Interview zur Bastlermesse Make Munich:
“Die Faszination ist, etwas zu erschaffen”

Am 20. und 21. April dreht sich auf der Make Munich alles ums Selbermachen, ums Basteln, um Do It Yourself. 3D-Druck wird natürlich ein Thema sein, aber längst nicht nur. Wir haben mit Nils Hitze, einem der Organisatoren, über die Messe an sich gesprochen, aber auch über seine ganz persönliche Fasziniation mit dem Thema.

Nils Hitze ist einer der Organisatoren der Make Munich.

Nils Hitze ist einer der Organisatoren der Make Munich.

Du bist einer der Organisatoren der Make Munich. An wen wendet sich die Messe und was bekommt man dort zu sehen?

Die Messe ist eine Veranstaltung für Bastler aller Themenfelder, also nicht beschränkt auf 3D-Druck, Elektronik oder z.B. Nähen, sondern wirklich offen für alle, die sich für den Bereich Do It Yourself interessieren. Zu sehen gibt es hoffentlich, neben unzähligen 3D-Druckern und Quadcoptern, auch Roboter, ein 1-qm-Haus und die Projekte der teilnehmenden FabLabs und Hackerspaces.

Was macht dich zum “Maker”? Womit beschäftigst du dich gerade und was hast du vielleicht früher schon gemacht?

Ich glaube angefangen hat es, als ich unter der Eisenbahn meines Dads das Löten gelernt habe. Als ich meinen ersten PC bekommen habe, meines Wissens ein 286er, habe ich den gleich aufgemacht und reingeschaut, um zu begreifen, was es mit dem Blinken und dem Klicken auf sich hat. Seitdem bin ich infiziert. Aktuell beschäftige ich mich verstärkt mit dem Thema 3D-Druck.

Ich bezeichne mich als Maker, weil ich nichts als gegeben hinnehme, sondern immer hinterfrage und nach Möglichkeiten suche, den Status Quo zu verbessern.

Was macht für dich die Faszination daran aus? Kann man das in Worte fassen?

Dieses Gefühl wenn man etwas repariert hat, es danach wieder oder sogar besser funktioniert und man dieses Gefühl mit anderen Menschen teilt. Einfach etwas zu erschaffen.

In den USA gibt es Hackerspaces, seit vielen Jahren das Magazin Make und einiges mehr. Wie siehst du die Entwicklung im deutschsprachigen Raum derzeit? Was gibt es schon und was fehlt dir?

Also hier muss man vielleicht mal kurz einhaken und etwas richtig stellen – die vielen Hackerspaces gab es eigentlich erst in Deutschland und erst vor einigen Jahren schwappte, nach einem Panel auf dem 25C3, die Welle rüber in die USA. Insofern waren wir den Amerikanern wenigstens mal einen Schritt voraus.

Ein deutschsprachiges Magazin haben wir, Danke an c’t Hardware Hacks, inzwischen auch und es braucht sich hinter der amerikanischen Make meines Erachtens nicht zu verstecken.

Die Entwicklung in Deutschland sehe ich aktuell in immer professionellere Bahnen fließen, was Themen wie Finanzierung und Organisation angeht. Was mir persönlich noch fehlt, ist eine Vernetzung der Szene. Etwas, das wir mit make-germany.de erreichen wollen, einer Art Dachverband, den wir aktuell gründen.

In die Zukunft geblickt: Manche sehen in 3D-Druckern und andere Tools eine Revolution auf uns zukommen. Was glaubst du?

3D-Drucker in jedem Zuhause, nein. 3D-Drucker im Copyshop um die Ecke, ja. Und viel viel mehr Individualisierung am Produkt. Die große Lieferkette sehe ich da aber aktuell noch nicht zerbrechen, für die Industrie ist 3D-Druck schließlich keine neue Technologie.

Aber im Biologie- und Medizinbereich sehe ich schon viel Potential die Welt zu verbessern/zu verändern.

Weitere Informationen über die Make Munich auf der offiziellen Website.

 

Jan Tißler

Jan Tißler ist Redakteur bei netzwertig.com. Er ist fasziniert von Technik und ein leidenschaftlicher Internetintensivnutzer.

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