Urbee:
Das Sprit sparende Hybridauto aus dem 3D-Drucker

Der Ingenieur Jim Kor aus dem kanadischen Winnipeg baut ein dreiräderiges Auto, dessen Karosserie fast komplett aus einem 3D-Drucker stammt. Ein Urbee ist noch teuer und schwerfällig in der Produktion, seine Karosserie besteht allerdings aus nur 50 passgenau hergestellten Bauteilen. Dazu soll er äußerst energiesparend sein.

Der Urbee auf einem Messestand von Stratasys. Bilder: KOR Electronics, Urbee, Stratasys

Der Urbee auf einem Messestand von Stratasys. Bilder: KOR Electronics, Urbee, Stratasys

Kor hatte den Prototypen bereits 2010 vorgestellt. Zusammen mit dem Dienstleister Redeye on Demand geht der Urbee jetzt in Produktion. 2.500 Stunden (oder 104 Tage) dauert allein der Druck eines Exemplars. Allerdings wird sich die Technik mit höheren Geschwindigkeiten von 3D-Druckern beschleunigen. Ein Vorteil ist die kürzere Zeit des Zusammenbaus dank der nur 50 Bauteile. Redeye und Kor wünschen sich außerdem eine industrielle Fertigung für das Stadtauto, was Kosten und Gesamtdruckzeit verringern würde. Das Auslagern und Liefern der Komponenten würde bis auf wenige Teile wegfallen.

Urbee, das Auto aus dem 3D-Drucker
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UrbeeUrbee_ZusammenbauUrbee_LayoutUrbee_Konzept
JimKorFortus900mc

Im Vergleich zum Urbee-Prototypen stammt beim jetzigen Modell nicht nur die Karosserie aus dem 3D-Drucker, sondern auch die Inneneinrichtung. Nicht druckbar sind andere Teile wie das metallene Chassis und natürlich Reifen und der Elektromotor. Das Hybridmodell wird mit Ethanol betrieben, kann allerdings auch Biostrom speichern. Laut KOR Electronics soll sich eine Lademenge speichern lassen, die an einem Tag an Wind- und Solarenergie in einer Garage gewonnen werden kann. 3D-Drucker der Bauteile ist ein Fortus 900mc. Das verwendete Material ist Hinter der Produktion steht Stratasys, der Marktführer für 3D-Druck und Rapid Manufacturing. Fortus und Redeye sind Stratasys-Töchter. In diesem fast schon zwei Jahre alten Video wirbt das Urbee-Team um Spenden:

Warum 3D-Druck für die Herstellung eines Vehikels? Kor beschreibt die Technik als notwendig, um Bauteile zu fertigen, die in Dicke und Dichte variieren. Mit konventioneller Industriefertigung sei das heute nicht möglich. In einem Beitrag der regionalen Online-Zeitung TwinCities beschreibt Kor etwa die Herstellung der Stoßstange. Die habe man nur dank des 3D-Drucks im Innern mit einem Luftkanalsystem ausstatten können.

Energiesparend soll das Mini-Auto dann auch noch sein: Kor plant eine Werbefahrt mit dem Urbee von San Francisco nach New York. Die fast 5.000 Kilometer will er mit seinem Hund auf dem Beifahrersitz mit nur einer Tankfüllung von 40 Litern zurücklegen. Darum sei es in erster Linie gegangen, sagt Koh: Das Urbee sollte das grünste Auto der Welt werden: Aerodynamisch geformt, extrem sparsam im Verbrauch – und eben auch in der Herstellung. Das erlaube schlussendlich Spitzengeschwindigkeiten bis 110 km/h mit einem 7-PS-Motor. Kor will auf seiner Reise aber im Schnitt nur 70 km/h schnell fahren – weil das im optimalen Drehzahlbereich liegt.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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Ein Kommentar

  1. Es wäre mal interessant ob und wie sich dieses Konzept auf pedalgetriebene Fahrzeuge (Stichwort Velomobil) übetragen ließe.

3 Pingbacks

  1. […] produziert die rund 50 Teile. Der Haken: Die Produktion nur eines Fahrzeugs dauert 2.500 Stunden. neuerdings.com, […]

  2. […] Oder ein saftiger Sonntagsbraten. Selbst die Meldung, dass demnächst ganze Autos aus 3D-Druckern purzeln sollen, lässt meine Skepsis nicht schrumpfen. Der Prototyp hat fünfzig – noch […]

  3. […] Oder ein saftiger Sonntagsbraten. Selbst die Meldung, dass demnächst ganze Autos aus 3D-Druckern purzeln sollen, lässt meine Skepsis nicht schrumpfen. Der Prototyp hat fünfzig – noch […]

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