Flexibler Computer:
Pandora ist Laptop, Tablet und Widescreen in einem

Designer Jeabyun Yeon hat das Konzept für einen flexiblen Computer vorgestellt. Der Pandora ist wahlweise Laptop, Tablet oder Riesen-Bildschirm im 16:9-Format. Utopisch ist die Umsetzung nicht, die Achillesferse allerdings wäre der Akku.

Pandora als Tablet. Alle Bilder: Jeabyun Yeon

Pandora als Tablet. Alle Bilder: Jeabyun Yeon

Kaum jemand dürfte gerne täglich einen 22-Zoll-Bildschirm mit sich herumschleppen. Macht sich etwas sperrig in der Bahn, man will ja um den engen Raum nicht mit dem Zeitungsleser neben sich kämpfen. Wenn man den Bildschirm allerdings falten und zuklappen und dabei noch als Laptop oder Tablet benutzen könnte – dann würde die Sache schon wieder interessant. Jeabyun Yeon hat hier jetzt ein Designkonzept vorgestellt, das diese drei Dinge vereint: Der Pandora im Vollformat ist ein 21,6-Zoll-Bildschirm im Widescreen-Format (16:9). Eingeklappt lässt er sich entweder als Tablet oder als Laptop benutzen. Beides mit Windows 8 und natürlich einer virtuellen Tastatur, denn der Pandora bestünde nur aus einem großen, flexiblen Touchscreen.

Pandora, flexibles PC-Konzept
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Vor ein paar Jahren hätte man das noch als Zukunftsmusik abgetan. Heute ist der Weg dahin eigentlich nicht mehr weit. Die ersten funktionstüchtigen flexiblen Displays könnten noch in diesem Jahr marktreif werden. Ein komplett schwenkbares Gehäuse und eine Kombination aus Tablet und Laptop bietet etwa auch Lenovos IdeaPad Yoga. Acer hatte bereits vor zwei Jahren das Iconia Dual Screen vorgestellt, ein Notebook mit zwei Displays, von dem sich der untere wahlweise als virtuelle Tastatur oder Touchscreen für andere Aufgaben eignen sollte. Yeons Konzept würde nun aus den zwei Touchscreens einen nahtlosen machen.

Es dauert nicht mehr lang

Was Yeon für den Pandora weiterhin vorgesehen hat: Zwei 720p-Kameras (Vorder- und Rückseite), ein eingebautes Mikrofon, Stereo-Audio mit vier Lautsprechern, Micro-USB-Anschluss, Micro-SD-Kartenleser, Gyroskop, Magnetometer. Im Laptop- oder Tablet-Modus hätte man aufgrund der Form nur ein 4:3-Screen, was mich von den Formfaktoren her noch an das letzte Apple iBook G4 erinnert (und mir nicht gerade unsympathisch war). Zwei mögliche Schwächen von Yeons Design: Das Konzept setzt für das ganze Gehäuse auf flexibles Material, also auch biegsame Akkus und Leiterplatten, die schwer zu beschaffen sein dürften. Dabei könnte man die Pandora so konzipieren, dass nur die Mitte aus flexiblem Material besteht, die beiden Seiten hingegen aus harten Schalen.

Ein Nur-Display-Laptop wird natürlich Strom ohne Ende verschlingen. Wenn die Kombo dazu noch möglichst dünn sein soll, muss das auch für den Akku gelten. Besonders weit dürfte man mit einer Akkuladung also nicht kommen. Aber wartet noch ein oder zwei Jahre, dann wird man euch die ersten funktionsfähigen Konzepte eines Pandora-ähnlichen Gerätes zeigen. Ob ihr das dann mit in die Bahn nehmt und als Tablet, Laptop oder eben 22-Zoll-Bildschirm für Videos benutzt, obliegt euch – und der Toleranz eurer Nebensitzer.

Tipp zum Weiterlesen: Unter der Überschrift “Flexible Displays: Das biegsame Smartphone und andere Dehnübungen” hatte Kollege Jan Tißler kürzlich über entsprechende Designstudien, Prototypen und Patente geschrieben.

 

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist freier Technikjournalist, Innovationsberater und Skeptiker.

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3 Kommentare

  1. Naja,die stelle, an welcher das Gerät gebogen wird, dürfte eine Sollbruchstelle werden. Kein Material der Welt kann endlos immer und immer wieder auf- und zu gebogen werden, ohne das es nach und nach Risse bildet, und am Ende der Bruch steht. Selbst ein Gummi lässt sich nicht Endlos oft biegen.
    Von daher also nur ein Produkt für den Abfall…

    • Man kauft sich auch Laptops, obwohl das Scharnier irgendwann brechen wird. Solange das Gerät 3 Jahre aushält, ist das egal.

  2. Ich denke schon das das Gerät auch eine weile durchhält was das brechen des Displays angeht. Früher oder später wird es da sicher einen Defekt geben aber ich blicke da sehr optimistisch entgegen. Ich bin gespannt was alles noch kommen wird.

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