und Software und stellte ein Team von Mitstreitern und Investoren zusammen, die sein Projekt vermarkten sollen.

79 Dollar in weiß

Unsere Standardfrage am Schluss: Braucht man das noch, in Zeiten von Kinect, MagicMouse und Multitouch? Und für Kickstarter-Projekte gibt es mittlerweile auch die passende Standardantwort dazu: Ob es ein Massenmarkt wird, ist egal. Aber eine kleine Nutzerschaft ist da, die das haben will. Und die dürfte groß genug sein, um das Projekt zu refinanzieren.

Heute hat Maestro die Kickstarter-Finanzierung erfolgreich abgeschlossen; 103.000 Dollar kamen bislang von 1.200 Crowdfundern zusammen, und die Aktion läuft noch 35 Tage weiter. Wer 79 Dollar investiert, erhält die Mycestro in weiß, für 99 Dollar gibt es sie in verschiedenen bunten Farben. Sie soll im Oktober oder November fertig sein und damit noch rechtzeitig im Weihnachtsgeschäft 2013 ausgeliefert werden.

via Technabob

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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