Google-Now-Widget:
Wie persönliche Assistenten Schritt für Schritt das Smartphone erobern

Google hat vergangene Nacht zusammen mit einem Update für Android auch ein Widget für Google Now vorgestellt. Das lässt sich auf Wunsch im Sperrbildschirm unterbringen. Der persönliche Assistent macht damit einen Schritt nach vorne. Bald wird er ganz im Mittelpunkt stehen.

Google Now

Google Now

Seit der Version 4.2 kann man mit Android Lockscreen-Widgets anlegen. Man hat die Möglichkeit, gleich mehrere Sperrbildschirme zu erstellen, zwischen denen man hin- und herwischen kann, und dort Widgets zu platzieren. Wetter, Termine, Mail, SMS, Google+-Beiträge, Feeds oder Wunderlist. Man erhält also einen Auszug aus den wichtigsten Informationen, ohne den Lockscreen oder eher die Lockscreens jemals zu verlassen. Seit gestern ist auch ein Widget für Google Now für den Sperrbildschirm verfügbar. Der persönliche Assistent, der nicht nur die Infos ausspuckt, bevor wir nach ihnen suchen, sondern der auch noch da ist, ohne dass wir ihn öffnen müssen. Ein unterschätzter Schritt.

Google Now
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Ich habe in den vergangenen Wochen an dieser Stelle häufiger erwähnt, dass ich das Konzept aus Sperrbildschirm und Homescreen mittlerweile altbacken finde. Ich will nicht erst eine App aufrufen müssen, um an die Infos zu kommen, die ich gerade benötige. Ich will sie sofort sehen, ohne dass ich erst lange danach graben muss. Das sehen mittlerweile eigentlich alle Anbieter genauso, auch wenn sie unterschiedliche Antworten darauf haben: Android hat Widgets und Notifications, Apple Siri, PassBook und ebenfalls Notifications, Windows Phone seine Live Tiles, Blackberry 10 den Blackberry Hub, Ubuntu for Phones will mit einem Welcome Screen statt einem Lockscreen punkten. Das Konzept von Google Now fand ich daher zwar gut, aber noch etwas halbherzig: Google Now präsentiert zwar die Infos, die man will, ohne Nachfrage, allerdings muss ich die App dafür erst aufrufen. Mit dem neuen Widget ist das jetzt im Prinzip vorbei.

Bald Standard, auch wenn nicht jeder es will

Im Prinzip, denn noch ist das Google-Now-Widget für den Sperrbildschirm nicht besonders attraktiv gelungen. Auch wenn es nur eine Zeile groß ist: Es lässt sich nicht mit der Digitaluhr oder anderen Lockscreen-Widgets verknüpfen, sondern beansprucht eine ganze Seite für sich. Es verkleinert sich gerne von alleine, selbst wenn man es auf volle Breite gezogen hat. Und noch immer fehlen in Deutschland die eigentlichen Informationen, die Google Now erst zur Killer-App machen: Flugdaten, Routenplanung mit Nahverkehr, Restaurant-Reservierung, Activity Summary. Google nähert sich hier mit Babyschritten dem an, wohin die Reise ohnehin geht: Google Now wird in Zukunft wahlweise Sperrbildschirm oder Homescreen sein. Der Nutzer sieht die Informationen, die für ihn relevant sind, schon in dem Moment, in dem er das Smartphone aus der Hosentasche zieht.

Nicht alle werden das wollen. Es gibt verschiedene Gründe, die man dagegen ins Feld werfen kann: Manche mögen lieber einen personalisierten Lockscreen, andere mögen gar keine Informationen dort und sei es aus Sicherheitsgründen. Wieder andere mögen Android, aber nicht Google und wollen nicht, dass der Datenriese all ihre Daten vernetzt und aufbereitet. Diese Fraktion sollte die Möglichkeit bekommen, Google Now abzuschalten. Standardmäßig allerdings halte ich es für deutlich sinnvoller, wenn Google Now den Lockscreen oder Startbildschirm ziert. Der Wunsch nach persönlichen Assistenten ist groß. Apple dürfte bereits an ähnlichen Konzepten arbeiten; bis man hier eine Eigenlösung präsentiert, bieten sich Apps wie Grokr und seit gestern Tempo für iOS als persönliche Assistenten an.

In Android 5 sollte Google den Schritt wagen, Google Now ganz nach vorne zu holen. Die Anbieter anderer mobiler Betriebssysteme werden in ihren kommenden Vollversionen höchstwahrscheinlich nachziehen. Smartphones und Tablets werden persönlicher.

 

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2 Kommentare

  1. Wäre schon gut wenn man auf dem Look Screen alle nötigen Infos bekommt aber ich bin dann doch mehr der Typ der sich den Bildschirm selbst gestalten möchte.

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