Gerüchteküche:
Das Duell Apple vs Samsung bald bei Smartwatches?

Was wir bislang haben: Einen Haufen von Gerüchten, Mockups und vermeintlichen Experten, die unerkannt bleiben wollen. Zumindest den Meldungen nach wird 2013 das Jahr, in dem sich der Zwist der beiden Smartphone-Feinde Samsung und Apple auf eine neue Front verlagert: Smartwatches.

Screenshot eines vermeintlichen Samsung Smartwatch OS.

Screenshot eines vermeintlichen Samsung Smartwatch OS.

Der Erfolg der Kleinen hat die Großen überrascht: Dank Crowdfunding finanzierte sich im vergangenen Jahr ein Smartwatch-Projekt nach dem anderen. Besonders beliebt und auf Kickstarter mit mehr als 10 Millionen US-Dollar gefördert: die hübsche E-Ink-Smartwatch Pebble. In Zeiten immer schnellerer Hardware-Designs und hoher Barreserven, in denen sogar 18-Jährige an einer Smartwatch wie der Neptune Pine arbeiten, wäre es für die Großen ja fast schon peinlich, da nichts Eigenes vorzuweisen.

Samsung Smartwatch Screendesigns
YrvingTorrealaKonzeptNeuerdings / Pepple E-Paper-UhrSyreWatchCaseNeptunePine
GalaxyAltius71GalaxyAltius81GalaxyAltius61GalaxyAltius51
GalaxyAltius31GalaxyAltius41GalaxyAltius21Iwatchz / Kluge Uhren
GalaxyAltius11

Also rumort es im Hintergrund. Ein Team von hundert Produktdesignern arbeitet laut Boomberg bei Apple angeblich bereits an einer “iWatch”, die das iPhone entweder ergänzen oder ersetzen könnte. Apple teste da bereits verschiedene Designvarianten, schreibt das “Wall Street Journal“. Sie soll aus gekrümmtem Glas bestehen, glaubt das Bits-Blog der New York Times gehört zu haben. Sie könnte mit Solarzellen ausgestattet sein, der langjährige Auftragshändler Foxconn solle sie produzieren. Und natürlich ließen die ersten Konzeptstudien nicht auf sich warten. Der als “Fake Steve Jobs” bekannt gewordene Journalist Dan Lyons vermutet allerdings, dass Apple selbst an diesen Positivschlagzeilen mitgewerkelt habe, um den eigenen Aktienkurs nach oben zu treiben.

Galaxy Altius: Smartwatch von Samsung?

Dass das funktioniert hat (Apples Kurs stieg zeitweilig um sechs Prozent), scheint allein schon zu beweisen, dass Anleger Smartwatches eine rosige Zukunft zutrauen. Bei all den Gerüchten über Apple, darf eigentlich auch Samsung nicht fehlen. Dachte sich – nun ja, wer auch immer diese Screenshots von einem vermeintlichen Smartwatch-Betriebssystem aus dem Hause der Koreaner nun lanciert hat. Dem Blog Sammobile jedenfalls sind sie in die Hände gefallen. Schon dort hat man so einige Zweifel an der Echtheit der Screens. Dem Konzept nach zumindest, würde sich die Smartwatch Galaxy Altius nennen. Das eigene System dazu: Altius OS. Würde Samsung wirklich auch in den Smartchwatch-Markt mit einsteigen, dann könnte man sich mit Apple bald endlich auch abseits der Smartphones und Tablets bekriegen.

Das Medium Armbanduhr war eigentlich schon weg vom Fenster. Der geringen Funktionalität wegen, brauchte sie eigentlich niemand mehr, der ein Smartphone oder auch nur ein bloßes Handy mit Uhr und Weckfunktion besitzt. Große Zifferblätter und Gehäuse bescherten der Armbanduhr dann in den vergangenen Jahren aufgrund der modischen Komponente noch einmal einen zweiten Frühling. Smartwatches würden der Armbanduhr nun mit deutlich mehr Funktionen wieder den Nutzen zurückgeben, den sie verloren hatte.

Sind Smartwatches das nächste große Ding?

Allerdings bleibt die Frage, ob der Markt dafür wirklich derart attraktiv ist, wie die Euphorie vermuten lässt. Die bisher vorgestellten Modelle sind entweder Smartphone-Anhängsel, bei denen sich die Frage stellt, ob der Griff in die Hosentasche nun wirklich derart mühsam ist, dass man am Handgelenk eine Art Zusammenfassung dafür braucht. In eine andere Richtung gehen Konzepte wie die Neptune Pine, eigenständige Devices, die auch ohne ein Smartphone funktionieren. Um das vielseitige Phone zu ersetzen, fehlen dem schwächeren System allerdings schon wieder einige Möglichkeiten, etwa, beliebige Apps zu installieren.

Der erste iPod machte Musikhören für unterwegs endlich attraktiv, das erste iPhone brachte endlich ein Mobiles Internet Device, das Spaß machte. Bei einer Smartwatch sehe ich kein “endlich”. Hier habe ich nur eine recht hübsche, modische Ergänzung, aber keinen Ersatz für etwas. Die Hoffnung, dass Smartwatches ein derart großer Erfolg werden, wie derzeit vielfach erhofft, sehe ich deswegen mit Skepsis. Es würde mich wundern, wenn sie den Stellenwert von Smartphones jemals erreichen. Aber das bedeutet ja nicht, dass man nicht trotzdem eine ganze Menge davon verkaufen kann.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Redakteur bei neuerdings.com, netzwertig.com und dem Euronics Trendblog. Neue Gadgets und Software? Liebend gerne! Aber nur, wenn sie das Leben auch wirklich leichter machen.

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3 Kommentare

  1. Ich denke nicht das Smartwatches den stellenwert von Smartphones einnehmen können. Jedoch glaube ich in einer nicht all so fernen Zukunft, das Smartphones, Tablets und Smartwatch in einen Gerät kombiniert werden können. Der erste der so ein Gerät zu einen Guten Preis anbietet wird einen erheblichen “BOOM” erleben.

    • Ich denke, dass Smartphones verschwinden. Für Film zu klein, für Info zu groß. Knappes wie Kurzmitteilung auf der Brille, ausführlich und möglichst 4K auf Tablet.

  2. Ds konzept der Smartwatch, die gleichzeitig ein Mobiltelefon ist, gibt es bereits seit Jahren. In einem Elektronikversand habe ich es jetzt für ca. 80,- € gesehen.
    Das problem für so ein kleines Gerät: Stromversorgung. Hier müssen Apple oder Samsung wirklich etwas revolutionäres bringen. Zum Beispiel einen Akku, der sich durch sog. “Ambient Energy” permanent lädt. Entsprechende Versuche mit bis zu 3 Volt im Milliampère bereich funktionieren bereits. Das Problem: Diese Technologie lädt durch “freie Energie” und wie sagte JP Morgan doch so richtig, zu Nikola Tesla, als dieser die Atmophäre als Stromlieferant für alle verwenden wollte: “Dann können wir keinen Zähler dran machen!” Und das war das Ende von Teslas Forscherzeiten.

    Wenn es die Smartwatches wirklich geben sollte plädiere ich für frei gestaltbare Zifferblätter mit Möglichkeit zur Anlage freier designs und zum Austausch derselben über die Appstores

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