Samsung Rex:
Billig-Smartphones für Wachstumsmärkte

Samsung will nun auch für Wachstumsmärkte wie Brasilien und Indonesien Touchscreen-Phones für die Masse produzieren. Die Modelle der Rex-Serie sollen billig sein und sind konzeptionell irgendwo zwischen einfachem Handy und Smartphone angesiedelt. Technisch müssen die Anwender dabei natürlich auf einiges verzichten.

Samsungs neue Rex-Serie. Alle Bilder: Samsung

Samsungs neue Rex-Serie. Alle Bilder: Samsung

Sie erinnern an frühe Modelle der Galaxy-Serie, sind zumindest auf den Produktabbildungen kaum davon zu unterscheiden und funktionieren mit einem Touchscreen. Von weitem sehen die vier Modelle aus Samsungs neuer REX-Serie aus wie Smartphones. Technisch können sie damit allerdings nicht mithalten. Es ist die TouchWiz-light-Oberfläche, die den Phones den Charakter von Samsungs bekannten Smartphones verleiht. Die REX-Geräte funktionieren allerdings nicht mit Android, sondern mit einem Java-basierten OS.

Samsung Rex
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Die drei Geräte Rex 70, Rex 80 und Rex 90 funktionieren mit einem kapazitivem Multitouchscreen; das Rex 60 verfügt nur über einen resistiven Touchscreen ohne Multitouch. Mit den vier Geräten nimmt Samsung Menschen in ärmeren Ländern eigentlich einen Grund, sich noch ein altes Tastenhandy zu kaufen. War das Argument für letzteres eigentlich stets der niedrigere Preis, so dürfte der Vorteil mit billigen Touchscreen-Phones eigentlich schwinden. Lediglich die bekannte Bedienung und die wohl noch längere Akkulaufzeit (die Rex-Modelle bergen da mit ihren 1.000-mAh-Akkus auch keine Wunder) sprechen noch für ein Feature Phone. Die vier Geräte in der Kurzübersicht:

Rex 60

Display: 2,8 Zoll resistives TFT-Display mit 320 x 240 Pixeln
Gewicht: 90 Gramm
Kamera: 1,3 Megapixel
Interner Speicher: 30 MB, mit Micro-SD-Karte erweiterbar auf 16 GB

Rex 70

Display: 3,0 Zoll kapazitives TFT-LC-Display mit 320 x 240 Pixeln
Kamera: 2,0 Megapixel
Interner Speicher: 10 MB, mit Micro-SD-Karte erweiterbar auf 32 GB

Rex 80

Display: 3,0 Zoll kapazitives TFT-LC-Display mit 320 x 240 Pixeln
Kamera: 3,2 Megapixel (mit drei Fotoeffekt-Filtern, Weißabgleich)
Gewicht: 96 Gramm
Interner Speicher: 20 MB, mit Micro-SD-Karte erweiterbar auf 16 GB

Rex 90

Display: 3,5 Zoll kapazitives TFT-LC-Display mit 480 x 320 Pixeln
Prozessor: 312 MHz
Gewicht: 109 Gramm
Kamera: 3,2 Megapixel
Interner Speicher: 10 MB, mit Micro-SD-Karte erweiterbar auf 32 GB

Allen Phones ist gemein, dass sie nur in 2G-Netzen funken, EDGE ist die höchste unterstütze Übertragungstechnik. Bluetooth 3.0, USB 2.0 und WLAN (b/g/n) sind drin. Alle Geräte kommen auf Wunsch mit einer Dual-Sim-Ausführung; das Rex 90 verfügt hier auch über eine Hot-Swap-Technik, die ein Austauschen einer Karte und das Einbuchen in eine neue ohne Neustart erlaubt. Alle Geräte unterstützen zahlreiche Audio-Formate wie Mpeg4, H.263, AAC und MP3 (aber nicht H.264). Über die Prozessortypen ist außer beim Rex 90 leider nichts bekannt. Auch Preise und Verfügbarkeitsdaten hat Samsung noch nicht bekannt gegeben.

Für das Java-basierte System steht der mobile Browser Opera Mini zur Verfügung, der Datenkompression bietet, ferner eine Facebook-App, Google Talk, Twitter, der Yahoo Messenger und Samsungs eigener Messenger ChatOn. Das Rex 90 verfügt außerdem über eine Google+-App.

Konkurrenz zu Nokia

Die Rex-Serie legt den Verdacht nahe, dass Samsung hier mit Nokias Asha-Serie konkurrieren will. Diese verkaufte sich im abgelaufenen Quartal mit 9,3 Millionen verkauften Geräten etwa doppelt so gut wie die teureren Lumia-Smartphones mit Windows Phone. Nokia hat die Asha-Reihe teilweise ebenfalls mit Dual-SIM ausgestattet und platziert sie vor allem für Wachstumsmärkte, auch wenn die meisten Modelle für unter 100 Euro auch in Deutschland erhältlich sind. Die Asha-Reihe verfügt über zahlreiche Apps, die man auch von Smartphones her kennt, das installierte S40-System ist aber nicht Multitasking-fähig.

Nokia und Samsung sind die beiden weltweit größten Hersteller für Mobiltelefone. Laut Zahlen von Gartner aus dieser Woche überholten die Koreaner die Finnen im vergangenen Jahr erstmals bei den Verkäufen. Samsung verkaufte 385 Millionen Geräte, davon 206 Millionen Smartphones. Nokia setzte insgesamt 334 Millionen Mobiltelefone ab, davon aber nur knapp 40 Millionen Smartphones. Feature Phones bleiben also weiterhin das wichtigste Marktsegment für Nokia – das nun von Samsung angegriffen wird. Die Kunden wollen auch bei schmalem Geldbeutel Alternativen und die beiden Anbieter sehen hier in Zwischenkategorie ihre Chance. Samsung bezeichnet die Rex-Serie als “Full-Touch Feature Phone”, um sie von Smartphones zu unterscheiden. Nokia nennt die Asha-Geräte “Einsteiger-Smartphones”.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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Ein Kommentar

  1. diese handys sind ein witz. gerade mal die preise verglichen, das günstigste kostet um die 60 euro. dafür bekomme ich ein deutlich besseres handy als hier geboten.
    warum sollten die inder auf diese dinger zurückgreifen.

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